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Wegberg
Schöne Keramiken selbst herstellen

Wegberg: Schöne Keramiken selbst herstellen
Keramikkünstlerin Andrea Fischer in ihrem Atelier: Die studierte Textilgestalterin setzt auf Vielfalt in der Kunst, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. FOTO: JÜRGEN LAASER
Wegberg. Zuletzt an der Hochschule Niederrhein als Gasthörerin hat sich Andrea Fischer im Bereich Keramikarbeiten weitergebildet - jetzt gibt sie ihr Wissen in ihrem Keramik-Atelier an Kinder, Jugendliche und Erwachsene weiter. Von Nicole Peters

Wirklich putzig sind die sieben "Gartenzwerge", so auch das Thema des Kindergeburtstages einen Tag zuvor, anzusehen. Mit runden Bäuchen und lächelnden Gesichtern versprühen sie jede Menge positive Energie. Das Besondere: Es ist keine einzige Figur mit Bart dabei, wie es dem Klischee entsprechend zu erwarten wäre. Stattdessen haben sie gelockte lange Haare oder gar keine. Die lustige Töpfer-Runde zum Geburtstag ist eines der Angebote, die Atelier-Leiterin Andrea Fischer seit Eröffnung Ende Februar anbietet. Ebenso können Keramiken bemalt oder Themenkurse besucht werden.

Vor allem Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Einsteigern möchte Fischer ihr Wissen weitergeben. Das hat sich die studierte Textilgestalterin und ehemalige Realschullehrerin - unter anderem mit dem Fach Kunst - in Weiterbildungen angeeignet. Der Phantasie der Zehnjährigen hatte sie einen Tag zuvor keine Grenzen gesetzt. Lediglich der Aufbau mit Ton war für alle gleich gewesen. "Von einem Zehnkilostück Ton schneide ich viereckige Klumpen ab, die rund geknetet werden", erzählt sie, "mit Drahtschlingen werden sie ausgehöhlt, damit sie besser trocknen."

Kopf und Körper entstehen so und werden mit Schlicker-Masse verbunden. Lange regelmäßige Locken entstehen mit der Knoblauchpresse und Stempel verzieren die Figur, die zuvor Arme und Beine erhält. Nach dem Brennen im Schrühbrand-Ofen bei 900 Grad Celsius erhält sie ihre typische rote Terrakotta-Farbe.

"In meinen Kursen gebe ich jeweils ein Thema vor, zu dem sich vier Mal getroffen und anschließend bei einem fünften Termin glasiert wird", fährt die gebürtige Wegbergerin fort, "Tiere, Objekte oder Geschirr erhalten somit einen wasserabweisenden Überzug." Um flüssigen Ton zu Geschirr verarbeiten zu können, liegen Gipshohlformen in einem der drei Räume des Ateliers bereit. Der Gips entzieht dem Ton, der sich am inneren Rand millimeterdick absetzt und das künftige Gefäß bildet, die Flüssigkeit. Nach einigen Minuten kann die überschüssige Masse abgekippt werden. Das einzelne Geschirrteil trocknet vollständig durch und wird anschließend bei 900 Grad Celsius gebrannt. "Ebenso ist diese Arbeitsweise mit Porzellan, einer Masse, die zusammengemischt wird, möglich. Damit kann man viel dünner als mit Ton arbeiten."

Sie selbst ist seit dem Alter von 15 Jahren von der Arbeit mit Ton fasziniert. Als Schülerin belegte sie Kurse der VHS, nahm später mit ihren Kindern an Keramikkursen teil, belegte Kurse bei Künstlern, etwa im Westerwald, und hat sich in den vergangenen zweieinhalb Jahren als Gasthörerin an der Hochschule Niederrhein im Fachbereich "Produkt-Design" fortgebildet. "Die ganzen Jahre habe ich mir Wissen über Keramikarbeiten angeeignet, das ich weitergeben möchte", sagt sie.

Quelle: RP
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