| 19.19 Uhr

War es die Audi-Bande?
Auto brennt auf Waldparkplatz in Wegberg

Wegberg: Auto brennt im Wald - war es die Audi-Bande?
Dieser Audi brannte am Freitag im Beecker Wald völlig aus. FOTO: Feuerwehr Wegberg
Wegberg. Ein Auto stand am frühen Freitagmorgen auf einem Waldparkplatz in Wegberg-Beeck in Flammen. Die Polizei prüft nun, ob das Fahrzeug zuvor für ein Verbrechen genutzt wurde - möglicherweise von der berüchtigten Audi-Bande. Von Michael Heckers

Sirenenalarm am Freitag (14. Juli) um 5.43 Uhr in Wegberg: Auf dem Waldparkplatz im Beecker Wald steht ein Audi in Flammen. Kilometerweit ist der dichte Rauch zu sehen. Feuerleute aus Wegberg, Rath-Anhoven und Moorshoven eilen zur Einsatzstelle am Grenzlandring. Sie haben das Feuer schnell unter Kontrolle. Verletzt wird niemand. Dennoch nimmt die Kriminalpolizei den Einsatzort am frühen Morgen genau unter die Lupe. Die Beamten prüfen, ob das Fahrzeug für ein Verbrechen genutzt wurde - womöglich von der berüchtigten Audi-Bande. Um 4.17 Uhr hatten unbekannte Täter im 59 Kilometer entfernten Aachen-Brand versucht, einen Geldautomaten zu sprengen – sie flüchteten in einem dunklen Audi mit Alufelgen und auffälligen silbernen Außenspiegeln.

"Wir können einen Zusammenhang nicht ausschließen", erklärt ein Sprecher der Aachener Polizei auf Anfrage unserer Redaktion. Mehr sei dazu aus ermittlungstaktischen Gründen nicht zu sagen. Offen bleibt die Frage, ob die berüchtigte Audi-Bande, die seit Anfang 2015 mit Geldautomaten-Sprengungen die Polizei in ganz NRW auf Trab hält und vom niederländischen Utrecht aus operieren soll, möglicherweise ihre Visitenkarte im Beecker Wald hinterlassen hat. 

Die Brandursache gilt als unklar. Die Polizei prüft, ob das Fahrzeug für ein Verbrechen genutzt worden ist. FOTO: Feuerwehr Wegberg

Auch bei der Polizeibehörde in Heinsberg gibt sich Sprecherin Angela Jansen bedeckt. "Wir ermitteln in alle Richtungen. Seien Sie versichert, dass wir einen möglichen Zusammenhang prüfen", sagt sie und schließt einen weiteren Fall aus Wassenberg ausdrücklich mit ein. Denn dort hatten Unbekannte in der Nacht zu Freitag (14. Juli) einen größeren Geldbetrag aus dem Geldautomaten der Volksbank an der Erkelenzer/Ecke Brabanter Straße gestohlen. In Wassenberg wurde der Automat aber nicht gesprengt, die Täter wählten den Weg über ein nebenan leerstehendes Ladenlokal, um in den kleinen Raum mit dem SB-Automaten in der Nähe des Einkaufszentrums zu gelangen. Wie die Polizei berichtet, hebelten die Unbekannten die Tür eines Geschäftsraumes an der Erkelenzer Straße auf, der an einen Raum mit einem Geldausgabeautomaten anschließt. Durch eine Rigips-Ständerwand drangen die Täter gewaltsam in diesen nebenan gelegenen Raum ein. Sie brachen den Automaten auf und entwendeten daraus das Geld, dann flüchteten sie unerkannt. Mitarbeiter der Bank hatten die Tat am Vormittag entdeckt. Der genaue Zeitpunkt der Tat wird noch ermittelt. Die Polizei hofft außerdem auf Zeugenhinweise (02452 9200).

In Aachen-Brand waren am Freitagmorgen (14. Juli) mehrere Anwohner um 4.17 Uhr durch einen lauten Knall aus dem Schlaf gerissen worden. Sie informierten sofort die Polizei. Nach jetzigem Stand der Ermittlungen brachen zwei oder mehrere Täter in den Vorraum der Bank ein, leiteten Gas in einen dort aufgestellten Geldautomaten und versuchten mit Zündvorrichtungen diesen zu sprengen. Dabei kam es laut Polizeibericht zu einer Gasverpuffung; die Sprengung selber schlug fehl. Nach dem missglückten Versuch ließen die Täter ihr Tatwerkzeug vor Ort liegen und flohen ohne Beute in einem dunklen Audi mit auffällig silberfarbenen Außenspiegeln und Alufelgen Richtung Autobahn.

Eine sofort eingeleitete Fahndung auch mit Unterstützung der belgischen Polizei blieb ohne Erfolg. Jetzt prüft die Polizei, ob der im Beecker Wald bei Wegberg in Flammen aufgegangene Audi, bei dem die Heckklappe fehlte, mit den Taten in Verbindung gebracht werden kann. Wem der Audi gehört, und wie er in Brand geraten ist - dazu machte die Polizei bislang keine Angaben.

 

 
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