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Wegberg
Neue Kompetenz für Wegberger Oval

Wegberg: Neue Kompetenz für Wegberger Oval
Gaben den Startschuss für die neue geodätische Referenz- und Eichstrecke (v.l.): Helmut Greif, Michael Stock, Olaf Ludwig, Martin Pölöskey und Otmar Schuster. FOTO: UWE HELDENS
Wegberg. Auf dem Siemens-Gelände wurde die neu errichtete geodätische Referenz- und Eichstrecke des Kreises Heinsberg eröffnet. Mit ihr können Positionsgeber wie Galileo- und GPS-Geräte dynamisch getestet und validiert werden. Von Nicole Peters

Zunächst stellte Diplom-Ingenieur Martin Pölöskey den Anwesenden aus Forschung, Wissenschaft und Politik die neue technologische Errungenschaft in einem Vortrag zusammenfassend im Listzentrum vor. Eine feierliche Eröffnung der geodätischen Referenz- und Eichstrecke sollte im Weiteren folgen, bevor es zu Workshops überging, in denen einige Projektergebnisse und Nutzungsmöglichkeiten detaillierter vorgestellt, bewertet und diskutiert wurden. Geodäsie ist die Wissenschaft von der Ausmessung und Abbildung der "Erdoberfläche".

Mit der einzigartigen Einrichtung können nun Positionsgeber wie Galileo- und GPS-Geräte auch dynamisch getestet und validiert werden. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, um das reale Verhalten der Systeme beim Einsatz in Fahrzeugen zu analysieren, erfuhren die Zuhörer. Unter den Gästen befanden sich Ernst Kremers stellvertretend für Landrat Stephan Pusch, Wegbergs Bürgermeister Michael Stock sowie Technischer Beigeordneter Rudolf Fabry und Theo Schmitz, Geschäftsführer der Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (SEWG).

"In der Fahrzeugtechnik werden in den Bereichen Rail und Automotive zunehmend Positionsbestimmungen mit hoher Genauigkeit benötigt", sagte Pölöskey, "wir möchten alle Synergien nutzen und sie zu neuen Lösungen und Produkten vorantreiben." Im Einzelnen stellte er Bauweise und Bestandteile der Strecke, für die eine vorhandene, geodätisch hochgenau vermessene Schienenschleife des Prüf- und Validationcenters Wildenrath (PCW) genutzt wurde, vor. Sechs Beobachtungspfeiler seien auf festen Fundamenten aufgestellt und Messgeräte darauf befestigt worden. Eine elektrische Draisine diene als Geräteträger: So sei eine Referenzstrecke entstanden, bei der die Fahrt eines Fahrzeugs auf den Schienen sehr exakt verfolgt und aufgezeichnet werden kann.

Es könnten unter diesen Voraussetzungen die Verfahren zur dynamischen Untersuchung von Ortungssystemen vorangetrieben und die Entwicklung neuer Produkte und Anwendungen angestoßen werden. Ein wichtiges Anliegen der Projektpartner ist es zukünftig, dass die Strecke auch vielfältig genutzt wird. Forschung, Mittelstand und Industrie sind eingeladen, die Anlage für ihre Projekte zu nutzen.

So gebe es etwa vonseiten der RWTH Aachen die Anregung, die vorhandene Technologie mit der Erprobung der Systemsteuerung von Drohnen zu kombinieren, fügte Diplom-Ingenieur Olaf Ludwig am Rande an.

Im Zuge der feierlichen Eröffnung hatten die Besucher dann die Möglichkeit, Fahrten des Transportwagens auf einem Streckenabschnitt zu beobachten. In den letzten anderthalb Jahren war die Infrastruktur im Rahmen des EU-geförderten Projekts "Galil-EU" aufgebaut und ein Kompetenz-Center zum Betrieb der Referenzstrecke gegründet worden.

Quelle: RP
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