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Wegberg
Offene Tür für die Kunst im Alten Kloster

Wegberg: Offene Tür für die Kunst im Alten Kloster
Besucher betrachten im Eingangsbereich des Alten Klosters das Bild "Provence" von Ingrid Pusch in der Ausstellung "Einblicke 2016". FOTO: Jürgen Laaser
Wegberg. Die zehn in der Atelieretage des früheren Wegberger Karmeliterklosters beheimateten Künstler gaben in ihrer Schau "Einblicke 2016" einen Überblick über ihre aktuellen Arbeiten. Ein Rundgang mit facettenreichen Eindrücken. Von Nicole Peters

Die herzliche offene Gastgeberkultur der beteiligten Künstler zeigte sich den Besuchern bereits beim Betreten des Innenhofes des ehemaligen Karmeliterklosters: Der Treppenaufgang war mit Leuchtgirlanden geschmückt und ein roter Teppich zwischen Herbstblättern ausgerollt. Feierlich gestimmt bot sich den Gästen mit Betreten des Gebäudes die Möglichkeit, die Jahresausstellung "Einblicke 2016" der zehn Künstler der Atelieretage in Fluren, im Treppenhaus und in den ehemaligen Klosterzellen anzuschauen und mit den Künstlern ins Gespräch zu kommen.

Zehn Künstler aus der Region arbeiten im ehemaligen Karmeliterkloster am Rathausplatz 6 und stellen ihre Werke regelmäßig aus.

Als Einstimmung auf die Martinszeit war die aktuelle Schau geplant. Seit dem Jahr 2008 sind die Kunstschaffenden der Bereiche Malerei, Grafik und Objekt in den Räumlichkeiten beheimatet und bereichern mit vielen Veranstaltungen das kulturelle Leben in der Region.

Die Aufmerksamkeit zog bei Eva-Stefanie Mosburger-Dalz etwa die malerische Darstellung eines sich innig umarmenden Paares auf sich. Skizzenhaft hatte sie die Konturen der Figuren festgelegt und sie vor einem sich zu den Seiten verflüchtigenden Hintergrund porträtiert.

Unter anderem Landschaften stellte Petra Plum, die neu zur Gemeinschaft dazu gekommen ist, aus: mal flächig mit kräftigen warmen Farben gemalt, mal winterlich pastellfarben oder weitgehend abstrahiert mit viel Raum für eigene Interpretationen.

Ingrid Pusch wandte sich mit Gemälden vor allem den Farbfeldern grau-blau oder lila-blau zu - in ihrem Atelier zeugten weitere Werke vom Einfluss eines Hockers mit grüner Oberfläche auf die Farbwahl. Immer mit dünnen Marmormehl-Schichten gestaltete Ulrike Kotlowski ihre Bilder. "Freistil" war auf einem zu lesen, für das sie auch Neonsprühfarben benutzte. Einen Papierausdruck und figürliche sowie ungegenständliche Malerei hatte sie im Werk "Love Me Do" zusammengefügt. Brigitte Uhrmacher zeigte mit viel Farbmaterial und schneller Auftragsweise gefertigte Malerei: Sie hat darin Impulse aus einer Studienwoche beim renommierten Künstler Markus Lüpertz umgesetzt.

Eindrücke einer Reise nach Perucci in Italien hatte Johannes Donner mit dem Einfügen von Etruskerschrift in die vorwiegend monochrom und flächig gearbeiteten Fresken einfließen lassen.

Johann Wittmann erschuf mit Ölfarben eine durchdachte Gruppenanordnung von Schafen und mit Acrylfarben die Darstellung einer Menschenmenge, in der alle Kopfbekleidungen trugen und er die Gesichtszüge der Einzelnen individuell charakterisiert ausarbeitete. Eine Landschaft in grasgrün mit verschwommen angedeuteten blühenden Pflanzen im Hintergrund sowie die Studie einer großwüchsigen Graspflanzenart hatte Karin van Zoggel in leuchtender bewegter Farbigkeit festgehalten.

Beate Bündgen stellte beispielsweise Drucke von Musen des Olymps, herbstliche Druckmotive und Wachscollagen aus. Und Ursula Kempf gab Einblicke in ihre Malerei, die von den Farben, den Strukturen, dem Kontrast zwischen Linie und Fläche und dem Klang der Farben lebt.

Insgesamt ein aufschlussreicher, begeisternder Rundgang zu einer Vielzahl von Stilen und Techniken, der erst mit Verlassen des Innenhofes abgeschlossen war.

Quelle: RP
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