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Wegberg
Offene Musikbühne in der alten Ölmühle

Wegberg. Detlef Tanz ist als Glasgestalter über die Region hinaus bekannt. Als Bluesfan und ambitionierter Amateurmusiker lädt er nun zu Musikabenden unter dem Motto "Mühlenblues" in sein Atelier ein. Den Auftakt mach er selbst im "Trio+". Von Angelika Hahn

Eine neue Facette im kulturellen Angebot der Region will Detlef Tanz mit einer Musikreihe setzen, die gleich in mehrerer Hinsicht von üblichen Konzerten abweicht: "Mühlenblues" lautet ihr Titel. Damit knüpft Tanz zwar an Musikabende an, die er vor drei Jahren schon einmal anbot. Aber diesmal soll es neue Akzente geben.

Den eher vordergründigen setzt das malerische Ambiente in der historischen Tüschenbroicher Ölmühle, in der Tanz mit seiner Partnerin Martina Zilles seit einigen Jahren lebt und ein Atelier für Glaskunst betreibt (die RP berichtete). Anders als damals will Tanz die Musikreihe viel offener gestalten, will sowohl in thematischen Abenden unterschiedliche Musikgenres anbieten, als auch Musikern vom Profi bis zum ambitionierten Amateur ein Forum für spontane Auftritte bieten: also eine Art "offene Bühne", wie man sie in Deutschland allenfalls von Jazzlokalen in Großstädten kennt. Ideen sammelte Tanz bei vielen beruflich bedingten Reisen ins Ausland.

Projekte seiner Glasmanufaktur in Ratheim - dazu zählten Gestaltungsaufträge etwa für die Elbphilharmonie Hamburg, das British Museum in London oder das Parlamentsgebäude in Barcelona - führten Tanz und seine Partnerin Martina Zilles in alle Welt, sogar schon nach Shanghai. Immer zog es den leidenschaftlichen Amateurmusiker - der als Jugendlicher intensiv Geige lernte, sich später auch Saxophon und Bluesharp (Mundharmonika) autodidaktisch aneignete - in die Musikkneipen und Szene-Hotspots, wo sich Musiker und Musikfreunde unterschiedlicher Richtungen treffen. "Da erleben Sie den Orchestermusiker, der gleichsam nach Dienstschluss noch mal in die Kneipe einschwenkt und sich zum spontanen Auftritt überreden lässt", erzählt Tanz. Aber auch einen älteren Herrn etwa erlebte er, der zum Pianosolo die Bühne betrat und alle verblüffte. Auch Tanz selbst mischt sich gern unter Akteure, die sich zu spontanen Ensembles versammeln. Denn immer hat er seine Bluesharp im Gepäck, in Szenelokalen in Shanghai oder Norwegen hat er schon mitgejazzt.

Aber man braucht nicht Stunden zu fliegen, um gelungene Beispiele zu finden, denen Tanz' "Mühlenblues" nacheifern will: Die Musikcafés in Lüttich ("Les Olivettes") oder Falkenburg ("Café Classic") sind für ihn Beispiele dieser offenen Musikkultur. "Mühlenblues", so der Initiator, soll keineswegs nur Jazz und Blues bieten, sondern auch Klassik, Chanson, "Weltmusik", auch Programme von Literatur/Lyrik & Musik hält Tanz für möglich.

Drei Konzerte sind terminiert: Zum Auftakt am Samstag, 30. Januar, ab 19.30 Uhr spielt Tanz selbst mit seinen Freunden Thomas Hübner aus Dormagen (Saxophon) und Eckart Krause (Piano) aus Wassenberg im "Trio+" - das Plus steht dabei für die Gäste Manfred Doering (Tenorsax) und Reiner Hübner (Bass), die aus Köln und Wilhelmshaven anreisen. + stehe eben auch für die Offenheit des Trios, zu dem sich gerne weitere Musiker hinzugesellen können, sagt Tanz.

Kontrastprogramm dann am 28. Februar: Die niederländisch Opern- und Konzertsängerin Severine Joordens, am Klavier begleitet von Pianistin Hilde Ubben, zeigt bei "Mühlenblues goes classic" eine weitere Facette der Musikreihe. Joordens ist im Kreisgebiet auch als Musikschuldozentin und Chorleiterin bekannt. Am 13. März wird dann noch einmal das Trio+ in die Ölmühle einladen. Weitere Termine für Sommer und Herbst sind in der Planung.

Die Eintrittspreise der Mühlenblues-Reihe sollen moderate 5 bis 8 Euro betragen. Für den Getränkeservice sorgt die Firma Weinquelle.

Quelle: RP
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