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Wegberg
Musicalspaß mit Umweltfaktor

Wegberg: Musicalspaß mit Umweltfaktor
Eine erstklassige Mischung aus Musical und Theater boten die Schüler des MKG-Begabungskurses. Pia Heyn (oben) hat das Stück geschrieben. FOTO: Jürgen Laaser
Wegberg. Recht unterschiedliche Weltanschauungen prallten bei der Aufführung des "Begabung-Plus-Kurses Musical" im Gymnasium aufeinander. Von Nicole Peters

Es sind die Dinge des täglichen Lebens, die die eigene Lebenseinstellung widerspiegeln. Und die wiederum den eigenen Alltag beeinflussen: Elektronik, Mobilität, Kleidung oder Lebensmittel. Alle scheinbar oder rein biologisch unverzichtbare Begleiter. Inwieweit sich Art und Intensität des Gebrauchs bei jedem Menschen unterscheiden können, vollzogen die Zuschauer bei zwei Aufführungen von "Ich rette die Welt - Ein biologisch abbaubares Musical" des "Begabung-Plus-Kurses Musical" in der Aula des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums anhand der sehr lebensnahen Handlung nach. Gedankliche Anregungen für das ein oder andere Umdenken inbegriffen.

Schauplatz der Geschichte war das Domizil der Wohngemeinschaft von fünf jungen Frauen, die seit zweieinhalb Jahren zusammenwohnten und sich ihren Alltag mit allen Annehmlichkeiten eingerichtet hatten. Sie gestalteten ihre Freizeit mit Internet-Shopping, modischem Posen vor der Kamera, Fitness-Training oder Internetsurfen. Jäh gestört wurden sie in ihrer technisierten Lebenswelt von der unbekümmerten ökologisch bewusst handelnden Tina (Pia Heyn), die für einige Wochen beim Quintett zu Gast war. Sie hinterfragte die Gewohnheiten ihrer Gastgeberinnen und brüskierte diese mit eigenem ungewöhnlichem Verhalten.

Ein Aufeinandereinwirken, das im Laufe der Zeit erstaunliche Früchte des Umdenkens hervorbrachte. Die Einrichtung der großen Wohnung war entsprechend des Lebensstils der Bewohnerinnen hell und modern. Ein angedeutetes Kaminfeuer und eine Bücherwand bildeten den Hintergrund für Esszimmer-Ecke und Wohnzimmer. Wobei die zu Beginn platzierten Gegenstände Couchtisch und Vase aus recycelten Materialien erste Denkanstöße gaben. Tina fiel mit wallenden Rastalocken modisch in der chic gekleideten Gemeinschaft auf. Und sie ersetzte das bisher verzehrte makellose Obst durch schrumpelige Bio-Äpfel und -Bananen.

Spannung und Dynamik brachten vor allem die gegensätzlichen Einstellungen aller und unvorhersehbaren Handlungen des Gastes mit sich. So wurde sie beim Aufhängen eines Plakates gegen Tierversuche erwischt und mit einem Suchscheinwerfer auf der oberen Balustrade verfolgt. Oder sie betankte den geliehenen Porsche mit Bio-Diesel. Emotionen wurden ebenfalls frei, als die Mitbewohnerinnen wegen sich ändernder Einstellungen in Diskussionen gerieten. Dazwischen trugen alle Lieder wie "Lush Life", "Everybody wants to be a cat" oder "Ich rette die Welt" zu passenden Choreografien vor.

Eine runde anspruchsvolle Vorführung, die Raum für ökologisches Bewusstsein und Konsumverzicht schaffte. "Im Endeffekt gibt es nicht eine perfekte Lösung", betonte Autorin Pia Heyn, die zurzeit ein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolviert und das Musical als Projekt dazu beiträgt, am Rande, "es geht darum, einen Mittelweg zu finden und dass alle aufeinander hören sollen, egal wie unterschiedlich sie sind."

Quelle: RP
 
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