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Wegberg
Voneinander lernen spielt große Rolle

Wegberg: Voneinander lernen spielt große Rolle
Blick in den jahrgangsübergreifenden Unterricht der Klassen 1 bis 3 mit Lehrerin Astrid Pinter in der Grundschule in Wildenrath. FOTO: Jürgen Laaser
Wegberg. In diesem Schuljahr ist an der Wildenrather Grundschule das Jahrgangsübergreifende Lernen (JüL) auf die dritte Klasse ausgeweitet worden. Im kommenden Jahr wird die vierte Klasse dazukommen. Ein Besuch im Unterricht. Von Nicole Peters

Wie gemeinschaftliches Lernen bei Kindern unterschiedlicher Jahrgänge funktionieren kann, verdeutlicht ein Besuch im Deutsch-Unterricht von Lehrerin Astrid Pinter. Zunächst treffen sich Kinder und Lehrerin im Gesprächskreis und besprechen den Buchstaben, der als Nächstes eine Rolle spielen soll. Mit Übungen an der Tafel und im Heft am Tisch vertiefen die Schüler je nach Alter ihren Wissensstand. Während die Jüngsten das Schreiben einzelner Buchstaben in vereinfachter Ausgangsschrift üben, widmen sich die etwas Älteren auch der Schreibschrift und die ältesten Kinder lernen, Wörter zu buchstabieren.

Seit diesem Schuljahr ist das Jahrgangsübergreifende Lernen (JüL) an der Grundschule von den ersten beiden Jahrgangsstufen auf die dritte ausgeweitet worden - es wird in drei gemischten Klassen unterrichtet. "Vorteil des Konzeptes ist es, dass die Stärkeren der ursprünglichen Klasse zwei etwa bei den Drittklässlern Anregungen bekommen oder die Zweitklässler zeitweise bei den Erstklässlern mitüben, um Lücken aufzuarbeiten", erläutert Schulleiterin Gisela Unland. Das JüL-Konzept ist aufgrund des demografischen Wandels und Bestrebens, den Standort nicht schließen zu müssen, vor zwei Jahren eingeführt worden.

Im Jahr 2013 hatte es lediglich zehn Anmeldungen für die erste Klasse gegeben, und der Unterricht war zwei Jahre lang jahrgangsübergreifend geführt worden. Mit Sondergenehmigung der Bezirksregierung Köln ist für das aktuelle Schuljahr die jetzige dritte Klasse übergangsweise dazugekommen - ab dem kommenden Schuljahr werden vier Jahrgänge in drei Klassen beschult. "Damit ist der Standort mittelfristig gesichert, und es kehrt Ruhe ein", betont Unland. Die Schule kann somit schwankende Anmeldezahlen ausgleichen: Mindestens 15 und maximal 25 Kinder können eine Klasse - in der jeweils Gemeinsames Lernen praktiziert wird - bilden.

Die Wildenrather Grundschule übernimmt mit der Ausweitung auf die dritte und später vierte Jahrgangsstufe eine Vorreiterrolle im Kreis Heinsberg. Astrid Pinter betont, dass alle Kinder ihre Lernziele, so wie andere Kinder auch, erreichen. Positiv empfindet sie die Tatsache, dass sie mit den Kollegen Maren Schmitt und Christof Zielony im Team arbeitet. In regelmäßigen Sitzungen haben sie Lernstoff und Zeitplan eng aufeinander abgestimmt und tauschen sie sich über Schüler und Organisatorisches aus. "Wir müssen die einzelnen Lernstände jetzt noch mehr im Blick haben und beispielsweise Listen führen, um die Kinder ganz individuell fördern zu können", sagt sie.

Für die Schüler bringe das Konzept durch Steigerung von Sozialkompetenz, durchgängiger Zugehörigkeit zu einer Lerngruppe auch bei längerem oder kürzerem Verweilen in der Schuleingangsphase sowie größere Motivation durch ähnlich alte Mitschüler vor allem Vorteile mit sich.

Quelle: RP
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