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Wegberg
Projekt "PiPaPo": Wer lachen kann, der ist noch wer

Wegberg. Mit ihrem außergewöhnlichen Clown-Projekt ist Diana Lennertz unterwegs in den Häusern der Heinrichs Gruppe unterwegs.

Wenn Diana Lennertz vom SZB Wegberg in ihre neue Dienstkleidung schlüpft, verändert sie sich nicht nur äußerlich, sie fühlt sich auch anders. Die 51-Jährige leitet normalerweise den Sozialtherapeutischen Dienst im Haus an der Freiheider Straße in Wegberg - seit September 2016 ist sie auch mit ihrer Clown-Gruppe "PiPaPo" in den Häusern der Heinrichs Gruppe unterwegs und hat nun die Bewohner der Pro8 Kückhoven besucht.

PiPaPo möchte mit seinen Besuchen - gerade bei den an Demenz erkrankten Menschen - Emotionen wecken. "Normalerweise plane ich im Sozialtherapeutischen Dienst Aktivitäten und Ausflüge für unsere Bewohner", erzählt Diana Lennertz. "Aber das Wort ,Programm' muss ich bei PiPaPo streichen." Bei den Begegnungen mit ihr als Clown müssen die Bewohner nichts und dürfen alles: lachen, weinen, singen und auch schweigen. "Wir verfolgen kein Ziel, es geht um die Begegnung selbst. Die Bewohner sollen sein, wie sie sind." Zu Beginn steht für Diana Lennertz und ihre Kolleginnen Astrid Dorda und Silke Wimmers die Beobachtung im Vordergrund. "Wir zwingen uns nicht auf, sondern erspüren, was vom Bewohner gewünscht ist." Das kann ein Lächeln oder ein aufmerksamer Blick sein. Manche Bewohner wollen in den Arm genommen werden, andere fordern zum Tanz auf. Ein umfangreiches Equipment ist nicht erforderlich: Meist reicht die Verkleidung als Clown selbst schon aus; zur Ausstattung von PiPaPo gehören ansonsten noch Seifenblasen, bunte Tücher, Jonglierteller und ein Kazoo. "Wir sind mit allem pipapo unterwegs - daher unser Name."

Dass die Ansprechbarkeit für Emotionen selbst bei weit fortgeschrittener Demenz erhalten bleibt, nutzen Diana Lennertz und ihre Kolleginnen. "Zu sehen, wie die Bewohner strahlen und uns so nah sind, gibt uns ein zufriedenes und glückliches Gefühl, das mit Geld nicht zu bezahlen ist." Dank PiPaPo singen und lachen die Bewohner wieder. Und wer lachen kann, der ist noch wer.

Quelle: RP
 
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