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Wegberg
Sommerliche Blues-Musikkultur

Wegberg. Die Bands 49Blues und Flat Blues Ltd. begeisterten auf dem Rathausplatz. Von Nicole Peters

Angenehme Temperaturen und ein Musikstil mit Schwerpunkt auf den 1950er Jahren, der seltener zu hören ist: Das Blues-Konzert im Rahmen des Wegberger Kultursommers machte der Reihe alle Ehren.

Recht unterschiedliche Spielweisen präsentierten die Formationen "49Blues" und "Flat Blues Ltd." dem Publikum, das regelmäßig durch Mitklatschen, Mitwippen und Tanzen seine Zustimmung bezeugte. Den Auftakt machte das akustische Duo "49Blues". Die beiden Düsseldorfer Andreas Martens (Gitarre, Gesang) und Norbert Lohan (Mundharmonika, Gesang) widmeten sich als akustisches Duo musikalisch unter anderem den Themen Frauen oder Reisen. "Old man mose" hatten sie im Gepäck. Oder das Stück "Mountain Dew" über selbst gebrannten Schnaps, mit dem sie sich ein wenig vom Blues entfernten. Flottes Spiel und ausführliche Mundharmonika-, Gitarren- sowie Gesangsbeiträge prägten ihren Vortrag, den sie mit der Zugabe "I walk on" beendeten. Platz machten sie für die fünfköpfige Retro-Bluesband "Flat Blues Ltd." aus Krefeld, die eine Mischung aus traditionellem Blues und Rhythm and Blues bevorzugt und vom Chicago- über den Delta- bis hin zum Texas Blues hören lässt. Mit erweiterter Instrumentierung legten sie bezüglich klanglicher Stärke unüberhörbar ein paar Einheiten oben drauf. Dabei prägten Improvisationen (Thomas Gottschalk, Harp; Patrick "Paddy Boy" Zimmermann, Gitarre), teils zwei gleichberechtigte Gesangsstimmen (Gottschalk; Peter Lenzen) und mitreißende Rhythmusgruppe (Peter Schmetz, Schlagzeug; Kai Stark, Bassist) die geerdeten, authentisch wirkenden und voll klingenden Beiträge. Den Besuchern standen an diesem Abend Sitzbänke vor der Bühne und Stehtische im hinteren Bereich des Rathausplatzes zur Verfügung, von denen aus, beziehungsweise auf dem Platz stehend oder unter der großen Kastanie sitzend, sie das Konzert bis Mitternacht verfolgten. So präsentierte die Band das in Gedenken an B.B. King geschriebene Stück "You get me down", in dessen Verlauf der Gitarrist von der Bühne stieg und sich die klaren prägnanten Klänge voll auf dem Platz entfalten ließ.

Bei ihrem "Niederrhein-Lied" oder Delta-Blues-Klassiker "I can't be satisfied" kam das hawaiianische Gitarren-Spiel mit Slide-Effekt zur Geltung. Dieses Lied steht in der Tradition früher Ton-Aufnahmen in den 1940er Jahren in Amerika, als rund 80 Prozent der alten Bluesstücke ins Grammophon gesungen und so aufgenommen wurden, wie Lenzen erläuterte. Blues, der spätere Rockmusik-Kultur beeinflusste.

Quelle: RP
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