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Erkelenz
Vom Klösterchen zur Klinik - in 112 Jahren viel erlebt

Erkelenz. Die Geschichte des Wegberger St. Antonius Krankenhauses von den Anfängen im Klösterchen 1905 bis zum Aus im Jahr 2017. Von Quelle: In der Publikation "ein Jahrhundert Gesund Werden", Herausgegeben Im Jahr 2005 Zum 100-Jährigen Bestehen Des Krankenhauses Vom Verein der Freunde und Förderer Des St. Antonius-Krankenhauses Wegberg, Nennen Die Autoren Folkmar Pietsch und Michael Körner Die Wichtigsten Daten In der Geschichte Des Hauses von 1905 Bis 2005.

26. September 1905 Eröffnung des Klösterchens an der Bahnhofstraße - das Gebäude gilt als Wiege des Wegberger Krankenhauses. Heute erinnert daran die Figur des St. Antonius über dem Eingang zum dortigen Wohn- und Geschäftshaus (Bahnhofstraße 42).

1907 Der Orden der Franziskanerinnen kauft das Grundstück "Auf dem Kieroth" für den Bau eines neuen Krankenhauses.

1913 Baubeginn am 7. Juli, Grundsteinlegung am 28. September, Richtfest am 15. Dezember.

15. April 1915 Das erste richtige Krankenhaus (heutiger Altbau an der Birkenallee) wird eröffnet.

15. April 1917 bis 1918 ist das Krankenhaus Lazarett, in dem die Ordensschwestern französische Soldaten pflegen.

1931 Täglich werden bis ins Jahr 1932 hinein 80 Mittagessen an Bedürftige ausgegeben.

1937 Das erste fahrbare Röntgengerät wird angeschafft.

1939 bis 1945 Wegberg erleidet erhebliche Schäden durch den Krieg. Aus dem Krankenhaus wird erneut ein Lazarett.

31. August 1952 Auf dem Grenzlandring, zu diesem Zeitpunkt eine der schnellsten Rennstrecken der Welt, ereignet sich einer der schwersten Unfälle der internationalen Rennsportgeschichte. 13 Menschen sterben, 42 werden verletzt. Viele Verletzte werden im Wegberger Krankenhaus behandelt.

1962 Baubeginn des neuen Krankenhauses gleich neben dem bestehenden Gebäude.

27. Juni 1964 Einweihung des neuen Krankenhauses mit 125 Betten.

1973 Um den Erhalt des Hauses wird sechs Jahre lang gerungen - letztendlich mit Erfolg, das Wegberger Krankenhaus bleibt bestehen.

1979 Nach erfolgreichem Kampf um den Erhalt des Hauses wird am 4. Dezember die St. Antonius-Krankenhaus GmbH als neue Trägerin gegründet.

1. Januar 1980 Eine GmbH übernimmt die Trägerschaft des Wegberger Krankenhauses. Gesellschafter sind die Stadt Wegberg (70 Prozent) und der Franziskanerinnen-Orden (30 Prozent). Der Orden hatte das Krankenhaus zuvor als St. Antonius-Stift e.V. geführt.

Dezember 1983 Die Ordensschwestern werden aus Nachwuchsmangel verabschiedet. Von den 112 Jahren, in denen es in Wegberg ein Krankenhaus gab, wirkten alleine 78 Jahre lang die Franziskanerinnen der "Ordensgemeinschaft von der Buße und der christlichen Liebe" segensreich für kranke und alte Menschen.

Februar 1990 Der Kölner Regierungspräsident Franz-Josef Antwerpes kündigt Investitionsmittel an, nimmt dies im Dezember aber wieder zurück.

1991 Das St. Antonius Altenpflegeheim nimmt den Betrieb auf.

1. April 1992 Regierungspräsident Franz-Josef Antwerpes verkündet seine Absicht, das Wegberger Krankenhaus zum 1. Januar 1996 zu schließen; die Regionalkonferenz entscheidet im November anders.

30. August 1993 Das Krankenhaus gewinnt vor dem Oberverwaltungsgericht Münster eine Klage gegen den Regierungspräsidenten in Sachen Investitionsmittel.

1994 Regierungspräsident Antwerpes scheitert beim Bundesverwaltungsgericht mit seiner Beschwerde gegen das Urteil in Münster.

15. November 1995 22 Bürgerinnen und Bürger gründen den Krankenhaus-Förderverein. Das Krankenhaus wirbt mit einem neuen Logo.

1996 Im Dezember bewilligt der Regierungspräsident 7,8 Millionen D-Mark an Landesmitteln für das Krankenhaus Wegberg.

28. Januar 1998 Der erste Spatenstich für den Erweiterungsbau. Die Arbeiten gelten als größte Sanierung seit 30 Jahren.

12. April 2000 Der Erweiterungsbau und die modernisierten Bereiche des St. Antonius Krankenhauses werden in Betrieb genommen.

2001 Mitte des Jahres wird das Wegberger Krankenhaus in den Rettungsplan des Kreises Heinsberg aufgenommen.

2003 Da das Haus an der Grenze der Wirtschaftlichkeit arbeitet, wird ein Zusammenschluss mit dem Krankenhaus Erkelenz geplant. Die Krankenkassen lehnen dies ab.

September 2004 Die Belegschaft beschließt, zwei Jahre lang auf die Hälfte des Weihnachtsgeldes zu verzichten, um das Krankenhaus zu erhalten.

8. Juli 2005 Die Stadt Wegberg besiegelt mit Dr. Arnold Pier einen Vorvertrag zur Übernahme des Hauses.

26. September 2005 Das Krankenhaus wird 100 Jahre alt.

1. Februar 2006 Dr. Arnold Pier übernimmt die St. Antonius Klinik (93 Betten). Er ist Klinikeigentümer, Chefarzt, ärztlicher Direktor und Operateur in einer Person.

Dezember 2006 Bei der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach geht eine anonyme Anzeige ein. Die Kripo beschlagnahmt Krankenakten im Wegberger Krankenhaus. Die Belegungszahlen am Wegberger Krankenhaus gehen in den folgenden Monaten zurück.

März 2007 Der Klinikchef gerät unter Tötungsverdacht. Mehrere Fälle werden untersucht.

April 2008 Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen den Klinikchef der St. Antonius Klinik und weitere Ärzte. Wunden von Patienten sollen mit Zitronensaft behandelt worden sein. Der Klinikleiter wird in Untersuchungshaft genommen.

Oktober 2009 Dr. Arnold Pier verkauft die Klinik Wegberg an die Architektin Dany Molz aus Geilenkirchen. Unter ihrer Regie entstanden 2006 die neue Cafeteria "Leonie's" und und die Pläne für die Seniorenwohnanlage "Birkenpark".

November 2009 Tag des Neubeginns: Die Wegberger Sankt Antonius Klinik öffnet ihre Türen, um das Vertrauen der Menschen zurückzugewinnen.

28. März 2011 Das Landgericht Mönchengladbach verurteilt den früheren Eigentümer des Wegberger Krankenhauses zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und spricht ein vierjähriges Berufsverbot aus.

Januar 2016 Klinikchefin Dany Molz kündigt an, dass das Krankenhaus als kleine Klinik (93 Betten, 170 Mitarbeiter) den Änderungen in der Gesundheitspolitik und der Nachfrage der Bevölkerung Rechnung tragen muss. Daher seien Anpassungen bei der Ausrichtung der Versorgung der Sankt Antonius Klinik geboten. Sie führt Verhandlungen mit Behörden, der Stadt Wegberg und Kooperationspartnern.

2. Juni 2017 Klinikchefin Dany Molz und Bürgermeister Michael Stock geben bekannt, dass der Krankenhausbetrieb mit sofortiger Wirkung eingestellt wird. Die verbliebenen 15 Patienten werden noch am gleichen Tag in umliegende Krankenhäuser gebracht. Alle 70 Mitarbeiter werden die Kündigung erhalten, wenn der Sozialplan abschließend verhandelt ist. Nicht betroffen von der Schließung ist das benachbarte St. Antonius Seniorenheim (50 Plätze). Auch die Tagesbetreuung (zwölf Plätze) wird unverändert angeboten. Die Aufwendungen für Sozialplan, Pensionen und erforderliche Baumaßnahmen werden aus dem Krankenhausstrukturfonds bezahlt. Bürgermeister Michael Stock sagt: "Wir haben jetzt zwei wichtige Aufgaben. Wir müssen dafür sorgen, dass die Mitarbeiter einen gerechten Sozialplan erhalten. Und wir müssen dafür sorgen, dass das Haus ein neues, in die Zukunft gerichtetes Konzept erhält, das auch neue Arbeitsplätze schafft."

Quelle: RP
 
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