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Wegberg
Verein "Asyl in Wegberg" gegen Integrationsprojekt

Wegberg. Flüchtlingshelfer wenden sich an Bürgermeister Stock. Ihr Vorwurf: Das Projekt schürt den Unmut der Bürger.

Mit einem offenen Brief hat sich Gabi Peterek im Namen des Vereins "Asyl in Wegberg" an Bürgermeister Michael Stock gewandt. In dem Schreiben heißt es, dass der Verein über die jüngsten Pläne der Stadt, ein ,interkulturelles Spielen' mit einem neu gebauten Spielplatz im Wegberger Stadtpark zu ermöglichen, rege diskutiert habe. "Aus unserer Sicht ist das Projekt, das sich zweifelsfrei zunächst gut anhört, aus mehreren Gründen nicht zielführend", schreibt Gabi Peterek.

Vor 14 Tagen hatte der Hauptausschuss mit der Stimmenmehrheit von CDU und SPD beschlossen, dass die Stadt Wegberg Fördermittel aus einem Sonderprogramm des Landes NRW für den Ausbau des Spielplatzes im Stadtpark beantragen soll. Die Kosten für das Integrationsprojekt werden auf insgesamt 352.000 Euro beziffert. Davon müsste die Stadt Wegberg, die sich im Haushaltssicherungskonzept befindet, 100.000 Euro selbst zahlen.

"Wir begrüßen es ausdrücklich, dass die Stadt Wegberg bereit ist, einen Betrag von 100.000 Euro für die Integration von Flüchtlingen bereitzustellen", heißt es in dem Offenen Brief von "Asyl in Wegberg". Allerdings sei der Wegberger Stadtpark für die Flüchtlinge, die in der überwiegenden Zahl in der städtischen Einrichtung an der Nordstraße in Arsbeck und in der Notunterkunft des Landes NRW in Petersholz leben, kaum zu erreichen. Die bisherige Erfahrung zeige, dass der bereits vorhandene Spielplatz auch von Wegberger Bürgern und deren Kindern kaum genutzt werde, sondern vielmehr zum Tummelplatz von Hundebesitzern und jungen Erwachsenen geworden sei.

Der Verein "Asyl in Wegberg" mutmaßt, dass neben den bereits bezifferten 100.000 Euro weitere, nicht unerhebliche Folgekosten für Betrieb, Wartung und Instandhaltung auf die Stadt zukommen dürften. "Geld, das eigentlich nicht vorhanden ist und anderswo gekürzt wird, zum Beispiel durch geringere Unterstützung der Vereine. Alternativ müsste das Geld teuer geliehen werden", heißt es in dem Brief.

Peterek hat nach eigenen Angaben mit vielen Flüchtlingen über die Pläne der Stadt gesprochen. "Die Reaktion war immer ähnlich: Einen Spielplatz mit Begegnungsmöglichkeit halten die meisten für überflüssig." Vielmehr seien Integrationsmöglichkeiten und Sprachkurse für Erwachsene gefragt, beleuchtete Straßen, bessere Wohnoptionen.

"In unseren Augen wird hier das Ziel der Ausschreibung verfehlt", bilanziert Peterek. Gleichzeitig würden Vereinen und Jugendzentren Fördermittel gestrichen. Peterek: "Mit diesem Projekt wird der Unmut der Bürger geschürt, die der Flüchtlingsfrage ohnehin kritisch gegenüberstehen, ohne dass den Flüchtlingen in Sachen Integration gezielt geholfen wird." Der Verein "Asyl in Wegberg" fordert den Bürgermeister außerdem auf, mehrere Fragen zu beantworten, unter anderem die nach möglicherweise anfallenden Personalkosten.

Heute Abend (18.30 Uhr) berät der Wegberger Stadtrat über das umstrittene Integrationsprojekt.

(hec)
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