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Wegberg
Schützenjugend setzt auf Gemeinschaft

Wegberg: Schützenjugend setzt auf Gemeinschaft
Abordnungen vieler Bruderschaften aus dem Bistum Aachen - hier die Beecker Schützen - zogen gestern mit beim großen Festzug aus Anlass der Diözesan-Jungschützentage in Wegberg. FOTO: Renate Resch
Wegberg. Zwei Tage lang fanden die Diözesan-Jungschützentage in Wegberg statt. Das Programm umfasste neben dem großen Festzug und dem Prinzen- und Schülerprinzen-Vogelschuss ein buntes Aktionsprogramm in Haus St. Georg in Watern. Von Nicole Peters

Am Stand von Fabian (17) konnten auch Kinder eine Wettkampfsituation nachempfinden. Er betreute die Armbrust, mit der mit sich festsaugenden kleinen Pfeilen auf eine fünf Meter entfernte Scheibe gezielt wurde. Daneben lagen drei Lasergewehre - mit ihnen galt es, die zehn Meter entfernten Ziele zu treffen: Rechts war eine Zielscheibe auf einem Stativ zu sehen, deren Treffer auf einem elektronischen Kontrollgerät auf dem Tisch angezeigt wurden. Spaß, Übung und Simulation eines Wettkampfes mit Luftgewehr - eine Station von vielen auf dem Gelände am Haus St. Georg, auf dem das Aktionsprogramm der beiden Diözesanjungschützentage stattfand.

Veranstalter und Ausrichter war der "Bund der Sankt Sebastianus Schützenjugend" (BdSJ) im Bistum Aachen mit der Stadt Wegberg als Kooperationspartnerin und Bürgermeister Michael Stock als Schirmherr. An einem Stand konnten die Teilnehmer einer Rallye ebenso Nachweise sammeln wie an anderen Stationen, um kleine Preise zu erhalten und bei der Tombola am Sonntag teilnehmen zu können. Jede Menge Spaß hatten die jungen Leute auf der Hüpfburg, im Menschenkicker oder rasant auf dem Wasser rollenden Water Walking Ball. Beim Dosenwerfen, Kinderschminken, Teebeutel-Weitwurf oder Tanzen zur Musik von DJ Ben.

150 Übernachtungsgäste inklusive 20 Helfern waren gekommen, und für den sonntäglichen Wettkampf um die Diözesanprinzen- und Diözesanschülerprinzenwürde beim Schießen auf den Holzvogel hatten 25 Bezirke ihre jeweiligen Bezirksmajestäten angemeldet. Was es dem Nachwuchs aus den Jugendabteilungen der Bruderschaften bedeutet, Mitglied zu sein, erzählten drei junge Frauen.

"Ich bin dazu gekommen, als ich zwei Jahre alt war", sagte Celina Hardie (19) von der St. Notburga Schützenbruderschaft aus Viersen-Rahser, "meine Mutter war zu der Zeit Jungschützenmeisterin und hat die Kindergruppe 'Butterblümchen' gegründet." Inzwischen ist Celina selbst stellvertretende Jungschützenmeisterin und hat die Gruppen-leitung übernommen. Durch Teilnahme an den jährlichen Zeltlagern haben ihre Mitschütz(inn)en und sie sich mit dem BdSJ-Vorstand angefreundet. "Einen Tag in der Woche habe ich Schießtraining und einen Tag bin ich mit Vorbereitungen und Durchführung der Kindergruppe beschäftigt", beschrieb sie ihr zeitliches Engagement, "dazu kommen die Schützenfeste an den Wochenenden." Die Jugend wisse oft gar nicht mehr, was Traditionen bedeuten, und es bestehe die Gefahr, dass sie verlorengingen. "Die Bruderschaften geben im Hintergrund Unterstützung und man kann dort andere Altersklassen treffen", ergänzte sie. Das Tragen von Uniformen bei heißen Temperaturen oder der Teilnahme an Gottesdiensten handhabe sie bei ihren Kleinen nicht so streng.

Ebenfalls durch ihre Eltern von Kindheitstagen an dabei ist die dreimalige Jungschützen- und Bezirksprinzessin Anke (17) von der St. Johannes Schützenbruderschaft Lammersdorf/Eifel. Wöchentlich geht sie zum Schießtraining und mag die ganz nette Runde, in der dort die Abende zusammen verbracht werden. "Die Schützen sind mittlerweile meine zweite Familie", bekräftigte sie, "bei uns geht die Tradition leicht zurück, aber es ist wichtig, ein Team zu bilden. Die Bruderschaften sollten mehr Zuspruch haben." Bei Bezirksschülerprinzessin Käthie Ella (14) ist die ganze Familie in der St. Pankratius Schützenbruderschaft Ossum-Bösinghoven (Meerbusch) vertreten. "Hauptsächlich ist für mich die Gemeinschaft wichtig", betonte sie, "als Schütze ist man mit Herz und Seele dabei - es ist Teil des Lebens." Man kenne fast jeden und Neulinge würden direkt einbezogen.

"Wir können jetzt schon sagen, dass wir froh sind, die Tage ausgerichtet zu haben", zog Christian Klein, Referent für Öffentlichkeitsarbeit, ein erstes Resümee. Aus allen Bezirksverbänden seien Helfer gekommen. Eröffnet wurde das Fest von Diözesanjungschützenmeister Michael Dickmeis und Schirmherr Bürgermeister Michael Stock.

Quelle: RP
 
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