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Wegberg
Wandern durch die winterliche Natur

Wegberg: Wandern durch die winterliche Natur
Im deutsch-niederländischen Grenzgebiet erleben Wanderfreudige eine abwechslungsreiche Landschaft. Die Silvester-Tour hat Tradition. FOTO: ANGELIKA HAHN (ARCHIV)
Wegberg. Landschaftsführer Norbert Helpenstein zeigt Wanderern, wie unterschiedlich Naturerlebnisse auf relativ kleinem Raum sein können. Traditionell erkundet er an Silvester das Meinweggebiet. Von Nicole Peters

Vor vielen Jahren hatte die niederländische Forstbehörde Staatsbosbeheer die Wanderung an Silvester angeboten und Natur- und Landschaftsführer Norbert Helpenstein war mit Begeisterung mitgegangen. Als die Niederländer mit der Durchführung aufhörten, hat er sie übernommen. Seit ungefähr sechs Jahren leitet er die Gruppen an diesem Tag des Wechsels in das Neue Jahr. Wanderfreunden zu zeigen, wie unterschiedlich Naturerlebnisse auf relativ kleinem Raum sein können, ist eines seiner Anliegen. An Silvester erkundet er mit ihnen traditionell das Meinweg-Gebiet. "Wir sind immer eine sehr gemischte Gruppe", berichtet er, "zur Silvester-Wanderung reisen die Teilnehmer etwas weiter an." Sogar aus Düsseldorf stammen Wanderer, die tagsüber an die frische Luft möchten, bevor der Abend kommt. Relativ ruhig sei es ansonsten erfahrungsgemäß an diesem Tag, da wenig an Veranstaltungen angeboten werde, sagt Helpenstein. Am Jahresende möchte der Wanderführer den Teilnehmern die Möglichkeit geben, die winterliche Natur mit ihren kahlen Bäumen intensiv wahrzunehmen. "Es gibt keine großen Highlights auf der Strecke und jeder empfindet die Wanderung anders." Mit Schnee sei in diesem Jahr nicht zu rechnen - falls es regnen sollte, würden die Teilnehmer genau diese Witterung erleben wollen. Die Strecke variiere jährlich, führe jedoch vom südlichen Meinweg-Gebiet ab Dalheimer Mühle und dann Vlodrop Station in den nördlichen Bereich am Natursee Elfenmeer in den Niederlanden. Dort steht ein Gang auf dem schmalen Pfad entlang des Gewässers an, den in vergangener Zeit die Grenzpolizei nutzte, auch das Rolvennen (mit großem Teich und Aussichtsplattform) ist zu sehen. Der Boschbeek oder Buschbach markiert die Grenze zur deutschen Seite hin. "Wir gehen nur auf Naturwegen", beschreibt Norbert Helpenstein die Tour. Als beim Naturpark Maas-Schwalm-Nette ausgebildeter Natur- und Landschaftsführer pflegt er weiterhin den Kontakt zum Park, führt die Silvestertour aber privat durch. Die freiwilligen finanziellen Beiträge spendet er an die Kinderkrebshilfe Ophoven. Schaue man sich die Landschaften wie alte knorrige Waldabschnitte oder freie Flächen beim Gang quer durch den Nationalpark de Meinweg an, seien durchaus geschichtliche Aspekte zu erkennen, meint er. "In einem alten Hackholz-Wald hat man beispielsweise während des Zweiten Weltkrieges noch Brandholz und Baumaterial geschlagen", erzählt er, so zeugten etwa mehrstämmige Eichen davon, dass die Äste früh abgeholzt wurden. Jahrtausende Jahre alter Nutzwald ist verheizt worden. "Die Bepflanzung, die wir im Moment zu 90 Prozent sehen, stammt aus der Nachkriegszeit." Vor allem seien dann Kiefern - als Stützen für den Steinkohleabbau - sowie Fichten und einige Lerchen angebaut worden. Kiefern stützten die Schächte ab und warnten die Arbeiter mit einem Knirschen im Gebälk vor möglichen Einstürzen. In heutiger Zeit legten die Verantwortlichen Forstwald mit mehr offenen Flächen an, um damit den Charakter aus napoleonischer Zeit wiederzuholen. Auf Tranchotkarten aus dieser Zeit sei viel Busch- und Heidelandschaft zu sehen.

Ihn selbst faszinieren sowohl die verschiedenen Landschaften zu unterschiedlichen Jahreszeiten, als auch Naturereignisse wie Heide- und Ginsterblüte. Einmal monatlich führt er andere Naturliebhaber zu Gebieten mit markanten Eigenschaften.

Quelle: RP
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