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Wegberg
Schwungvoller Jazz im Zeichen der Ikone

Wegberg. Das "Ellington Trio" mit André Spajic als Gast am Schlagzeug überzeugte beim Konzert des Kulturrings.

Lässiges Schnipsen im Takt, "One, Two, Three, Four" und los geht's. Ein Pianosolo, mit markanten Akzentuierungen, dem ein vergleichsweise weiches, gezupftes Solo auf dem Kontrabass folgt. Mit "I'm beginning to see the light" eröffnete das "Ellington Trio" sein Konzert in der Wegberger Mühle. Der Kulturring hatte eingeladen. Sängerin Barbara Barth, Pianist Gero Körner und Caspar van Meel am Kontrabass - alle studierte Musiker - interpretierten die unterschiedlichen Jazz-Kompositionen des Amerikaners "Duke" Ellington.

Ellington, der sei für ihn "die Nummer Eins", sagte André Spajic. Der Schlagzeuger ergänzte das Trio bei seinem Auftritt. Für einen Abend war es also das "Ellington Quartett". "Die drei treffen den Nerv von Ellington", sagt Spaijc. Aber sie setzten auch eigene Akzente: "In der Art, wie die das spielen, hat das noch keiner gespielt". Das insbesondere mit vielen solistischen Akzenten. Kaum ein Stück kam ohne Solopassage aus. Das Trio freute es, dass Spajic mitspielte. "Es ist sehr erfrischend, weil die Stücke dann ganz anders klingen, einen anderen Klang entwickeln", sagte Sängerin Barbara Barth.

Nach schnellem Start, nahmen die Musiker erst einmal Geschwindigkeit raus. Ellingtons Jazz ist vielfältig. Von einem elegant klingenden ersten Teil entwickelte sich "Brown skinned gal" zu einem schnellen Jazz-Stück. Während des Kontrabass-Solos trieb Spajic am Schlagzeug seinen Kollegen gefühlt ein wenig an. Als könnte er es kaum abwarten selbst dran zu sein. Und so war es: Auf den Kontrabass folgte das Schlagzeug mit einem hell-klingenden Solo. Nicht fehlen durften die bekannten Klassiker: "Caravan" und "Take the A Train". Ersteres sei ein Stück mit "exotischem Rhythmus", erklärte Kontrabassist van Meel. Und sein Kontrabass-Solo zu Beginn des Stückes hörte sich an wie ein Mix aus Western und orientalischen Klängen. "Take the A Train", das Erkennungsstück von Duke Ellington und seiner Band, hingegen hat eine klare, zügige Melodie. Einfühlsam wurde es bei den ruhigen Balladen "In a sentimental mood" oder "Mood indigo", bei denen Sängerin Barbara Barth glänzend sang. Leicht verspielt klang das Stück "Satin Doll", mit hohen Klaviertönen von Gero Körner.

Das "Ellington Trio" mit André Spajic beendete das Konzert mit "It don't mean a thing", einem flotten Swing, wie schon zu Beginn des Konzerts. Die Zuhörer dankten mit lautem Applaus und Standing-Ovations. Die Zugabe war dann selbstverständlich: "Do nothing till you hear from me".

(anek)
 
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