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Wegberg
Überschwemmungsgefahr verringert

Wegberg: Überschwemmungsgefahr verringert
Blick auf den Ophover Mühlenweiher (im Hintergrund die Ophover Mühle) und den renaturierten Beeckbach. Thomas Schulz vom Schwalm-Verband erläutert die Bau- und Renaturierungsmaßnahmen. FOTO: Jürgen Laaser
Wegberg. Geplant wird schon seit über 25 Jahren. Seit gestern ist die Sanierung des "Ophover Mühlenweihers" endgültig abgeschlossen. Neben dem Aspekt der Naturnähe spielt vor allem der Hochwasserschutz eine bedeutende Rolle. Von Niklas Senger

Dem Schwalmverband ist es zu verdanken, dass der "Ophover Mühlenweiher" zu einer echten Sehenswürdigkeit aufgestiegen ist. Ein neu angelegter Weg, eine neue Bepflanzung sowie eine größere ökologische Vielfalt machen den Weiher zu einem der idyllischsten Orte in Wegberg.

Doch der Hauptgrund für die Sanierung ist nicht die schöner gestaltete Landschaft, sondern ein erhöhter Schutz vor Hochwasser. Bereits im letzten Jahr begannen die ersten Erneuerungen am Hochwasserrückhaltebecken rund um das Auslauf-Bauwerk. Indem das alte Mönchsbauwerk abgerissen und durch eine modernere Anlage ersetzt wurde, ist nicht nur eine vereinfachte Bedienung, sondern auch eine Verbesserung der Stauraum-Nutzung erzielt worden.

Anfang diesen Jahres wurden die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt aufgenommen. Der Beeckbach ist jetzt nicht mehr mit dem "Ophover Mühlenweiher" verbunden, sondern verläuft parallel dazu. Trotzdem bleibt das Rückhaltebecken ein Fließgewässer, da nährstoffreiches Grundwasser aus am Grund gelegenen Quellen in den Weiher hineingelangt. Dies ist auch der Grund für die enorme Schlick-Ablagerung, die durch die Umbauarbeiten jedoch in keiner Weise beeinflusst wurde. Die Sanierung erfüllt lediglich den Zweck, dass im Beeckbach eine größere ökologische Durchgängigkeit erreicht wird. Deshalb wurde ein neues Querungsbauwerk mit rauer Sohle sowie natürlichem Sediment errichtet, was es den Fischen und kleinen Organismen ermöglicht, flussaufwärts zu schwimmen. Außerdem wurde der vorhandene Damm, der den Beeckbach vom Weiher abgrenzte, auf ein tieferes Niveau abgetragen, so dass bei einer Hochwassergefahr der maximale Rückstauraum ausgenutzt werden kann. Diese Möglichkeit ist so bedeutend, da der Beeckbach eine Vielzahl an Engpässen rund um die Wegberger Innenstadt besitzt, was im Falle einer Überschwemmung katastrophale Auswirkungen hätte.

Der Rad- und Fußweg musste aufgrund der Umstrukturierung auf den Randbereich des Parkplatzes ausweichen, von wo aus er am Beeckbach vorbeiführt. Um die Attraktivität des Baches und dessen Erlebbarkeit zu verbessern, hat man die veraltete Brücke am Einlauf des Beckens durch eine Sicherere und optisch Ansprechendere ersetzt. Mit dieser naturnahen Gewässerentwicklung versucht man schlussendlich auch, den Tourismus zu fördern.

Die Kosten der Maßnahmen belaufen sich auf rund 600 000 Euro, jedoch wurden Mittel des Landes NRW für den Hochwasserschutz und zur Umsetzung der EU-Richtlinien zu Verfügung gestellt. Der erste Bauabschnitt wurde zu 60 Prozent mit finanziellen Mitteln gefördert, der zweite sogar mit 80 Prozent. Aus diesem Grund sind die Kosten für die Bürger mit 40 Cent pro Jahr so gering. Auch der Schwalmverband hat einen Teil der Kosten übernommen.

Quelle: RP
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