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Wegberg
Wie Sport die Psyche stärkt

Wegberg: Wie Sport die Psyche stärkt
Josef Stepprath führte in das 7. Gesundheitsforum im Wegberger Activ Centrum ein. Internist Dr. Christian Härtel erklärte, warum Bewegung der Gesundheit nutzt und dem Abbau von geistigen Fähigkeiten entgegenwirkt. FOTO: JÜRGEN LAASER
Wegberg. Beim 7. Gesundheits-Forum stellten das Activ Centrum und Gast-Referent Dr. Christian Härtel die vielfältigen positiven Einflüsse von Bewegung auf Körper und Geist vor. Ein Improvisations-Theater forderte die Spontanität der Zuhörer. Von Nicole Peters

Die Veranstalter wollten ihren Zuhörern einmal mehr näher bringen, wie wichtig Medizin und Gesundheit sind. Unter dem Thema "Sport und Psyche" zeigten sie aus medizinischer und sporttherapeutischer Sicht auf, was jeder einzelne tun kann, um fit zu werden oder fit zu bleiben. Rund 70 Gäste hatten sich beim 7. Gesundheits-Forum des Activ Centrums zu Vorträgen, Improvisationstheater und Rahmenprogramm in den Räumen des Inhaber-Ehepaars Lisa und Josef Stepprath eingefunden.

Josef Stepprath näherte sich aus sporttherapeutischer Sicht der Thematik. "Die meisten Stoffwechselabläufe finden statt, wenn wir uns bewegen", erläuterte er. Dabei sei beispielsweise bei der Herz-Kreislauf-Erkrankung präventiv relativ einfach gegenzusteuern. Auch habe Muskeltraining einen großen positiven Einfluss auf Rückenleiden, Osteoporose, Gelenke, Bauchspeicheldrüse, Übergewicht und Depression.

Mit einem individuellen Trainingsplan kann die richtige Belastung erfolgen und eine große Vitalität bis ins hohe Alter erreicht werden. "Oftmals bewegen sich fröhliche Menschen viel, Sport macht den Kopf frei und hilft aktiv etwa aus einer Depression heraus." Muskulatur kennt kein Alter, betonte er, der Körper brauche Bewegungsanreize, und selbst im fortgeschrittenen Alter könne man die Psyche durch Sport positiv beeinflussen. Internist Dr. Christian Härtel holte in seinem Redebeitrag zeitlich weit aus und ging auf evolutionsbiologische Fakten ein.

Durch das aufrechte Gehen hatten die Menschen die Hände frei, und Schweißdrüsen sorgten für Ausdauerleistungen, ohne zu überhitzen. "Das Gehirn wuchs, weil die Muskeln besser arbeiteten", beschrieb er den Vorgang verkürzt. Dabei spiele der Hippocampus, das "Tor zum Gedächtnis", eine besondere Rolle. Er filtert Informationen und ist für Gedächtnis- und Lernleistung eine Schlüsselfigur. Durch Bewegungsmangel werde ein Mensch adipös, die Muskulatur werde schmächtig, und viele Fähigkeiten blieben auf der Strecke. Christian Härtel stellte neueste Erkenntnisse aus einem Neurologen-Kongress vor. So biete Bewegungstherapie großen Schutz vor Hirninfarkt und -blutung, Parkinson oder leichtem kognitiven Defizit.

Eine Reduktion des Erkrankungsrisikos von 15 bis zu 50 Prozent zeuge von der Bedeutung, die Bewegung zukommt. "Regelmäßige Bewegung ist die einzige wissenschaftlich erwiesene Maßnahme, um Abbau von geistigen Fähigkeiten entgegen zu wirken", betonte Härtel. Bessere Noten bei Kindern und höhere Lebensqualität bei Ältern durch mehr Gesundheit führte er als weitere Argumente für Ausdauer- und Krafttraining an, wobei Alltagsaktivitäten wie Treppensteigen, Gartenarbeit oder Besorgungsgänge und -fahrten auch Erfolge bringen.

Quelle: RP
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