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Wegberg
Musik alter Meister aus der Zeit des Barock

Wegberg: Musik alter Meister aus der Zeit des Barock
Zwischen barocker Kanzel und barockem Altar brachten sich Streicher, Bläser und Pianist in der Rickelrather Kirche in Position und präsentierten Musik großer Komponisten aus der Zeit des Barocks. FOTO: Jörg Knappe
Wegberg. Für das Anton-Heinen-Gedenkkonzert hatte Leiter Ernest Frissen fröhliche bis tragisch-pathetische Werke ausgewählt. Die Zuhörer lernten sie in individueller Interpretation des VHS-Orchesters "Collegium Musicum" neu kennen. Von Nicole Peters

Ein weiteres Mal zeigte sich beim Anton-Heinen-Gedenkkonzert der gleichnamigen Volkshochschule (VHS) Kreis Heinsberg, dass sich die Kirche St. Mariä Himmelfahrt Rickelrath sowohl optisch als auch akustisch gut für ein Konzert des rund 35-köpfigen VHS-Orchesters "Collegium Musicum" eignet. Zwischen barocker Kanzel und barockem Altar brachten sich Streicher, Bläser und Pianist in Position und brachten den Zuhörern im voll besetzten Raum Musik großer Komponisten aus der Zeit des Barocks bis zur Romantik in eigenen individuellen Interpretationen näher.

Leiter Ernest Frissen hatte sowohl fröhliche als auch tragisch-pathetische Werke ausgewählt. "Das Ensemble bringt musikalische Leistungen, die ausgezeichnet sind", betonte VHS-Leiter Franz Josef Dahlmanns und bestätigte die Aussage noch einmal im Anschluss an das großartige Konzert, "für uns als Weiterbildungseinrichtung ist es wichtig, der kulturellen Weiterbildung breiten Raum einzurichten." Sie soll weiterhin einen Schwerpunkt bilden. Die große Bedeutung lebenslangen Lernens hatte Priester und Volkspädagoge Anton-Heinen (1869 bis 1934), dessen letzte Wirkungsstätte die Rickelrather Kirche war, stets hervorgehoben. Anlässe, dazuzulernen, gab es beim festlichen Konzert auch für das Publikum einige. So fiel beispielsweise die für die Barock-Zeit übliche sparsame und transparente Instrumentierung etwa im "Concerto grosso g-Moll, op. 6 Nr. 8" von Arcangelo Corelli auf - die Cellisten Charly Bechholtz, Dominik Olles und Hildegard Hostenbach steuerten den Basso continuo bei, während Regine Stoffels und Richard Walter die Parts der Solovioline übernahmen und Christof Menzel Cembalo-Klänge beisteuerte. Die Fähigkeit der Komponisten, Themen oder Gefühle mit Partituren zu beschreiben und auszudrücken, zeigte sich im Largo des "Winters" aus den "Vier Jahreszeiten" von Antonio Vivaldi, in dem die Violinen Regen- oder Schneefall klanglich nachempfanden. Tragisch-pathetisch erklangen im Satz "Andante con moto" aus Franz Schuberts "Symphonie Nr. 4 c-Moll" "Die Tragische" lange, Nachdenklichkeit assoziierende Noten mit einem Schuss Dramatik durch zunehmende Lautstärke und Dynamik. Den tänzerisch-wiegenden Ausdruck des darauf folgenden Menuettos begleitete Frissen mit ebensolchen ausschweifenden Arm-Bewegungen in direkter Korrespondenz mit den Akteuren.

Ein Beispiel für ein kompositorisches Meisterwerk, das Weltbekanntheit erlangte, stellte abschließend der "Hochzeitsmarsch" aus dem "Sommernachtstraum" von Felix Mendelssohn-Bartholdy dar. Das Orchester brachte es bravourös dar und verschenkte die erfrischende Polka "Bahn frei" von Eduard Strauss als Zugabe.

Quelle: RP
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