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Wegberg
Oldtimerspaß auf zwei Rädern

Wegberg: Oldtimerspaß auf zwei Rädern
Dagmar Hansen, Ehemann Rolf Kleinheuer und Sohn Kai auf ihren italienischen Zweirädern Cardellino, Ziggolo (98 ccm, 4 PS von 1954) und Trotter. FOTO: RP-Foto
Wegberg. Familie Kleinheuer/Hansen ist im Moto-Guzzi-Fieber: Eltern und Sohn besitzen antike Einzylinder-Maschinen, mit denen sie genussvoll Ausfahrten machen. Darüber hinaus teilen sie in einem Club ihre Leidenschaft mit anderen Fans. Von Nicole Peters

Bereits vor vielen Jahren war Ehemann Rolf Kleinheuer vom Moto-Guzzi-Erreger erfasst worden. Im Jahr 1991 legte er sich die 1000 Kubikzentimeter große Moto-Guzzi-Reisemaschine "California 3" zu und reiste 1996 damit bis nach Mandello del Lario (Comer See). Die italienische Firma feierte damals ihren 75. Geburtstag, und Fahrer aus ganz Europa besuchten aus diesem Anlass das dortige Museum und Werk. Ehefrau Dagmar Hansen lernte ihren Mann in jenem Jahr kennen, entdeckte ihre Leidenschaft für die Oldtimer der italienischen Firma aber erst vor vier Jahren. Zu ihrem 50. Geburtstag schenkte ihr Mann ihr das Zweirad "Cardellino", Baujahr 1955, 64 Kubikzentimeter groß und mit zwei PS ausgestattet. Seit Sohn Kai das Mofa "Moto Guzzi Trotter" aus dem Jahr 1964 sein eigen nennt, hat es die ganze Familie erwischt.

Die Erwachsenen unternehmen genussvoll Ausfahrten in der Umgebung und der Junior auf gesichertem Gelände, wobei er sehnsüchtig darauf wartet, endlich 15 Jahre alt zu werden, damit er auf der Straße fahren darf. Dagmar Hansen ist vor allem von der alten Technik fasziniert, erzählt sie. Sie ist Freundin von alten Uhren und mag es, wenn zu sehen ist, wie alle Bestandteile arbeiten. Um die Geschwindigkeit geht es bei diesem Hobby weniger. "In meinem Zweirad ist ein ganz winzig kleiner Motor", sagt sie lachend, "mit Rückenwind erreiche ich während der Bergabfahrt 70 Stundenkilometer, da kommt man schon bei 50 oder 60 Stundenkilometern in einen Geschwindigkeitsrausch." Das Fahren habe sie als eingefleischte Fahrradfahrerin erst lernen müssen. Ihre "alte Dame", wie sie das Zweirad liebevoll nennt, hat keinen Kick-Starter und muss deshalb zum Starten angetreten werden. Zudem muss die Fahrerin aufgrund fehlender Blinker während der Fahrt Handzeichen geben. "Und bei einer der ersten Ausfahrten ist mir die Maschine an einer Kreuzung vor Arsbeck ausgegangen", erinnert sich die Dalheimerin an die Anfänge. Die Strecken seien im Laufe der Jahre immer länger geworden und heutzutage führen sie gerne bis zum Braunkohleabbaugebiet oder in der Gegend hinter Geilenkirchen.

Die Familie ist zudem Mitglied im Falcone-Club, der regelmäßig Treffen für Moto-Guzzi-Fans in Deutschland organisiert. Oldtimertreffen in Belgien und den Niederlanden besuchen sie auch. Dabei seien die Besucher vornehmlich Männer ab 50 mit technischen Hintergrund. "Frauen und Jugendliche sind eher eine Ausnahme - Beifahrerinnen gibt es schon, aber seltener weibliche Fahrerinnen", meint sie. Trotzdem sei sie voll akzeptiert.

Ehemann Rolf geht bei seinem Interesse für die italienischen Zweiräder noch einen Schritt weiter. Als Kfz-Meister liebt er es, an alten Motorrädern zu schrauben und sie fachmännisch zu restaurieren. Inzwischen besitzt er ein paar mehr oder weniger vollständig wiederhergestellte Oldtimer-Stücke.

Quelle: RP
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