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Wegberg
Urnenstelen auf zwei Friedhöfen

Wegberg: Urnenstelen auf zwei Friedhöfen
Urnenstelen werden ab Ende Oktober auf den Friedhöfen in Wegberg und Arsbeck errichtet. Während die Zahl der klassischen Erdbestattungen rückläufig ist, werden Urnenbestattungen stärker nachgefragt. FOTO: Bundesverband Deut. Bestatter
Wegberg. Die Stadt Wegberg möchte dem Wandel in der Bestattungskultur Rechnung tragen. Deshalb werden ab Ende Oktober auf den Friedhöfen in Wegberg und Arsbeck Urnenstelen aufgestellt. Von Michael Heckers

Die klassische Erdbestattung wird immer weniger nachgefragt, finanzielle Belastungen und der Fortzug der Angehörigen erfordern neue Angebote in der Bestattungskultur. Viele wünschen sich außerdem, dass der Pflegeaufwand für eine Grabstätte so gering wie möglich ist. Auch in Wegberg werden Urnen-Bestattungen immer stärker nachgefragt.

Die Bestattungskultur erlebt seit einigen Jahren einen deutlichen Wandel. Bei der klassischen Erdbestattung wird der Körper in einem Sarg der Erde übergeben, bei der Feuerbestattung in einem Krematorium dem Feuer. Heutzutage ist die Feuerbestattung zunehmend verbreitet und der Erdbestattung gleichgestellt. Die Identität des Verstorbenen wird bei der Einäscherung gewahrt. Die Kremation ist nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Bestatter Voraussetzung für weitere Formen der Bestattung wie die Seebeisetzung oder die Beisetzungsform an den Wurzeln von Bäumen.

Bestatter Torsten Heiss vom gleichnamigen Bestattungshaus am Rathausplatz ist von den Vorzügen der Urnenstelen überzeugt. Der Ratsherr (CDU) ist Mitglied des städtischen Arbeitskreises "Neue Bestattungsformen auf Wegberger Friedhöfen". "Aus meiner Sicht sind die Urnenstelen eine Antwort auf die Grabeskirchen", sagt er und verweist auf die guten Erfahrungen mit Urnenstelen andernorts, zum Beispiel in Hochneukirch.

In Wegberg war auf Antrag der CDU geprüft worden, ob die alten Friedhofshallen in Kolumbarien umgebaut werden sollen. Doch die Kosten dafür sind zu hoch. Grabeskirchen gibt es in Wegberg bislang nicht. Deshalb kamen die Urnenstelen in die Diskussion. Sie sollen auf Grünflächen nahe der Friedhofshallen in Wegberg und Arsbeck aufgestellt werden. Dazu wird in beiden Fällen ein kleiner Weg angelegt, über den die Urnenstelen zu erreichen sind. Außerdem sind einige landschaftsgärtnerische Arbeiten notwendig.

Bis Mitte November sollen die etwa zwei Meter hohen Urnenstellen auf den beiden Friedhöfen stehen. Sie werden aus einem natursteinähnlichem Material in hellgrauer Optik gefertigt. Es sind jeweils drei Urnenstelengruppen in lockerer Anordnung geplant. Die mittlere Stele bietet vier Kammern Platz, die beiden äußeren jeweils drei, insgesamt sind folglich zunächst 30 Kammern pro Friedhof vorgesehen. Bei Bedarf sollen später weitere Urnenstelen auf den vorgesehenen Flächen errichtet werden können.

Die Urnenstelen sind rund zwei Meter hoch. Die Urnen werden in die Kammern gestellt und diese mit Natursteinplatten, die mit dem Namen und den Geburts- und Todesdaten des Verstorbenen versehen werden können, verschlossen.

Detaillierte Angaben zu den Kosten dieser Bestattungsform können nach Angaben der Stadtverwaltung erst nach Abschluss der Baumaßnahmen und nach Aktualisierung der Friedhofsgebührensatzung gemacht werden. Sie dürften allerdings in einem ähnlichen Rahmen liegen wie die Kosten für eine klassische Erdbestattung. Bei den neuen Urnenstelen auf den Friedhöhen in Wegberg und Arsbeck beträgt die Ruhefrist 30 Jahre. Üblicherweise erfolgt danach eine anonyme Beerdigung, erklärt Bestatter Heiss.

Ab 1. Januar 2017 - so die Planung der Stadtverwaltung - sollen die Urnenstelen offiziell als Bestattungsalternative zur Verfügung stehen.

Quelle: RP
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