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Wegberg
Was kommen wird

Wegberg. Erkelenz darf für das neue Jahr einen kulturellen Zugewinnen erwarten. Die Fortentwicklung der Innenstadt steht ebenfalls an. Von Andreas Speen

Die Klammer, die sich in Erkelenz um das nächste Jahr legt, ist für die Menschen nicht erfreulich. Einschneidend werden am Jahresanfang der Abriss des Immerather Doms für den nahenden Braunkohlentagebau und zum Jahresende hin die Wegnahme der Autobahn 61 zwischen Wanlo und Jackerath sein, was aus demselben Grund geschehen wird. Das eine wird die Menschen zutiefst emotional berühren, das andere werden sie über Jahrzehnte spüren, wenn sie anstelle der A 61 den weiteren Weg über das Autobahnkreuz Holz und die A 44 oder über die Landstraßen bis nach Jackerath nehmen müssen. Spätestens mit diesem Einschnitt in die Verkehrsinfrastruktur werden dann erstmals alle Erkelenzer direkt von den Folgen des heranziehenden Tagebaus Garzweiler II betroffen sein.

Damit den weiteren Folgen, die sich aus dem Braunkohlenabbau auf Erkelenzer Stadtgebiet ergeben, in Zukunft begegnet werden kann, wird die Stadt mit den Nachbarn Mönchengladbach, Jüchen und Titz im neuen Jahr den Zweckverband Tagebaufolge(n)landschaft Garzweiler in Betrieb nehmen. Gegründet worden ist er gerade noch im alten Jahr. Zu suchen sein werden nun die ersten Mitarbeiter, die von ihrem künftigen Büro in Erkelenz aus anfangen, zu planen und Einfluss zu nehmen, wie der Zeit mit und nach dem Tagebau trotz allem Positives abgewonnen werden kann.

Einen großen Schritt will Erkelenz 2018 in der Innenstadt weiterkommen. In einem Wettbewerb für Investoren soll die zur Stadt passende Idee für das Areal am Bahnhof gefunden werden, auf dem heute noch die leergezogenen Gebäude der Polizei, des Amtsgerichts und Gesundheitsamts stehen. Handel und Wohnen sollen ermöglicht werden. Bis zum Jahresende sollte sich hier herauskristallisiert haben, was sich dort in den nächsten Jahren entwickeln könnte.

Entwicklung wird es im Jahr 2018 auch an der Bundesstraße 57 geben, wo das Gewerbegebiet Gipco erweitert werden soll. Gebaut werden wird im nächsten Jahr auch in den Umsiedlungsorten Keyenberg, Kuckum, Berverath, Ober- und Unterwestrich, wo der private Wohnungsbau in die heiße Phase gehen dürfte. Und gebaut wird am Erkelenzer Bahnhof. Mehrfach angekündigt, ist es jetzt so weit: Die Park-and-Ride-Anlage wird aufgestockt, damit mehr Pendler dort ihre Autos abstellen und mit der Bahn zur Arbeit fahren können.

Zuletzt wird das Jahr 2018 für Erkelenz auch noch einen kulturellen Zugewinn bringen. Im ehemaligen Kreuzherrenkloster Haus Hohenbusch werden momentan die "Musealen Zellen" erweitert, was finanziell unter anderem vom Landschaftsverband Rheinland unterstützt wird. Im März sollen sie der Öffentlichkeit übergeben werden. Ausgehend von der bisherigen Dauerausstellung, in der das Leben der Klosterbrüder veranschaulicht wird, soll es künftig eine Aufarbeitung der jüngeren Vergangenheit, eine Darstellung der Gegenwart und einen Ausblick auf die Zukunft von Haus Hohenbusch geben. Insgesamt wird es auf Hohenbusch im nächsten Jahr 22 öffentliche Veranstaltungen geben, vom "Electrisize Festival" über das traditionelle Reitturnier bis zum Bauernmarkt.

Wegberg wird 2018 viel bauen, vor allem für die Schulen. Gefeiert werden Jubiläen wie von der Atelieretage und in Wildenrath, das 950 Jahre alt wird.

Mit einem großen Bündel an Aufgaben für 2018 und die Jahre darüber hinaus erwartet die Stadt Wegberg den neuen Baudezernenten Frank Thies, der seine Aufgabe zum 1. Januar antreten wird. So will die Stadt für den geplanten Neubau der Feuerwache an der Maaseiker Straße in die entscheidende Phase eintreten, in Rath-Anhoven das Bebauungsplanverfahren für die Erweiterung der Gewerbeflächen vorantreiben und in der ersten Jahreshälfte den in diesem Jahr angeschobenen Masterplan vorstellen, von dem Bürgermeister Michael Stock sich "wichtige städtebauliche Anstöße und Handlungsempfehlungen" verspricht.

Damit aber nicht genug Themen, die mit dem Fachbereich von Thies in Verbindung stehen, schließlich will Wegberg auch noch weiter in die Schulgebäude investieren. "Hier ist insbesondere der dritte Bauabschnitt im Maximilian-Kolbe-Gymnasium zu nennen", erklärt Stock gegenüber unserer Redaktion und weist darauf hin, dass im neuen Jahr "auch auf das Thema der offenen Ganztagsschulen ein Schwerpunkt zu legen sein wird". Neben der Befriedigung des erhöhten Betreuungsbedarfs in den Kindertagesstätten müssen die Räume für die Ganztagsschulen im Stadtgebiet laut Michael Stock räumlich ausgeweitet werden. Hier sieht die Stadtverwaltung, dass in den kommenden Jahren ein erhöhter Bedarf entsteht, der abzudecken sein wird. "Wir setzen uns zu Recht dafür ein, dass die Kinderbetreuung unter sechs Jahren ausgeweitet wird. Dies muss in der Grundschule konsequenterweise fortgesetzt werden", erklärt Wegbergs Bürgermeister und ergänzt: "Es ist ja kaum zu erwarten, dass Eltern ihre Kinder nach dem Kindergarten auf einmal wieder über Mittag betreuen werden."

Geplant und gebaut wird in Wegberg 2018 aber auch von anderen als der Stadt. "Wir stehen unmittelbar vor Beginn der Bebauung an den Wegberger Höfen, dem ehemaligen BGZ, durch einen Investor", berichtet Michael Stock und wirft den Blick auf noch ein weiteres Bauvorhaben: "Am Bahnhof entstehen durch einen Investor 40 Wohneinheiten mit gefördertem Wohnraum." Eine Tankstelle, eine Taxizentrale und zwei Hallen für Handwerksbetriebe und einen technischen Versandhandel sollen außerdem noch auf dem alten Ziegeleigelände in Uevekoven entstehen. Und bei Wildenrath schreitet der Bau der neuen Bundesstraße 221 in Richtung Erkelenz-Gerderath und später Wassenberg voran, für den der Landesbetrieb Straßen NRW verantwortlich zeichnet.

Wegberg steht für ein reges Kulturleben, wovon auch die Programme für 2018 wieder künden. So wird der Kulturförderkreis Opus 512 für den 7. Januar sein bereits 50. Kammerkonzert organisieren, zu dem das "Cicerone Ensemble" im Beecker Vincentiushaus begrüßt werden wird. Oder der Kulturring: Der kündigt für März sein nächstes Jazzkonzert mit der Sängerin Inga Lühning an, die von einem Trio begleitet wird, und für Mai das "Ali Claudi Trio". Etwas "Rundes" zu feiern hat auch die Atelieretage, wo es im April heißen wird: 10 Jahre - 10 Künstler - 10 Ansichten. Geplant ist ferner, von Mai bis September den Kultursommer auf dem Rathausplatz mit Musik für unterschiedliche Altersgruppen fortzusetzen. Und ein echt großes Jubiläum steht außerdem für Wildenrath an, das in diesem Jahr 950 Jahre alt wird.

Quelle: RP
 
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