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Wegberg
Tiefe durch hauchdünne Farbschichten

Wegberg: Tiefe durch hauchdünne Farbschichten
Ingrid Pusch bei ihrer Arbeit in der Atelieretage im alten Kloster Wegberg. FOTO: Jürgen Laaser
Wegberg. In ihren ungegenständlichen Gemälden erzeugt Malerin Ingrid Pusch meditative Wirkung. Ein Atelierbesuch. Von Nicole Peters

Die Lage ihres Ateliers ist inspirierend und motivierend zugleich. Als eine von zehn Künstlern arbeitet Ingrid Pusch in einer der ehemaligen Mönchszellen im Karmeliterkloster in der Atelieretage. Der Blick auf die Dächer der Stadt und großzügiger Lichteinfall bieten da ebenso gute Voraussetzungen für kreatives Wirken wie die große Harmonie der Gemeinschaft, die dort von allen bestätigt wird.

Der Kunst habe sie sich schon immer verbunden gefühlt, sagt die gelernte Zahntechnikerin beim RP-Besuch in ihrem Reich, sie hat viel gemalt und sich damit beschäftigt. Im Laufe der Jahre hat die versierte Hobby-Künstlerin eine Entwicklung durchlaufen, die inzwischen in einer dichten, mit verschiedenen Mitteln komponierten Malweise gemündet ist.

Mit bis zu 30 hauchdünnen, teils lasierenden Farbschichten erreicht sie eine erstaunliche Bildtiefe, die durch ihre meditative Wirkung die Aufmerksamkeit des Betrachters fesselt und zum Verweilen einlädt. "Ursprünglich habe ich mich mit Aquarellmalerei der Abbildung von Landschaften gewidmet", erzählt sie, "und bin recht bald zur abstrakten Malerei übergegangen, weil ich mich darin besser ausdrücken kann." Relativ konstant hat sie in all den Jahren hauchdünne Schellak-Schichten zwischen einzelnen Farbschichten eingefügt. Dieses hauchdünne, glänzende und flüssig aufgetragene Material gibt dem Farbauftrag eine besondere Tiefe. Das sorgsame Mischen der matten Grau-, Blau- oder Grautöne gehört zudem zu ihrem Grundhandwerk sowie die Verwendung kompositorischer Elemente wie horizontale und vertikale Linienführung oder Spannung erzeugende Verwendung von Komplementärfarben. "Das Bestreben, alles Erlernte und die Erfahrungen in Bildern in Einklang zu bringen, prägt meine aktuellen Werke", erläutert sie.

Felder mit Verläufen zwischen den Farbfeldern zeugen ebenso von intensiver Auseinandersetzung mit der Materie wie eine zunehmend differenzierte Randgestaltung. Im 1,20 Meter hohen und zwei Meter breiten, zweiteiligen Gemälde "Zeitfrequenzen" ist ebenso ihre Technik des Auflösens oder Abnehmens von Farbe mittels Wasser beziehungsweise Pinsel oder Lappen anhand tropfen- und schlierenförmiger Spuren auf der Oberfläche nachzuvollziehen. Darunter liegende feine abgestufte Farbschichten und -felder sorgen für interessante Ansichten, deren meditative Wirkung durch nähere Betrachtung spürbar wird, wobei das Licht immer andere Facetten zum Vorschein bringt.

Die eigene Stimmung und inspirierende Eindrücke bringe sie in ihre Bilder ein - deshalb bestehe immer eine Beziehung dazu, zudem gebe sie allen Arbeiten Titel.

Quelle: RP
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