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Heimat entdecken in Merbeck
So war früher das Leben auf dem Land

Heimat entdecken in Merbeck: So war früher das Leben auf dem Land
Janis Schrammen (von links), Laurenz Zielinski, Daniel Wolfs und Julius Roemer von der Jugendgruppe in Merbeck freuen sich auf viele Besucher bei "Land un Höhner", der größten Landgeflügelschau im Rheinland. FOTO: Jürgen Laaser
Wegberg. Bei der größten Landgeflügelschau im Rheinland zeigen die Züchter am Wochenende in Merbeck ihre schönsten Tiere. Von Nicole Peters

Das zweite große Merbecker Kartoffelfest ist gerade vorbei, da kündigt sich das nächste Land-Event in Merbeck an: Von der euphorischen Stimmung des Festes getragen bereiten die Geflügelliebhaber Merbeck die 31. Merbecker Grenzlandschau im Gehöft Clingen vor. Unter dem Titel "Land un Höhner" möchten sie das Leben auf dem Land mit der Ausstellung von 500 Tieren und weiteren Attraktionen lebendig werden lassen.

Der eigene Bezug zu Heimat und Geflügel stellt für die Ausrichtung von Kleintiermärkten und Grenzlandschau für die Vereinsmitglieder einen starken Motivationsmotor dar. Die Märkte wiederum bieten den Besuchern die Möglichkeit, alt Bekanntes und Neues zu entdecken und somit den eigenen Heimatbezug zu vertiefen und zu festigen. "Wir legen ganz großen Wert darauf, dass sich das Landgefühl vom Kartoffelfest bei der Schau am kommenden Wochenende fortsetzt", sagt Vorsitzender Andreas Theißen während der Aufbauarbeiten im Gehöft Clingen, "unser Verein hatte dort mit einem Info-Stand mit Hühnern und Hähnen für die Schau geworben." Die große Zahl von Landgeflügelrassen zeichnet die Grenzlandschau aus. "Gerade ältere Generationen, die zu Besuch kommen, kenne Rassen wie Wyandotten, Sussex oder Rhodeländer noch aus ihrer Kindheit", sagt er, "früher wurden sie als Nutzgeflügel gehalten."

Noch sechs Tage haben die Veranstalter Zeit, um Halle, Nebenraum und Hof für die erwarteten 500 Tiere herzurichten. Am Freitag werden die Preisrichter das Geflügel bewerten beziehungsweise das Zier- und Wassergeflügel beschreibend beurteilen. Ab Samstag können Besucher auf Kärtchen die Punkte im Einzelnen nachlesen und die tierischen Champions bestaunen.

Seit 20 Jahren ist Zweiter Vorsitzender Martin Wolfs Mitglied im Verein. Er hebt die familiäre Struktur der Mitglieder hervor: Frauen seien ebenso einbezogen wie Männer und Kinder. Einen Beweis dafür stellt die seit rund einem Jahr bestehende siebenköpfige Jugendgruppe dar, die mit Feuereifer dabei ist. So etwa Julius Roemer (13 Jahre alt), der das Wochenende kaum erwarten kann. Für ihn ist die Ausstellung eine Merbecker Premiere und wie alle anderen (Hobby-) Züchter brennt auch er darauf, seine über das Jahr gehegten und gepflegten Schützlinge zeigen zu dürfen. Toll findet er, dass er mit anderen Tierfreunden zusammenarbeitet. Und dass er bereits eigene Entscheidungen bezüglich Zucht und Haltung treffen darf. Innerhalb der Standards gebe es Spielraum beispielsweise bei der Auswahl der Küken, meint er, seine Meinung gegenüber anderen durchzusetzen mache ihm Spaß.

Vorsitzender Andreas Theißen fühlt sich angesichts des jugendlichen Engagements an eigene Anfangszeiten erinnert. "Meine Mutter und mein Vater haben mich vor 40 Jahren an die Geflügelhaltung herangeführt", blickt er zurück, "in den Verein sollte ich zur Unterstützung meines Bruders gehen und bin von Gründung an bis heute Mitglied." Die mit Zucht und Tierhaltung verbundenen Werte sind ihm sehr wichtig geworden. Von allen Aktivitäten liege ihm die Kleintierzucht am meisten am Herzen. Diese Begeisterung teilen die anderen Mitglieder im Alter von vier bis 94 Jahren und geben sie (ab einem entsprechenden Alter) in Form von Beratungen gerne weiter. In der Halle stehen inzwischen rund 100 Käfige sowie Gehege mit Teichanlagen und Andreas Schrammen beginnt, mit Bambusstöcken die Rückwände zu schmücken. Pflanzen-Arrangements, Strohballen oder Tannengrün auf den Käfigdächern werden für die ansprechende gemütliche Atmosphäre sorgen, für die die Merbecker Grenzlandschau bekannt und beliebt ist. Als besonders tatkräftigen Aktiven lobt Theißen den helfenden Rudi Hardt: "Er ist bei allen anfallenden Arbeiten immer der erste der anfängt und der letzte, der aufhört."

Den Tieren mit Streu, Stroh oder Rindenmulch sowie Wasserstellen und Grün eine möglichst naturnahe Umgebung zu schaffen, damit sie sich ganz wohl fühlen, ist das Bestreben der Helfer. So können sich die Tiere zur Bewertung von ihrer besten Seite zeigen und es somit dem Besucher ermöglichen, eindrückliche visuelle und emotionale Entdeckungen zu machen.

Quelle: RP
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