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Wegberg
Wieder mehr Gemeinschaftssinn entwickeln

Wegberg: Wieder mehr Gemeinschaftssinn entwickeln
Norbert Spinrath erinnerte Neuntklässler an die Geschichte des Kalten Krieges und riet dazu, ein Gleichgewicht, das um die Jahrtausendwende geherrscht habe, wieder hinzukriegen und zu versuchen, aggressionsfrei zu leben. FOTO: cole
Wegberg. Neuntklässler befragten SPD-Bundestagsabgeordneten Norbert Spinrath zu ihrem Unterrichtsthema Kalter Krieg. Von Nicole Peters

Ausgangspunkt für die Gesprächsrunde mit SPD-Bundestagsabgeordnetem Norbert Spinrath war die Wanderausstellung "Der Kalte Krieg", die drei Wochen in der Aula des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums in Wegberg zu sehen war. Die Stellwände mit 22 Plakaten hatte dessen Wahlkreisbüro organisiert. Die Schau passte gut zum Geschichtsunterricht der Jahrgangsstufe neun. Begleitend zur Schau hatte die Klasse 9b Spinrath, der Europapolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion ist, zur Gesprächsrunde eingeladen. Geschichtslehrerin Susanne Disoski hatte dies organisiert, und die 9c nahm mit Lehrer Sven Thelen teil.

Die Schülerinnen Sophie und Laura moderierten das Gespräch und stellten dem Gast viele interessierte, im Vorfeld von den Schülern eingeholte Fragen, die sie zur Ausstellung und zur aktuellen Politik in Europa hatten.

Zunächst einmal stellte Spinrath sich den jungen Menschen vor: 59 Jahre alt, Polizist, Diplom-Verwaltungswirt und aus Geilenkirchen. Militärisch von Bedeutung sei dort in Teveren die Stationierung von Awacs-Flugzeugen, die als fliegende Frühwarnsysteme eingesetzt würden. Ebenso sei dort das Bundesamt für Verifikationsaufgaben, das die Einhaltung der Verträge zur Rüstungskontrolle sicherstelle. 2013 war Spinrath in den Bundestag gewählt worden, und in diesem Jahr stelle er sich erneut zur Wahl. Auf die terroristischen Anschläge in Europa angesprochen, verwies Spinrath darauf, dass es vor Jahrzehnten mit der irischen IRA und deutschen RAF ebenfalls Terror gegeben habe. Konsequent Ursachen für Radikalisierung zu beseitigen und auf europäischer Ebene zusammenzuarbeiten, waren zwei seiner vorgeschlagenen Ansätze. Angesprochen auf die Flüchtlinge, den Klimawandel und die Kluft zwischen armen und reichen Menschen stellte er heraus, dass negative Auswirkungen des Klimawandels und Ausbeutung etwa von afrikanischen Ländern Fluchtursachen darstellten. Die benachteiligten Menschen gerecht an der Wertschöpfung zu beteiligen, führe zum Ausgleich - das könnte bedeuten, auf circa 20 bis 30 Prozent eigenen Wohlstands zu verzichten.

Als gravierende Ereignisse des Kalten Krieges hat Spinrath den Mauerbau 1961 und die Kubakrise 1962 wahrgenommen, erzählte er den Schülern zur Ausstellung "Der Kalte Krieg" passend. Ganz klar sprach er sich gegen Atomwaffen und Wettrüsten aus. Bei Machthabern wie dem amtierenden US-Präsidenten Donald Trump sah er die Gefahr, viel schneller wieder bei den Themen kalter oder auch heißer Krieg zu sein. "Ich habe geglaubt, dass es mit dem Zerfall des Ostblocks Ende der 1980er Jahre zu einer neuen Weltordnung und viel partnerschaftlichem Austausch kommt", fasste er abschließend zusammen, "im Augenblick scheint sich alles etwas zurückzudrehen auf nationale Interessen und Kirchturmdenken." Es sei wichtig, ein Gleichgewicht, das um die Jahrtausendwende da war, wieder hinzukriegen und zu versuchen, aggressionsfrei zu leben.

Quelle: RP
 
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