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Radfahrer Manfred Ott fordert Umdenken
"Bäume gehören nicht mehr an die Straße"

Radfahrer Ott fordert Umdenken: "Bäume gehören nicht an die Straße"
Fahrradfahrer Manfred Ott (76) aus Wegberg hält es für falsch, dass entlang von Straßen und Radwegen Bäume gepflanzt werden. Der 76-Jährige ärgert sich über Radwegschäden, die durch Wurzeln verursacht wurden – wie beispielsweise am Ortsausgang von Gerderhahn. FOTO: Laaser, Jürgen
Wegberg. Fahrradfahrer Manfred Ott (76) aus Wegberg beklagt gefährliche Missstände entlang von Straßen und Radwegen. Er fordert Politiker und Straßenplaner zum Umdenken auf. Von Michael Heckers

Manfred Ott ist leidenschaftlicher Fahrradfahrer. "Das hält fit und ist gut für die Umwelt", sagt der 76-Jährige, der trotz seines fortgeschrittenen Alters fast täglich auf dem Fahrrad sitzt. Doch eine Sache stört den Wegberger seit Jahren: "Ständig lese ich in der Rheinischen Post von tödlichen Verkehrsunfällen, wo Bäume einen ursächlichen Zusammenhang aufweisen."

Ott fragt sich, warum die Straßenränder nicht deutlich häufiger mit pflegeleichten Sträuchern und Hecken bepflanzt werden. "Bäume gehören nicht mehr an die Straße", meint er. Wenn ein Fahrzeug von der Fahrbahn abkommt, wären die Folgen ohne Straßenbäume weit weniger dramatisch, ist Ott überzeugt.

Weil er viel mit dem Fahrrad unterwegs ist, kennt er viele Straßen, an deren Rändern Bäume stehen. Eine solche Planung hält er grundsätzlich für falsch. An vielen Stellen wachsen große Wurzeln unterhalb von Geh- und Radwegen und heben die Asphaltdecke oder Gehwegplatten an. Über genau dieses Problem, das gefährliche Stolperfallen zur Folge hat, wurde erst kürzlich im zuständigen Fachausschuss im Rathaus der Stadt Wegberg berichtet.

Manfred Ott kann deshalb nicht verstehen, warum auch entlang von neuen oder frisch sanierten Straßen und Radwegen Bäume gepflanzt werden, wenn doch absehbar sei, dass dies früher oder später zu Problemen führe. Als Beispiel nennt er die Radwege zwischen Grambusch und Kehrbusch (L46), zwischen Myhl und Altmyhl (K9), zwischen Birgelen und Schloss Elsum, am Ortseingang Golkrath (L364) und entlang der neuen "Selfkantautobahn", B 56 neu. Ott glaubt, dass der Mensch aus Sicht der Straßenplanung als Objekt gesehen wird, nicht als Geschöpf mit Würde und Seele: "Wie viele Tote müssen es noch sein, bevor unsere Straßen- und Landschaftsingenieure, aber auch unsere Volksvertreter im Kreis Heinsberg und auf Landesebene aus ihrem ,Dornröschenschlaf' aufwachen?"

Nach  Meinung von Manfred Ott wird der Schutz des Menschen im Straßenbau zu wenig berücksichtigt. Der Wegberger plädiert auch dafür, Radwege nicht mit glattem Asphalt anzulegen, sondern mit einer wasserdurchlässigen Fahrbahndecke. Das bietet seiner Meinung nach mehrere Vorteile, unter anderem ließe sich dadurch Glatteisbildung besser verhindern. Fürs Fahrradfahren sei dieser Belag geradezu ideal. "Wie gut das funktioniert, kann man sich beispielsweise am Radweg entlang der Rur anschauen", sagt Manfred Ott. "Wenn aber die althergebrachte Bauweise weiterverfolgt wird – ohne Windschutz und mit glatter Asphaltdecke – wird kein Autofahrer aufs Fahrrad umsteigen."

 
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