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Wegberg
Pfarrei St. Martin: "Ein tragfähiges Konzept erarbeitet"

Wegberg. Wegbergs Pfarrer Huu Duc Tran reagiert auf Kritik am KIM-Prozess und weist den Vorwurf der Geheimhaltung zurück. Von Michael Heckers

Nachdem der Prozess des kirchlichen Immobilienmanagements (KIM) in der Pfarrei St. Martin in Beeck für heftige Irritationen sorgte (unsere Redaktion berichtete), hat Wegbergs Pfarrer Franz Xaver Huu Duc Tran am Wochenende eine ausführliche Stellungnahme vorgelegt. "Die KIM-Projektgruppe hat intensiv, auch kontrovers diskutiert, blieb aber immer an der Sache orientiert und hat ein für unsere Pfarrei St. Martin tragfähiges Konzept erarbeitet", heißt es darin.

Das Ziel des KIM-Prozesses sei vom Bistum Aachen vorgegeben: Künftig werden Sanierungs- und Reparatur-Zuschüsse für ein Drittel der pastoral genutzten Gebäude nicht mehr gezahlt. Sieben Mal hat sich die KIM-Projektgruppe seit September 2015 zu Arbeitssitzungen getroffen. Das erarbeitete Ergebnis ist nach Angaben von Pfarrer Tran seitens des Bistums genehmigt und den Mitgliedern der Ortsausschüsse vorgestellt worden.

In Beeck allerdings sind einige Ehrenamtler damit nicht einverstanden. Sie beklagen, dass in ihrem Ort nun rund 30.000 Euro jährlich gespart werden müssen, in Wegberg aber beispielsweise nur 228 Euro. Außerdem vermissten sie ein Mitspracherecht, empfanden den Prozess als "nicht transparent" und kritisierten die Zusammensetzung der Projektgruppe.

Die Projektgruppe wurde laut Pfarrer Tran von Bistumsseite her begleitet durch Pfarrer Rainer Gattys (Beratung und Moderation), Bernd Wolters (Pastorale Aspekte) und Guido Pohl (Technische Beratung). Weitere Informationsveranstaltungen für die Pfarrei und in den Filialgemeinden seien in Planung. Pfarrer Tran bedauert, "dass derzeit Teile des KIM-Ergebnisses dargestellt, öffentlich diskutiert und bereits veröffentlicht werden, so dass es unnötigerweise zu Irritationen und Missverständnissen kommen kann". Aus diesem Grund liege ihm daran, jetzt über den KIM-Prozess und das Ergebnis zu informieren. Bei der Zusammensetzung der KIM-Projektgruppe seien für ihn folgende Kriterien entscheidend gewesen: Die Teilnehmer sollten eine Nähe zu Finanzen, Bau und Liegenschaften haben und Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat sollten in ausgewogener Zahl der Gruppe angehören. Außerdem sollten alle ehemaligen Pfarreien vertreten und die Projektgruppe von der Größe her arbeitsfähig sein.

Die Eckpunkte des Pastoralkonzeptes St. Martin seien von der KIM-Projektgruppe berücksichtigt worden und in ihren Vorschlag eingeflossen. "Das bedeutet, dass derzeit keine Kirche geschlossen wird, dass vor Ort auch zukünftig lebendige Gemeinde gelebt werden kann, dass deshalb in jeder Gemeinde wenigstens ein Ort auch in der Bistumsförderung bleiben muss, wo die Glaubensgemeinschaft sich versammeln kann, um beispielsweise Gottesdienst zu feiern", teilt Pfarrer Tran mit. Zentrum der Pfarrei St. Martin sei die Pfarrkirche mit dem Pfarramt in Wegberg. "Wegberg muss die ,zentrale Absicherung' gewährleisten für jede mögliche zukünftig denkbare weitere Entwicklung."

Pfarrer Tran weist darauf hin, dass der Vorschlag der KIM-Projektgruppe dem Pfarrgemeinderat und dem Kirchenvorstand von St. Martin vorgestellt worden sei. Alternative Vorschläge seien in keinem der beiden Gremien gemacht worden. Der Pfarrgemeinderat habe mit großer Mehrheit dem Kirchenvorstand als Entscheidungsgremium vorgeschlagen, dem Konzept zuzustimmen. Diesem Votum sei der Kirchenvorstand mit deutlicher Mehrheit gefolgt und habe am 3. Mai dazu den Beschluss gefasst. Die kirchenaufsichtliche Genehmigung durch das Bistum Aachen sei am 27. Mai bei der Pfarrei St. Martin eingegangen. "Ich habe zeitnah alle Ortsausschüsse der Pfarrei St. Martin eingeladen und sie am 22. Juni umfassend informiert", teilt Pfarrer Tran mit. Einige Mitglieder hätten kritisiert, dass sie nicht früher, das heißt vor der Entscheidung der beiden Gremien und des Bistums eingebunden worden seien. "In der Gestaltung des Prozesses sind wir den Empfehlungen des Bistums gefolgt", heißt es. Die Projektgruppe sei so zusammengesetzt, dass alle Filialgemeinden vertreten waren. Die Mitglieder von Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand seien die gewählten Vertreter und Verantwortungsträger für St. Martin.

Im Treffen mit den Ortsausschüssen habe er zugesagt, zeitnah auch eine Informationsveranstaltung für alle Pfarrangehörigen, die sich für die Ergebnisse des KIM-Prozesses interessieren, anzubieten, ebenso für die Filialgemeinden, soweit gewünscht, teilt Tran weiter mit. Auch die Presse sollte umfassend informiert werden. "Bei der Terminierung dieser Infoveranstaltung für alle Pfarrangehörigen möchte ich die Urlaubszeit berücksichtigen, damit niemand - aus diesem Grund - von einer Information aus erster Hand ausgeschlossen ist." Der Zeitpunkt der Informationsveranstaltungen für die Filialgemeinden könne jederzeit mit ihm abgestimmt werden.

Quelle: RP
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