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Wegberg
Sechs Chöre, 150 Sänger, ein Konzert

Wegberg: Sechs Chöre, 150 Sänger, ein Konzert
Der Applaus fiel kräftig aus: Die Chöre der Pfarrei St. Martin, das Kammerorchester und die Solisten begeisterten das Publikum in der Kirche St. Vincentius in Beeck. Helmut Misgaiski leitete das Konzert. FOTO: JÜRGEN LAASER
Wegberg. Hatten die teilnehmenden Chöre bereits Gottesdienste gemeinsam gestaltet, erhielten sie bei ihrem ersten Festkonzert zusätzlichen Raum für beeindruckende Interpretationen. Ein schöner Beitrag von Sängern und Instrumentalisten. Von Nicole Peters

Vor diesem Fest-Konzert war es ratsam gewesen, sich möglichst frühzeitig eine Eintrittskarte zu sichern. Bereits einige Zeit vor Beginn war die Kirche St. Vincentius bis auf den letzten Platz besetzt - eine Zuschauerkulisse für den wiederum stark bestückten Gemeinschaftschor und die begleitenden Instrumentalisten und Gesangssolisten, die diese gefreut haben dürfte.

Rund 150 Sängerinnen und Sänger von sechs Chören oder Chorgemeinschaften der Pfarrei St. Martin fanden sich im Altarraum ein und präsentierten eine klangliche Stärke, die an sich schon beeindruckte. Musikauswahl und mitreißende Ausführung kamen als weitere positive Faktoren dazu, so dass es eine erfolgreiche Konzert-Premiere unter Gesamtleitung und Dirigat von Helmut Misgaiski im stimmungsvoll ausgeleuchteten Gotteshaus wurde. "Ich weiß, wie viele Proben und wie viel Engagement nötig ist, um solch ein Konzert auf die Beine zu stellen", wandte sich Pfarrer Franz Xaver Huu Duc Tran zur Begrüßung an Zuhörer und Aktive, "Sie haben mehrere Monate dezentral mit den jeweiligen Chorleitern geübt und es waren gleichzeitig gemeinsame Proben nötig." Und Orchester und Solisten würden dazu beitragen, dass es ein wunderschönes musikalisches Erlebnis werde.

Nach Dank an eine ganze Reihe von Sponsoren stimmte er alle auf das Fest-Konzert ein: "Singen produziert bei Musikern und Zuhörern einen wahren Glückscocktail im Gehirn und hält uns gesund." Eine Feststellung, die an der einen oder anderen Stelle der Vorträge besonders deutlich bestätigt wurde. So sorgte beispielsweise eine farbig wechselnde Ausleuchtung für die stimmungsvolle Inszenierung der Stücke. Mit beeindruckender Vielstimmigkeit ließen dazu etwa großer Chor und Instrumentalisten die Kantate "Wer nur den lieben Gott lässt walten" von Mendelssohn-Bartholdy hören. Erstmals hatte die Sopranistin darin einen Part, den sie mit klarer strahlender Stimme meisterte. Mit roten indirekten Lichtakzenten an Pfeilern und Wänden sowie energischen Paukenschlägen stiegen die Musiker mit dem Kyrie und dann Gloria in Mozarts "Missa brevis", C-Dur, die sogenannte "Spatzenmesse" ein. Den Namen erhielt die Messvertonung aufgrund von Vorschlagsfiguren der Streicher im nachfolgenden Sanctus und Benedictus, die an den Ruf eines Sperlings erinnern. Des Weiteren brachten sie daraus das Credo und Agnus Dei in mitreißender Weise zur Aufführung. Klangliche Stärke des großen Chores, Versiertheit des Orchesters und beeindruckende Soli der Gesangssolisten trugen zum Gesamterfolg ebenso bei wie der Organist, der zum Schluss an die große Kirchenorgel wechselte.

Ein Highlight des Musikerlebnisses stellte zudem das "Konzert in A-Dur für Klarinette und Orchester", 2. Satz, dar, in dem die Klinkumer Chorleiterin Verena Rhein mit ruhigem, intensivem Spiel für gebannte Ruhe sorgte. Der Applaus fiel danach umso kräftiger aus. Nach dem Jubelgesang Halleluja aus Händels Oratorium "Der Messias", das dieser innerhalb von wenigen Tagen geschrieben hatte, verabschiedeten sich die Aufführenden mit der Zugabe "Lobt den Herrn der Welt" des Komponisten Purcell in einer Bearbeitung von Willy Trapp.

Quelle: RP
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