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Wegberg
Smalltalk im Büdchen am Dorfanger

Wegberg. Seit 30 Jahren gibt es im Kiosk mitten in Rickelrath Süßigkeiten, Zigaretten und Getränke zu kaufen. Smalltalk und Diskussionen sind inbegriffen. Die Stammgäste schätzen die angenehme Atmosphäre im Kiosk von Vasilika Reinisch. Von Nicole Peters

Vor allem die Berufspendler, die täglich zur Autobahn 52 fahren, sind Stammgäste bei Vasilika Reinisch. Kurz vor dem Kiosk einparken, Brötchen, Frikadelle, Getränke oder Zigaretten einkaufen und weiter geht es für sie Richtung A 52. Ein Verkehrsaufkommen, das sie vor 30 Jahren auf die Idee brachte, direkt an der Durchfahrtsstraße am Dorfanger in Rickelrath durch den Ort den Kiosk zu eröffnen.

Die stete Nachfrage der Kunden, mit denen sie während der Einkäufe Smalltalk hält oder die sich für längere Gespräche im Büdchen am Angerweg aufhalten, gibt ihr bis heute bezüglich dieses Unterfangens Recht. "Morgens früh von 6 bis 8.30 Uhr kommen die meisten von denen, die auf dem Weg zur Arbeit vorbeifahren", erzählt sie. Gerade ist es ruhiger, da der erste Ansturm am Morgen vorüber ist. Nachmittags sei erneut mehr Betrieb. Zudem seien tagsüber oftmals Motorradfahrer unterwegs, und die Leute aus dem Ort kämen auch schon mal, um einzelne Dinge zu kaufen.

Vasilika Reinisch bietet Steh- und Sitzplätze in ihrem Kiosk an. Bei schönem Wetter können sich Gäste draußen Kaffee und anderes schmecken lassen. Beim Einkauf der Waren ergebe sich regelmäßig Smalltalk oder das eine oder andere längere Gespräch, so Reinisch. Kürzlich sei der tödliche Unfall des jungen Mannes auf der Bundesstraße zwischen Arsbeck und Niederkrüchten Thema gewesen. Oder einige Wochen zuvor die Brände im Ort und die Gerüchte über einen möglichen Brandstifter. Am Angerweg und am Campingplatz gab es innerhalb einer Nacht zwei Feuer, berichtet sie. Das ist ungewöhnlich. Im Anschluss sei sie sogar von der Kriminalpolizei befragt worden, sie hatte aber nichts gesehen.

Ein weiteres Thema, das im Rickelrather Kiosk häufig diskutiert wird, ist die Situation der Flüchtlinge. Tagespolitik, die im Zweiergespräch besprochen und sich spontan zum gedanklichen Austausch in kleiner Runde entwickelt. Zwischendurch kommt ein Kunde herein und holt sich auf dem Weg zur Arbeit Zigaretten. Ein kurzer Plausch über das Wohlbefinden begleitet den Einkauf. Er spiegelt das Interesse am Mitmenschen wider, den man im Laufe der Zeit besser kennengelernt hat.

Ehemals ist Vasilika Reinisch aus Düsseldorf hergezogen und hatte überlegt, in welchem Bereich sie sich selbstständig machen könnte. "Der damalige Tante-Emma-Laden lief schlecht, da er eher versteckt lag und die Leute nur dort einkauften, wenn sie was vergessen hatten." Also baute sie zusammen mit ihrem Mann den ehemaligen Schuppen aus und sie richteten ihn mit Regalen ein. Insgesamt drei Jahre setzte sie sich für die Parkplätze vor der Tür ein, die den Autofahrern ein problemloses Abstellen der Fahrzeuge ermöglichen. "Wenn ich sehe, welcher Kunde kommt, lege ich dessen gewünschten Artikel auf der Theke bereit", berichtet sie lächelnd. Mit den Jahren hat man sich eben besser kennengelernt.

Quelle: RP
 
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