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Wegberg
Wallfahrt zum Gnadenbild aus dem Kloster Maria Wald

Wegberg: Wallfahrt zum Gnadenbild aus dem Kloster Maria Wald
Wegberger besuchten auch die Abteikirche Maria Wald. FOTO: ST. MARTIN
Wegberg. 50 Pilgerinnen und Pilger - darunter Pfarrer Huu Duc Tran - machten sich auf den Weg nach Heimbach.

Der Arbeitskreis "Liturgie" hatte dem Pfarrgemeinderat Sankt Martin für dieses Jahr eine Wallfahrt nach Heimbach vorgeschlagen. Die Idee dazu hatte der Wallfahrtsbeauftragte des Bistums Aachen, Pfarrer Wecker aus Heimbach, als er 2014 während der Holtumer Oktav die Predigten übernommen und dabei dem Bild der "Schwarzen Madonna" von Holtum erstmals begegnet war. Auf einen Hinweis im Pfarrbrief Sankt Martin meldeten sich viele Interessenten. Pfarrer Tran eröffnete die Wallfahrt mit einigen Gedanken zum Fest Mariä Himmelfahrt, das die Kirche an diesem Tag feierte. Die Pilgergruppe sang dazu das bekannte Lied "Maria, breit den Mantel aus"...

Zwischenstation war die Abtei Maria Wald. Auf dem Parkplatz wurde die Pilgergruppe von Pfarrer Wecker empfangen. In lebendiger und eindrucksvoller Weise ging er auf die Anfänge der Abtei ein, die seit über 500 Jahren ein Ort des Gebetes ist. Um 1470 erwarb der Strohdachdecker Heinrich Fluitter in Köln ein Gnadenbild, das er an der Wegkreuzung Berscheid auf dem Kermeter in einer Hütte zur Verehrung aufstellte und bis zu seinem Tod betreute.

Weil die Zahl der Pilger dorthin beträchtlich zunahm, errichtete Pfarrer Daum aus Heimbach 1479 eine hölzerne Kapelle. 1480 kamen die Zisterzienser und begannen dort ihr monastisches Leben, das mehreren geschichtlichen Ereignissen (zum Beispiel Französische Revolution, Kulturkampf, Erster und Zweiter Weltkrieg) ausgesetzt worden ist: Die Mönche wurden vertrieben, das Kloster wurde immer wieder zerstört und immer wieder neu aufgebaut. Das Gnadenbild konnte gerettet werden und wurde 1804 in die Kirche nach Heimbach gebracht. Die Mönche in Maria Wald - derzeit leben noch 14 Patres in der Klosteranlage - besitzen eine Kopie des Gnadenbildes, um den "geschichtlichen Ursprung" darzustellen.

Für die Wegberger Pilgergruppe war es ein besonderes Erlebnis, beim Stundengebet der Mönche am Mittag dabei zu sein, den Kreuzweg betrachten zu können und die bekannte Erbsensuppe zu essen und dabei ein Stück Gemeinschaft zu erleben.

Den Nachmittag verbrachten die Pilger in Heimbach und erfuhren durch Pfarrer Wecker viel über die Geschichte der alten und der neuen Heimbacher Kirche, die erst in den 1980er Jahren errichtet worden ist; beide Kirchen bilden eine überzeugende architektonische Einheit. Besonders beeindruckend sind neben dem Altar und dem Gnadenbild in der neuen Kirche auch die Fenster, die eine ganz besondere Atmosphäre schaffen.

Eine feierliche Heilige Messe schloss sich an, die vom Kirchenchor Heimbach und einem Chor aus Leverkusen musikalisch gestaltet wurde. Mit vielen nachhaltigen Eindrücken fuhr die Gruppe am Abend nach Wegberg zurück. Und diese Pilgerfahrt wird mit Sicherheit nicht die letzte von Sankt Martin gewesen sein.

Quelle: RP
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