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Analyse
Orte der Einkehr und Hoffnung

Orte der Besinnung im Erkelenzer Land
Orte der Besinnung im Erkelenzer Land
Erkelenz. Worte zum Osterfest Diakon René Brockers aus Uevekoven schreibt über die Kapellchen im Erkelenzer Land. Sie können bei einem Osterspaziergang zu Orten der Besinnung werden. Von Diakon René Brockers

Sie prägen das Landschaftsbild unserer Heimat maßgeblich mit. Kleinere und größere Kapellen am Wegesrand und in den Dörfern. Meist vor Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten liebevoll in überwiegender Eigenleistung unter hohem materiellen und finanziellen Aufwand errichtet, zeugen sie von einer tiefen Volksfrömmigkeit unserer Vorfahren.

Ihnen bedeutete es sehr viel, einen Ort in ihrer unmittelbaren Nähe zu haben, an dem sie ihren christlichen Glauben an den dreifaltigen Gott zum Ausdruck bringen konnten. Ihre Freude und Hoffnung, ihre Trauer und Angst trugen sie hier im Gebet immer wieder vor Gott und brachten ihr Gotteslob in unterschiedlichen Gottesdienstformen dar.

In der heutigen Zeit sind uns diese kleinen Gotteshäuser in besonderer Weise anvertraut. Zum einen, um diese Schmuckstücke zu hegen und zu pflegen und für zukünftige Generationen zu erhalten. Zum anderen dürfen aber auch wir ganz persönlich in diese Kapellchen unserer Nachbarschaft immer wieder einkehren, um dort die Begegnung mit dem lebendigen Gott zu suchen und zu erfahren. Ich selbst weiß, wie wohltuend es von Zeit zu Zeit sein kann, den Alltag für ein paar Minuten einmal hinter sich zu lassen, eine Kerze zu entzünden und in Stille einfach vor Gott da zu sein. Ich glaube, dass wir in so einer kleinen "Auszeit" etwas finden können, was uns die oft hektische Welt nicht bieten kann. Wo wir den Alltagslärm einmal ganz bewusst hinter uns lassen, kann uns die Stille ansprechen. Wo das laute Gerede um uns herum einmal kein Gehör findet, kann uns plötzlich ein Gedanke erreichen, der unser Herz berührt und uns neue Kraft schenken kann.

Zu solchen Auszeiten lädt uns auch der Text eines Kirchenliedes von Gerhard Krombusch immer wieder ein: "Zeit für Ruhe, Zeit für Stille, Atem holen und nicht hetzen, unser Schweigen nicht verletzten. Lasst uns in die Stille hören." Wir feiern in diesen Tagen Ostern, das Fest der Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Auf diesem Ereignis beruht unser ganzer christlicher Glaube. Seit nahezu 2000 Jahren haben wir Christen die Hoffnung, dass dadurch auch uns ein Leben über den Tod hinaus bei Gott eröffnet wurde. Als Zeichen dieser Hoffnung und Zuversicht wurden auch die vielen Kapellen errichtet. Ich lade Sie herzlich ein, diese Glaubensorte in ihrer Nähe bei einem Osterspaziergang einmal zu besuchen, sich auf diese frohe Botschaft zu besinnen und neu bewusst werden zu lassen. In diesem Sinne: Frohe und gesegnete Ostern!

Quelle: RP
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