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Wegberg
Was ist den Bürgern die Feuerwehr wert ?

Wegberg. Diskussion im Bauausschuss über hohe Kosten für Erweiterungsbau des Gerätehauses in Moorshoven. Von Michael Heckers

Die hohen Investitionen für die Freiwillige Feuerwehr waren am Dienstagabend Thema im Rathaus. An den Plänen für die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses in Moorshoven entzündete sich im Bauausschuss eine Grundsatzdiskussion über die Frage, was die Feuerwehr ihren Bürgern wert ist. "Wir sollen für einen 90 Quadratmeter großen Anbau fast 500.000 Euro ausgeben. Hinzu kommen die Kosten für ein neues Fahrzeug von bis zu 230.000 Euro. Ist in der Wegberger Stadtverwaltung der Hilferuf der Kämmerin überhaupt angekommen?", fragte Heinz Nießen von der FDP.

Das Gebäude des Feuerwehrgerätehauses in Moorshoven (Kapellenstraße 22) wurde 1986 weitestgehend in Eigenleistung durch Mitglieder der Feuerwehr gebaut. Die Löschgruppe verfügt zurzeit über 24 aktive Einsatzkräfte sowie 13 Mitglieder der Ehrenabteilung.

Das alte Löschgruppenfahrzeug mit dem Baujahr 1993 soll nun durch ein neues Fahrzeug (HLF 10) ersetzt werden. Das Problem: Das neue Fahrzeug, das im Brandschutzbedarfsplan geführt wird, ist zu groß für die alte Fahrzeughalle. Weil es in diesem Gerätehaus nach Darstellung der Verwaltung weitere, teils erhebliche Missstände gibt, hält die Stadt einen Erweiterungsbau für dringend erforderlich. Die Kosten für den 90 Quadratmeter großen Anbau werden auf 425.000 Euro geschätzt, hinzu kommen Honorarkosten für die Architektenleistung mit 50.000 Euro.

Da die Stadt Wegberg sich in einem Haushaltssicherungskonzept befindet und sparen muss, werden die hohen Kosten fraktionsübergreifend kritisch gesehen. Heinz Nießen (FDP) betonte, dass seine Fraktion die Feuerwehr nicht im Regen stehenlassen wolle. Allerdings müsse man über den Weg, wie das gemeinsame Ziel zu erreichen sei, diskutieren dürfen. Bürgermeister Michael Stock (SPD) erklärte, dass die Anforderungen an die Feuerwehr immer größer würden, "ein Umstand, den wir zurzeit deutschlandweit erleben". Stock warnte davor, notwendige Investitionen in diesem Bereich zu unterlassen: "Wir müssen die Feuerwehr ordentlich ausstatten, damit sie ihren Aufgaben nachkommen kann. Wenn uns die Freiwilligen abspringen, benötigen wir irgendwann eine hauptamtliche Brandwache - das wäre am Ende deutlich teurer."

Einstimmig sprach sich der Bauausschuss schließlich dafür aus, die Erweiterung zu planen und zu realisieren - allerdings nicht in der Form und zu den Kosten, wie sie die Stadtverwaltung vorgelegt hatte. Darum muss die Stadtverwaltung die Planung, die später erneut zur Abstimmung stehen wird, nun zunächst überarbeiten.

Quelle: RP
 
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