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Wegberg
Neubauplan für Feuerwache stockt

Wegberg: Neubauplan für Feuerwache stockt
Wegbergs Feuerwehrleute sind tief enttäuscht. Sie hatten gehofft, dass der Stadtrat den Weg freimacht zum Bau der neuen Feuerwache. Doch es kam anders. FOTO: Jürgen Laaser (Archiv)
Wegberg. Der Stadtrat bremst die Planung zum Bau einer neuen Feuerwache am Grenzlandring aus. Feuerwehrchef Gisbertz und seine Kameraden sind tief enttäuscht. Bürgermeister Michael Stock übt heftige Kritik an der "Mehrheitsopposition". Von Michael Heckers

Feuerwehrchef Dietmar Gisbertz war außer sich: "Die Feuerwehr ist maßlos enttäuscht über die mehrheitliche Abstimmung zum Bebauungsplan für die neue Feuerwache Wegberg. Der Bebauungsplan wurde in seiner Form leider von den meisten Fraktionen, allen voran die CDU, in seiner jetzigen Form abgelehnt. Die Gründe sind für die vielen Feuerwehrkameraden nicht nachvollziehbar", sagte er und veröffentlichte seine Meinung noch am selben Abend im Internet. Zuvor hatten 22 Feuerwehrleute, die sich im Wegberger Rathaus auf grünes Licht zum Bau der Feuerwehrwache gefreut hatten, unter stillem Protest den Sitzungssaal verlassen. Auch Bürgermeister Michael Stock und die Verwaltungsspitze sind tief enttäuscht.

Seit 2012 wird in Wegberg der Bau einer neuen Feuerwache am Grenzlandring/Maaseiker Straße geplant. Die alte Wache an der Venloer Straße von 1978 gilt als marode. Technik und Platzverhältnisse sind nicht mehr zeitgemäß, das Mobiliar ist teils schrottreif, es soll sogar Mängel beim Brandschutz geben. Die Stadtverwaltung hatte in den vergangenen vier Jahren in Zusammenarbeit mit einem Fachbüro Pläne für eine neue Feuerwache an der Maaseiker Straße ausgearbeitet (unsere Redaktion berichtete), Standorte und Alternativen geprüft und Pläne offen ausgelegt. Um die notwendigen politischen Beschlüsse vorzubereiten, berief Bürgermeister Stock den Arbeitskreis "Feuerwehr-Investitionen" ins Leben. Der Arbeitskreis besteht aus Mitgliedern der Verwaltung, des Rates und der Führung der Feuerwehr und tagte in den vergangenen Monaten mehrfach.

Am Dienstagabend sollte der Stadtrat die Verwaltung schließlich beauftragen, Planungsrecht zu schaffen, damit die neue Feuerwache in den Jahren 2018 bis 2020 gebaut werden kann. So sah es jedenfalls der Beschlussvorschlag der Verwaltung vor. Doch es kam anders. Die CDU bezeichnete den Bau der neuen Feuerwache ebenso wie die Erweiterungen und Modernisierungen der Feuerwehrgerätehäuser in Klinkum und Moorshoven zwar als notwendig und "erklärten Willen der CDU", verhielt sich in der Abstimmung aber konträr. Noch hatte sie zu viele Fragen und Bedenken, um Planungsrecht zu schaffen. Durch den Beschluss würden mögliche Baugrenzen zu früh festgelegt, gab CDU-Fraktionschef Georg Gellissen zu bedenken, das könne besonders dann, wenn sich noch ein Investor findet, der das Projekt im Rahmen einer Public-private-Partnership (PPP) verwirklichen möchte, problematisch werden. Technischer Beigeordneter Rudolf Fabry widersprach dieser Darstellung, dennoch blieb die CDU bei ihrer Haltung und stimmte mit FDP und der Wählergemeinschaft Aktiv für Wegberg/AfW (insgesamt 20 Stimmen) gegen die Beschlussvorlage. SPD, Grüne und Freie Wähler wollten der Verwaltung hingegen den Auftrag erteilen, Planungsrecht zu schaffen, blieben aber mit 15 Stimmen in der Minderheit.

Bürgermeister Michael Stock zeigte sich nach der Ratssitzung enttäuscht über das Abstimmungsverhalten der "Mehrheitsopposition", wie er sich ausdrückte. Damit seien vier Jahre Planungsarbeit im Wert von rund 40.000 Euro mal eben vom Tisch gefegt worden. "Wir haben im Vorfeld alles mehrfach detailliert besprochen, nie gab es Bedenken. Und wenn es dann darauf ankommt, wird plötzlich eine Reihe von Fragen aus dem Hut gezaubert und alles blockiert", sagte Stock. Am Tag nach der Ratssitzung redete der Verwaltungschef Klartext, vor allem in Richtung CDU: "Wenn man den Schmerz aus der verlorenen Bürgermeisterwahl immer noch nicht verwunden hat oder aus Sorge vor meiner möglichen Wiederwahl nicht möchte, dass ich als Bürgermeister im Jahr 2020 eine neue Feuerwache eröffne, sollte man offen darüber reden, aber man sollte keine Entscheidung treffen, die zu Lasten der Bürger unserer Stadt und der vielen Ehrenamtler geht, die rund um die Uhr ehrenamtlich den Brandschutz in Wegberg sicherstellen."

Die Verwaltungsspitze wird nun beraten, wie es nach dem Beschluss weitergeht. "Wir haben ja mit Blick auf die neue Feuerwache noch nicht mal einen Arbeitsauftrag erhalten", sagte Stock, der fest entschlossen ist, das Projekt weiter voranzutreiben, obwohl der Stadtrat ein gegenteiliges Signal gesendet hat. Für die Erweiterungen der Gerätehäuser in Klinkum und Moorshoven gab der Rat hingegen grünes Licht.

Quelle: RP
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