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Wegberg
Tristesse auf dem Wochenmarkt

Wegberg: Tristesse auf dem Wochenmarkt
Tristesse am vergangenen Freitag auf dem Wegberger Wochenmarkt mit insgesamt nur drei Ständen. Ein neues Konzept soll den Markt wiederbeleben. Die SPD schlägt vor, mindestens einmal im Monat einen Abendmarkt anzubieten, der auch Berufstätigen einen Besuch ermöglicht. FOTO: Jürgen Laaser
Wegberg. Händler und Kunden sind mit dem Wegberger Wochenmarkt unzufrieden. Ein neues Konzept soll Abhilfe schaffen. Von Michael Heckers

Es ist ein Jammer. Das jedenfalls meint Melanie Breuer-Eickels, wenn sie mit ihrer 78-jährigen Mutter freitags über den Wochenmarkt, oder besser gesagt die Reste des Wochenmarktes geht. "Jetzt ist der Fisch-Mann auch noch weg", sagt Melanie Breuer-Eickels. Ganze drei Stände verloren sich am vergangenen Freitagvormittag zur Marktzeit in der Fußgängerzone.

Der Wegberger Wochenmarkt steht offenbar kurz vor dem Exitus. Es ist ein Teufelskreis: Weil sie nicht oder zu wenig verkaufen, kommen immer weniger Marktbeschicker. Umgekehrt bleiben die Kunden aus, weil die Angebotsvielfalt immer schlechter wird. Tote Hose auf dem Wochenmarkt - so etwas gab es früher nicht. "Der Markt war belebt und einfach typisch für Wegberg", sagt Melanie Breuer-Eickels. "Damals traf man sich auf dem Markt, anschließend ging es zu Café Hoffmann", sagt Melanie Breuer-Eickels. Der Wochenmarkt mit seinen Einkaufsmöglichkeiten und der nicht zu unterschätzenden sozialen Komponente war für sie auch der Grund, warum sie ihre Mutter aus Rheydt nach Wegberg holte, wo die 78-Jährige jetzt eine ebenerdige Wohnung hat. Doch dass auf dem Wochenmarkt jetzt nichts mehr los ist, damit hat Melanie Breuer-Eickels nicht gerechnet. Sie ärgert sich auch darüber, dass die Verantwortlichen bei der Stadtverwaltung dem Niedergang zusehen, ohne zu handeln. "Warum versucht man nicht, den Wochenmarkt mit einem neuen Konzept zu beleben? Man könnte ja beispielsweise die Marktstände auf dem Rathausplatz platzieren, damit der Markt wieder ein geschlossenes Bild bietet, und sich nicht so große Lücken wie in der Fußgängerzone auftun", schlägt sie vor. Für sie ist klar: Wenn sich nicht bald was tut, ist der Wegberger Wochenmarkt bald Geschichte.

Dass gehandelt werden muss, hat offenbar auch die Politik erkannt. So legte die SPD nun einen Antrag vor, wonach die Stadtverwaltung ein Marktkonzept entwickeln soll, das mindestens einmal im Monat einen Abendmarkt vorsieht. Begründung: "Der Markt am Freitagvormittag hat bereits seit längerem an Attraktivität eingebüßt. Die Besucherzahlen und die Zahl der Marktbeschicker sinken", heißt es vonseiten der Sozialdemokraten. Die SPD-Fraktion geht nach eigenen Angaben davon aus, dass ein monatlicher Abendmarkt, gegebenenfalls auch als Ersatz für einen Freitagmorgen, zur Wiederbelebung der Innenstadt beiträgt. Ein solcher Abendmarkt würde auch Berufstätigen ermöglichen, einen Markt zu besuchen.

Auch Bürgermeister Michael Stock will den Wochenmarkt zum Thema machen. "Wir müssen unbedingt was an der Attraktivität machen", sagt er auf Anfrage. Aber das seien keine völlig neuen Gedanken. Vorstellbar ist für den Bürgermeister, dass ein Abendmarkt beispielsweise von Musikaufführungen und anderen Unterhaltungselementen begleitet wird. Viel kosten darf das allerdings nicht, denn die Stadt muss sparen. Deshalb sollen auch Sponsoren angesprochen werden.

Quelle: RP
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