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Wegberg
Nah an Ursprüngen des Surrealismus

Wegberg: Nah an Ursprüngen des Surrealismus
Künstler Willi Rzeppa (Mitte) fachsimpelte mit Volksbank-Direkor Dr. Veit Luxem (r.) und Michel Saran (l.), der die Einführungsrede hielt, über die unterschiedlichen Werke. FOTO: Jürgen Laaser
Wegberg. Werke von Willi Rzeppa aus Waldfeucht-Haaren sind zurzeit in der Wegberger Filiale der Volksbank zu sehen. Der Künstler unterrichtete von 1979 bis 2015 an der Wegberger Realschule Sport und Kunst. Von Willi Spichartz

"Willi Rzeppa war Surrealist, als er 1976 eine schöpferische Pause von 20 Jahren einlegte. Und wir sehen an den Werken hier, dass er immer noch Surrealist ist, heute eher noch näher an den Ursprüngen des Surrealismus' ist, wie er von Juan Miró und vor allem Max Ernst definiert und ausgeführt wurde - orientiert am Unterbewusstsein im Sinn von Siegmund Freud." Michel Saran, sich im selfkäntischen Millen heimisch fühlender Künstler-Kunstlehrer, sprach über seinen früheren Schüler Willi Rzeppa zur Eröffnung einer Ausstellung in der Wegberger Filiale der Volksbank Erkelenz.

Dass der Ausstellungsort kein Zufall ist, machte in seiner Begrüßung einer guten halben Hundertschaft Kunstinteressierter Volksbank-Vorstandschef Dr. Veit Luxem deutlich, denn Willi Rzeppa unterrichtete von 1979 bis 2015 an der Wegberger Edith-Stein Realschule Sport und Kunst. In allen Hinsichten sei der renommierte Künstler Michel Saran der richtige Erklärer und Deuter des Schaffens von Willi Rzeppa, denn Saran habe als dessen Lehrer am Kreisgymnasium Heinsberg das Interesse an Kunst, an Malerei, Grafik und Bildhauerei, geweckt und zum eigenen Schaffen angeregt.

"Künstler ist nur einer, der aus der Lösung ein Rätsel machen kann!" Den österreichischen Autor Karl Kraus (1874 - 1936) zitierte Michel Saran, um Willi Rzeppas Ausdrucksformen zu beschreiben, die unter anderem Firnis-Überzüge sowohl auf Bildern wie auf Skulpturen nutzen, um Distanz zu schaffen zwischen Objekt und Betrachter, so wie auch ein Glasrahmen wirkt. Und das mit einem Können, das aus der gründlichen Ausbildung an der RWTH in Aachen rührt, und das dem Titel der Ausstellung "Figürliches - reduziert und verborgen" die inhaltliche Berechtigung gibt.

Dr. Veit Luxem machte in seiner Begrüßung deutlich, dass die Volksbank Erkelenz gerade als genossenschaftliches Geldinstitut auch der Kultur vor Ort verpflichtet ist, "die sich nicht in Euro und Cent bemessen" lasse. Entsprechend erhielt Willi Rzeppa angesichts von Leit-Zinsen auf Nullniveau als Gastgeschenk ein Kistchen mit Flaschen, deren Inhalte "nicht unter zehn Prozent" lagen.

Traditionell haben Ausstellungseröffnungen bei der Volksbank einen musikalischen Teil, den nun der Hückelhovener David Braun von der zweiköpfigen "Jazzlounge" bestritt, indem er vor allem Latin-Jazz-Standards auf der akustischen Gitarre, elektrisch verstärkt, spielte, die einen Rundgang an den Werken in der Bank-Schalterhalle richtig "rund" werden ließ. Der Waldfeucht-Haarener Willi Rzeppa nutzte den dezenten musikalischen Hintergrund in der Volksbank-Filiale, um seine "abstrahierenden" (Saran) Techniken mit Spachtel, Stift und Pinsel, häufig auf Beton-Schaltafeln, zu erläutern. Bilder und Objekte tragen keine Namen, lediglich Nummern und Preisschildchen.

Quelle: RP
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