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Wegberg/Krefeld
Siemens: "Gut zu tun im PCW"

Wegberg/Krefeld: Siemens: "Gut zu tun im PCW"
FOTO: Design Study Siemens AG
Wegberg/Krefeld. Das Wildenrather Prüflabor für Züge soll vom Stellenabbau bei Siemens nicht betroffen sein. Von Michael Heckers

Während die Belegschaft vom Siemens-Werk in Krefeld-Uerdingen heute Mittag darüber informiert werden soll, dass 300 Arbeitsstellen gestrichen werden, ist am Standort Wegberg-Wildenrath kein Stellenabbau geplant. Das sagte gestern Siemens-Sprecher Georg Lohmann auf Anfrage unserer Redaktion. "Wir haben in den nächsten Jahren in Wildenrath gut zu tun", erklärte er. Zurzeit arbeiten rund 400 Menschen in Europas modernstem Prüfzentrum für Schienenfahrzeuge in Wegberg-Wildenrath (PCW).

Die Konzernzentrale von Siemens in München teilte gestern mit, dass aufgrund des starken Wettbewerbs rund 300 Stellen in Uerdingen abgebaut werden müssen. Die Konkurrenz aus China macht dem Hersteller von Hochgeschwindigkeitszügen in Krefeld-Uerdingen das Leben schwer. Darum seien jetzt Einschnitte beim Personal zwingend notwendig.

Auf den Standort Wildenrath soll die kostensparende Maßnahme allerdings keine Auswirkungen haben, erklärt Siemens-Sprecher Lohmann. Nachdem die Züge bei Siemens in Uerdingen gebaut wurden, werden sie anschließend im Zuglabor in Wegberg-Wildenrath auf Herz und Nieren getestet. "Die Investitionen in die neuen Zugbildungshallen am Standort Wildenrath waren wohlüberlegt und zukunftsweisend", sagte Lohmann. Erst vor zwei Tagen wurden die ersten Triebwagen für den Rhein-Ruhr-Express (RRX) zum Testen in Wildenrath angeliefert. Jeder Zug besteht aus vier Elementen, die in den neu gebauten Zugbildungshallen im Wegberg Oval zusammengesetzt werden. Dann fahren die Züge auf den rund sechs Kilometer langen Testring und absolvieren eine ganze Reihe von komplizierten Prüfverfahren. Während die Endwagen (Triebwagen) des RRX im Siemens-Werk Uerdingen gebaut werden, kommen die beiden Mittelwagen jedes Zuges aus Wien. Der erste RRX soll schon im Juli nach ausgiebigen Testfahrten in Wildenrath die Zulassung erhalten. Noch in diesem Jahr (Dezember) soll der erste Zug in Betrieb gehen.

Alle 82 RRX-Züge (Auftragsvolumen für Bau und Wartung: 1,7 Milliarden Euro) werden vor der Auslieferung in Wildenrath getestet. An diesem Prüfauftrag wird Siemens in Wildenrath bis zum Jahr 2020 arbeiten. Neben dem RRX wird zurzeit auch der ICE 4 im PCW Wegberg-Wildenrath auf Herz und Nieren geprüft (noch bis 2024). Außerdem rollen zurzeit der Eurostar, Fahrzeuge für die Thameslink-Route in Großbritannien und die britische Eisenbahngesellschaft South West Trains sowie Straßenbahnen für Riad (Saudi-Arabien) und Katar (Avenio) über die Wildenrather Testgleise. Die derzeitige Auslastung des Wildenrather Schienenprüfzentrums bezeichnet Siemens-Sprecher Georg Lohmann als zufriedenstellend. Da im PCW projektbezogen gearbeitet wird, kann die Mitarbeiterzahl in Wildenrath (400) laut Lohmann um rund 100 nach oben oder unten schwanken, je nachdem, wie viele Züge gerade in der Testphase sind.

Quelle: RP
 
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