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Wegberg
Streuobstwiesen pflegen und erhalten

Wegberg: Streuobstwiesen pflegen und erhalten
Die Kriterien bei der Bestandsaufnahme: Die Wiesen und Weiden müssen über eine Fläche von mindestens 1500 Quadratmetern verfügen und neun Bäume haben. FOTO: Christian Albustin (Archiv)
Wegberg. Im Kreis Heinsberg gibt es mehr als 2000 Obstwiesen. Jetzt soll eine Bestandsaufnahme einen genauen Überblick liefern. Freiwillige Helfer wurden in der Naturschutzstation Haus Wildenrath über das Vorgehen informiert. Von Nicole Peters

Das Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz (LANUV) hat die Naturschutzstation Haus Wildenrath damit beauftragt, ehrenamtlich durchzuführende Streuobstwiesenkartierungen im Kreis Heinsberg und in Mönchengladbach zu koordinieren. Auf diese Weise soll der Bestand aufgenommen werden.

Entsprechend dem Landesnaturschutzgesetz wird der gesetzliche Biotopschutz der Bestände in Kraft treten, sobald die Gesamtfläche im Land NRW um mindestens fünf Prozent im Vergleich zur Referenzfläche abgenommen hat.

Koordinatorin Astrid Linzen und Naturschutzstation-Geschäftsführerin Birgitta Szyska hießen in der ersten Infoveranstaltung neben Vertretern von der Kreisbauernschaft Neuss-Mönchengladbach, vom NABU Kreisverband Heinsberg und NABU Stadtverband Mönchengladbach zehn potenzielle Helfer in der Station willkommen. Astrid Linzen erläuterte zu Ergänzungen der Geschäftsführerin die geplanten Einzelheiten. So sei bereits eine App erstellt worden, der eine reine Luftbildkartierung mit der Ausweisung von Verdachts- oder gesicherten Flächen zugrunde liegt. Im Kreis Heinsberg gibt es nach bisherigen Schätzungen mehr als 2000 Obstwiesen. Eine kreisweite Kartierung in den Jahren 2002/03 (etwa 3000 Flächen) sowie eine Kartierung in den Gemeinden Gangelt, Selfkant und Waldfeucht 2013/14 (800) und in den Städten Geilenkirchen und Übach Palenberg 2015 (600) hat es bereits gegeben. Aufgrund von steten Änderungen - in Waldfeucht sank die Zahl um 25 Prozent in zehn Jahren - sollen mit der geplanten Bestandsaufnahme die aktuellen Zahlen erhoben werden.

In Mönchengladbach hatte es von 2012 bis 2014 eine Erstkartierung gegeben: circa 300 Streuobstwiesen waren gezählt worden. Astrid Linzen legte die Kriterien für das geplante Vorhaben dar: Die Wiesen, Weiden oder Brachen müssen über eine Fläche von mindestens 1500 Quadratmetern verfügen und neun Bäume haben, können nebeneinander liegend auch zusammengefasst werden und sollten digital oder analog mit Bögen erfasst werden. Der ab fünfprozentiger Flächenabnahme eintretende Schutz wird Flächen ab 2500 Quadratmetern betreffen.

Der Zeitplan: Von Januar bis Februar das Kick-off, von Februar bis September Kartierungen und Dateneingabe, von Oktober bis Dezember Kontrollen und gegebenenfalls Nachkartierungen und 2019 Abgabe des Berichts an das LANUV. Darauf, dass die Gemeinschaft eine Verpflichtung hat, Arten zu schützen, wiesen die Veranstalterinnen ebenso hin, wie sie ankündigten, die Freiwilligen mit Kartiererscheinen auszustatten.

Die Ehrenamtlichen bestimmen örtlichen Bereich und Zeitumfang ihrer Arbeit, werden Einzelgespräche mit Astrid Linzen führen und von der Biostation begleitet werden. Eine spätere Pflege von Streuobstwiesen und Verwertung des Obstes ist ein Ziel, das genannt wurde.

Quelle: RP
 
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