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Wegberg
Reges Treiben auf Violettas Puppenbühne

Wegberg: Reges Treiben auf Violettas Puppenbühne
Aufgrund eines Musikstudiums, eines Schauspielstudiums und ihrer Arbeit als Regisseurin im Theater steuert Eva Wieden alle Kenntnisse bei, um eine komplett handgefertigte Schauspielkunst zeigen zu können. FOTO: Jürgen Laaser
Wegberg. Seit 23 Jahren betreiben Eva und Wolfgang Wieden ein Figurentheater. Damit sind sie in ganz Deutschland unterwegs. 20 Stücke führt das Paar fest im Programm. Vor drei Jahren haben sie sich in Merbeck niedergelassen. Von Nicole Peters

Der Kasper fällt unter den Puppen auf dem Tisch am meisten auf. Positiv, versteht sich! Er trägt ein besonders dickes Grinsen auf dem Gesicht und ist mit roter langer Mütze, gestreiftem Kittel und gelber Hose zudem sehr bunt gekleidet. Zusammen mit Gretel mit den roten Zöpfen, dem freundlich dreinschauenden König und der betagten Großmutter war er tags zuvor im Stück "Wie der Kasper zählen lernte" in einem kleinen Theater in Solingen vor Kindern aufgetreten. Dabei hatte er neben einer anderen Puppe auf der Hand von Eva Wieden gesessen und sich ein wenig frech, tollpatschig und natürlich lustig präsentiert - ganz so, wie ihn die Kleinen lieben.

Seit 23 Jahren betreibt das Ehepaar Eva und Wolfgang Wieden das Figurentheater "Violettas Puppenbühne", mit sie auch die ganzen Jahre bundesweit in Kindergärten, Schulen und auf Festen unterwegs waren und nach wie vor sind. "Beim Spielen muss ich 45 Minuten lang die Arme oben halten", erklärt Autorin, Komponistin, Schauspielerin und Regisseurin Eva Wieden beim RP-Besuch. Dabei konzentriert sie sich ganz auf die Texte und den jeweiligen Charakter der Puppen. 20 Stücke führt das Paar fest im Programm. Insgesamt 36 hat es im Laufe der Tätigkeit produziert. Die inhaltliche Bandbreite ist groß: Von Kasperstücken zum Zählen lernen über Präventivstücke zur Verkehrserziehung, zum richtigen Verhalten bei Unfällen oder präventiven Brandschutz bis zu Märchen hat Eva Wieden geschrieben. Die Zuhörer sind ab drei Jahre alt, wobei es keine Altersgrenze nach oben gibt.

Aufgrund eines (abgebrochenen) Musikstudiums mit Ausbildung an der Geige, eines Schauspielstudiums und ihrer Arbeit als Regisseurin im Theater steuert sie alle Kenntnisse bei, um eine komplett handgefertigte Schauspielkunst zeigen zu können. "Die Figuren baue ich, wie sie für das jeweilige Stück gebraucht werden", geht Eva Weiden ins Detail. Dafür legt sie in ihrer Merbecker Werkstatt eine Bauphase ein und fertigt direkt einen ganzen Satz Köpfe aus einem zelluloseartigen Material, dem sie Nase oder Augenbrauen zufügt. "Alles andere wie Hände oder Füße ist genäht", sagt sie, das ist sehr aufwendige Kleinarbeit. Oder die Puppen erhalten wie der Kasper - den besitzt sie übrigens bereits seit 15 Jahren - Beine und Füße. Damit ist er den Kindern näher, da er auf der Bühnenleiste sitzen kann.

Mit den Puppen tritt sie interaktiv mit den vor allem jungen Zuschauern in Kontakt - da heißt es für sie, gut zuzuhören. Texte stammen aus ihrer Feder, ebenso wie sie die Musik auf dem Keyboard komponiert und für die Inszenierung sorgt. Für alles Technische wie Beleuchtung, Bühnenbau, Requisiten und Organisation ist Wolfgang Wieden verantwortlich. Durch zusätzliche Elemente verändert er das realistisch dargestellte Bühnenbild.

Quelle: RP
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