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Wegberg
Umfängliche Sanierung eines Kulturdenkmals

Wegberg: Umfängliche Sanierung eines Kulturdenkmals
Betreiber Jörg Krapoll und die Viersener Architektin Inge Breidenbach sind regelmäßig an der Baustelle, um die Fortschritte zu beobachten. FOTO: Joerg Knappe
Wegberg. Bei der Tüschenbroicher Kornmühle hat die Feuchtigkeit auf der Seite des Mühlenbaches den tragenden Holzstämmen des Fachwerkbaus im Laufe der Jahre stark zugesetzt: Außenwände, Mauerwerk und Dach der Mühle werden jetzt instand gesetzt. Von Nicole Peters

Die Kornmühle "Tüschenbroicher Mühle" liegt am Ausgang des Schlossweihers und gehörte ehemals ebenso wie die auf der gegenüberliegenden Seite gebaute Ölmühle zum Schloss Tüschenbroich, das dazwischen liegt. Mit dem historischen Ensemble ist sie eingetragenes Kulturdenkmal.

Einen ungewohnten Anblick bietet sie zurzeit: Ein Gerüst ist aufgestellt, das Fachwerk beinahe komplett freigelegt. Die Sanierung ist fällig geworden, da die Feuchtigkeit des Mühlenbaches den tragenden Holzstämmen im Laufe der Jahre stark zugesetzt hat. Jetzt werden Außenwände, Sockelmauerwerk und Dach wieder instand gesetzt. "Die Mühle war um das Jahr 1850 bereits verputzt, so dass die Konstruktion nicht zu sehen war", erläutert Jörg Krapoll die Historie, "vor drei Jahren hat uns die Stadt aufgefordert, die Standsicherheit zu überprüfen." Die Familie Krapoll, die auch das anliegende Restaurant "Tüschenbroicher Mühle" betreibt, hat von der Unteren und Oberen Denkmalbehörde die Zusage der finanziellen Unterstützung erhalten. Mit dem Wunsch verbunden, die Viersener Architektin Inge Breidenbach, zu beauftragen, die Erfahrung mit der Wiederherstellung von Denkmälern hat. "Bei der Bestandsaufnahme haben wir festgestellt, dass dringender Handlungsbedarf besteht, da die tragenden Ständer des Hauptwerkes nicht mehr ihre Aufgaben erfüllt haben", erzählt Krapoll. Breidenbach ergänzt: "Durch die Feuchtigkeit, die durch den Mühlenbach herrscht, waren Teile der fünf Hauptständer weggefault."

Im ersten Schritt ging es um die Grundsicherung. Die Arbeiten, die zurzeit laufen, werden durch einen großzügigen Betrag mitgestemmt, den die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dazugegeben hat. "Wir haben den Putz abgenommen, die fünf Ständer bis auf einen neu aufgestellt und haben angefangen, das Fachwerk auszufachen." Dort, wo Lehm-Flechtwerk vorhanden ist, wird es repariert. An anderen Stellen setzen die Fachleute Strohlehmsteine ein und verputzen alles. Auch sorgen sie dafür, dass das Sockelmauerwerk wieder tragfähig wird.

"Das wohl noch ursprüngliche Dachgebälk ist nur bereichsweise durch frühere Reparaturen verändert und benötigt aufgrund des guten Erhaltungszustandes und der guten Zimmerarbeit keine aufwändige Instandsetzung", beschreibt Breidenbach diesen Mühlenbereich. Die Planung sehe vor, dass bis Jahresende die Holzarbeiten abgeschlossen und die Gefache wieder geschlossen sind, sagen beide. Jörg Krapoll: "Es geht zunächst darum, das Gebäude für die nächsten Generationen zu erhalten - ein Nutzungskonzept haben wir noch nicht entwickelt." Wenn alles gut laufe, würden sie in 2017 die Innensanierung durchführen, was von Fördermitteln abhängig sei. Denkbar ist künftig eine museale Nutzung. Ursprünglich war die Mühle eine zwangbare Kornmühle: Die Bauern der Umgebung waren gezwungen, hier ihr Korn mahlen zu lassen. Die Tradition der im Jahr 1862 eingerichteten Gastwirtschaft hat sich bis heute mit dem gleichnamigen Restaurant erhalten.

Quelle: RP
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