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Wermelskirchen
1,4 Tonnen Schrott entsorgt

Wermelskirchen. In den vergangenen Wochen haben die Helfer das Freibad für die Badesaison fitgemacht. Der Wert dieser Arbeiten beläuft sich auf mindestens 35.000 Euro, von denen der Förderverein lediglich 10.000 Euro an Material tragen muss. Von Stephan Singer

Auch wenn die Badegäste die vielen Gruben, unterirdischen Gänge und Wartungsräume nicht sehen können, sind die Details, in denen im Freibad Dabringhausen der sprichwörtliche Teufel steckt, gar nicht so klein. In Zahlen macht eines dieser "Details" sogar 1,4 Tonnen an Schrott aus, den die Aktiven im Waldbad an der Linnefe in den vergangenen vier Wochen entsorgt haben. Ihr Ziel: Das Freibad soll fit für die anstehende Badesaison in den Sommerschulferien und die technischen Anlagen so installiert werden, dass sie für jedermann übersichtlich und verständlich sind. Jetzt heißt es "Wasser marsch" im Freibad - die Schleusen sind geöffnet, die Linnefe speist die Becken mit kühlem Nass. Das ist ein Prozess, der mindestens zehn bis 14 Tage dauert. Allein das Hauptbecken fasst 2.700 Kubikmeter Wasser, für das Nichtschwimmerbecken kommen noch einmal 400 hinzu.

Pflastersteinplatten stapeln sich ordentlich zur Wiederverwendung auf Paletten sortiert. Daneben stehen Bagger und anderes schweres Gerät. Gegenüber dem in sommerlichem Hellgelb frisch gestrichenem Freibad-Hauptgebäude, in dem sich unter anderem die Umkleidekabinen befinden, ragen zwei Köpfe aus einer Grube. Ralf Magney und Michael Unbehaun vom Schwimmverein Freibad Dabringhausen (SVFD) tauschen einen Schieber aus. Der alte Regulator der Wasserzufuhr ist nur noch ein rostiger Klumpen aus ehemaligen Gusseisen. "Dieses Teil war einbetoniert. Wir mussten eine Kernbohrung machen, um es auszutauschen", berichtet Michael Unbehaun, der unlängst seinen Rücktritt als Vorsitzender des Freibad-Fördervereins (FFD) angekündigt hatte (wir berichteten). Der neue Schieber glänzt in der Sonne, er ist aus rostfreiem Edelstahl.

In den vergangenen vier Wochen verbrachte Ralf Magney 120 Stunden nach Feierabend im Freibad. "Ich habe es mir einfacher vorgestellt", gibt er zu. "Eigentlich wurde ich nur gebeten, ob ich nicht mal mit der Kamera die Leitungen prüfen könnte", blickt Ralf Magney auf das Gespräch mit Volker Niemz zurück, der ihn vor vier Wochen von dem ehrenamtlich Einsatz überzeugte. Inzwischen hat er nicht nur alle Rohre geprüft, er auch neue Leitungen und alte ausgetauscht.

"Ich habe alleine eine Woche lang nur altes Zeug weggeschafft. Es gab hier Leitungen und Rohre, von denen keiner etwas wusste", erzählt Ralf Magney, der nach Michael Unbehauns Worten einen "unglaublichen Einsatz für Gottes Lohn" absolvierte. Im Zuge der Arbeiten entsorgten die freiwilligen Helfer zudem die alte Elektroheizung, die einst das Wasser energiefressend heizte und im Wartungsraum nur im Weg stand. Bereits seit einigen Jahren wird das Wasser mit einer "Hot-Mobil"-Gasheizung, die in einem Container steht, erwärmt.

Die Liste der ausgeführten Arbeiten ist lang - die meisten Ergebnisse sparen Betriebskosten und "machen das Freibad zukunftsfähig", hoffen die Aktiven. Allerdings: Fast alles bleibt für den Badegast unsichtbar. Beispielsweise ist das Becken für die Bachwasserzufuhr mit neuen Rückschlagventilen und einem neuen, schrägen Boden ausgestattet - der alte, waagerechte war ständig verschlammt.

Der Wert dessen, was allein in den vergangenen vier Wochen im Freibad geleistet wurde, schätzen Unbehaun und Magney auf mindestens 35.000 Euro. Letztlich bezahlt werden vom FFD "nur" die Materialkosten von knapp 10.000 Euro, da die Arbeit mit Ausnahme eines Elektrikers ehrenamtlich erfolgte. Ralf Magney und Michael Unbehaun sind sich sicher: "Hier ist richtig etwas gedreht worden für das Freibad und die Bürger." Klar sei jedoch: "Es muss jedes Jahr im Herbst und Frühjahr daran gearbeitet werden, um das Bad für die nächsten Jahre fit zu halten." Und weiter: "Die Probeläufe stehen noch aus. Aber wir sind jetzt soweit, dass im Zweifelsfall eine Nachtschicht ausreichen sollte, um kleinere Probleme schnell beheben zu können."

Quelle: RP
 
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