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Prüfcenter Wegberg-Wildenrath (PCW)
Siemens liefert ersten Thameslink-Zug für London

Prüfcenter Wegberg-Wildenrath (PCW): Siemens liefert ersten Thameslink-Zug für London
Der erste Thameslink-Zug, der bei Siemens in Krefeld hergestellt und im Wegberg-Wildenrather Testzentrum für Schienenfahrzeuge auf Herz und Nieren geprüft wurde, ist in London angekommen. FOTO: Siemens AG
Wegberg. Der erste von 115 bei Siemens gebauten Thameslink-Zügen für London hat das Siemens Prüfzentrum in Wildenrath verlassen. Der Auftrag im Volumen von rund 1,8 Milliarden Euro ist einer der größten für die Bahnsparte von Siemens. Von Michael Heckers

Der erste von Siemens gebaute und in Wegberg-Wildenrath getestete Desiro City ist in Großbritannien im neuen Depot Three Bridges in West Sussex angekommen. Die restlichen Züge mit insgesamt rund 1.100 Wagen werden in den nächsten Monaten folgen. Das teilt die Firma Siemens mit. Die Regionaltriebzüge der britischen Klasse 700 sollen auf den Thameslink-Strecken im Großraum London den Fahrkomfort für die Fahrgäste deutlich steigern. Auf den vielbefahrenen Pendlerstrecken in Richtung Südosten des Landes werden sie nach Angaben von Siemens für die dringend benötigten zusätzlichen Kapazitäten sorgen. Der Fahrgastbetrieb ist für das kommende Jahr geplant.

Siemens startet nun mit dem Betreiber Govia Thameslink Railway (GTR) ein umfangreiches Testprogramm, bevor der Zug ab Frühjahr 2016 auf den Thameslink-Strecken zwischen Bedford und Brighton und später auf Strecken von und nach Cambridge und Peterborough sowie zu anderen Zielbahnhöfen in Kent und Sussex unterwegs sein wird.


"Wir investieren eine Rekordsumme in den Aufbau eines erstklassigen Bahnnetzes, das mehr Plätze, mehr Service und besseres Reisen ermöglicht", sagte die britische Verkehrsministerin Claire Perry. Die Klasse 700 werde das Reisen mit dem Zug für die Kunden verändern und zahlreiche Arbeitsplätze in Großbritannien schaffen sowie die Wirtschaft spürbar ankurbeln. "Die Ankunft des ersten Zuges ist ein großer Schritt vorwärts für das staatlich geförderte Thameslink-Programm, das tausende Arbeitsplätze im gesamten Land schafft und ein wesentlicher Teil unseres langfristigen Wirtschaftsplans ist", sagte Perry weiter. Sie freue sich darauf, wenn die neuen Züge im Frühjahr 2016 quer durch London und im Südosten den Betrieb aufnehmen. Perry: "Sie werden dafür sorgen, dass Millionen Passagiere schneller und komfortabler reisen können."


Auch Jochen Eickholt, CEO der Siemens Division Mobility, ist begeistert: "Die Ankunft des ersten Zuges in unserem neuen Depot Three Bridges ist für uns bei Siemens ein echter Meilenstein. Der Bau dieser Züge ist und bleibt eines der wichtigsten Projekte bei Siemens."
Die Züge verfügen über eine intelligente Klimatechnik, breite Türen und durchgehende Wagen. Außerdem erwarten die Pendler ab 2018, wenn alle Züge ausgeliefert sind, in der dreistündigen morgendlichen Stoßzeit mehr als doppelt so viele Wagen mit 80 Prozent mehr Sitzplätzen in Spitzenzeiten in der City Londons (zwischen Blackfriars und St. Pancras) sowie 60 Prozent mehr Wagen und über 50 Prozent mehr Sitzplätze auf der Strecke von St. Albans nach London. Zusätzliche Züge fahren vom Flughafen Gatwick mit über 50 Prozent mehr Sitzplätzen zwischen Blackfriars und St. Pancras durch die City Londons, wovon vier Züge pro Stunde bis nach Peterborough und Cambridge fahren. Ab Brighton stehen nach Angaben von Siemens 1000 zusätzliche Sitzplätze zur Verfügung, ab den Bahnhöfen auf der Strecke von Peterborough und Cambridge 15 Prozent mehr Sitzplätze.


Anlässlich der Ankunft der neuen Züge sagte Keith Wallace, Thameslink Programme Director von GTR: "Die neuen Züge der Klasse 700 bringen für unsere Fahrgäste zahlreiche Verbesserungen mit sich – es fahren häufiger Züge, die länger sind, die Kapazitäten werden deutlich ausgebaut, das Ein- und Aussteigen wird einfacher, das Informationssystem an Bord wird optimiert und die Fahrgäste profitieren von einer angenehmeren Atmosphäre."
Die Züge sind Teil des von der Regierung geförderten Thameslink-Programms, das mit Hilfe von Infrastrukturverbesserungen und neu eingesetzten Zügen den Nord- Süd-Verkehr durch London verändern, überfüllte Züge vermeiden und die Kapazitäten auf einer der vielbefahrensten Strecken in Großbritannien erhöhen soll.

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