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Wegberg
Wortgefechte stammen aus eigener Feder

Wegberg: Wortgefechte stammen aus eigener Feder
Pia Patza gewann den zweiten Preis. Die Schülerin hatte sich damit befasst, wie unterschiedliche Personen Silvester erlebten und wie es wäre, auf den "persönlichen zwölf Quadratmetern", also einem Käfig, eingeschlossen zu sein. FOTO: JL
Wegberg. 13 Schüler trugen beim Literaturwettbewerb "Sklaven der Schrift" am Maximilian-Kolbe-Gymnasium ihre selbst verfassten Texte vor. Von Philipp Schaffranek

Sie kann es erst gar nicht glauben und die Freude ist riesengroß. Mit ihrem Auftritt im gleißenden Scheinwerferlicht hat die Oberstufenschülerin Christina Mengen den ersten Preis beim Literaturwettbewerb "Sklaven der Schrift" am Wegberger Maximilian-Kolbe-Gymnasium gewonnen. Als eine von 13 Schülern aus dem Literaturzusatzkursus hatte sie kurz zuvor ihre selbst verfassten Texte vorgetragen.

"Es war ein Konzentrat an Worten auf einen roten Faden aufgereiht, ein echtes Wortgefecht", begründete Volker Hein die Entscheidung, die er mit seiner Jurykollegin Susanne Goga-Klinkenberg getroffen hatte. Die Wahl des ersten Platzes sei den beiden Autoren nicht schwergefallen. "Gesellschaft" und "Schönheit" hießen die Texte, mit denen Christina Mengen sie überzeugt hatte. In den literarischen Werken der Schülerin geht es um die Gesellschaft, die den Menschen einschränkt, das bloße Funktionieren und Konsumkritik. "Gefühle? Bloß nicht!" Pointiert war dann das Fazit der Schülerin: "Hey, eigentlich ist die Welt doch gar nicht so schlimm."

Den zweiten Preis erzielte Pia Patza. "Alles sprachlich ganz hervorragend", bewertete Goga-Klinkenberg die drei Texte, in denen sich die Schülerin damit befasste, wie unterschiedliche Persönlichkeiten Silvester erleben und wie es wäre auf den "persönlichen zwölf Quadratmetern", also einem Käfig eingeschlossen zu sein. Luca Evers bekam für ihre Texte über ernste und witzige Themen den dritten Platz. Sie nahm ihre Zuhörer mit auf eine Flugzeugreise in die Vereinigten Staaten und schloss von Sandburgen auf die Vergänglichkeit. Dass sie ihren Vortrag auch schön gespielt habe, beeinflusste die Entscheidung der Jury, die sich bei der Vergabe des dritten Platzes schwer tat. Deswegen erwähnte Volker Hein zusätzlich Anja Tieben wegen ihrer "sehr starken Worte" über Unterdrückung, die Suche nach dem Sinn und Worte als einfachste Waffe.

Auch die Zuhörer durften ihren Favoriten auszeichnen. Mit einem Duplo-Stein konnte jeder für seinen Lieblingsprotagonisten abstimmen. Bei der Stimmabgabe stapelten die Zuhörer die Steine aufeinander. Den höchsten Turm und somit den Zuschauerpreis erhielt Gina Pollmanns. Der Traum vom Leben, was Leistung im Leben bedeutet, eigene Grenzen und Empathie waren einige ihrer vielen Themen, mit denen sie sich in ihrem Text beschäftigte. "Sie sprüht nur so vor Allgemeinwissen und schauspielert gerne", wusste Annemarie Strompen, die gemeinsam mit Katharina Gilleßen moderierte, über ihre Mitschülerin. Mit kurzen Informationen stellten sie die kreativen und jungen Schreiber vor.

"Es ist faszinierend, was hier geleistet wird", sagte Volker Hein über die Arbeit, die Lehrer Christoph Görner - selbst passionierter Schreiber - mit seinen Schülern leiste. Ob man die Texte nicht in einem Buch zusammenfassen könnte, regte er an.

Quelle: RP
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