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Wermelskirchen
200 Frauen kommen beim Frühstück ins Gespräch

Wermelskirchen. Bärbel Olmesdahl ist davon überzeugt, dass mit dem Satz "Eigentlich wollte ich doch ..." schon viele verlorengegangene Lebensträume beschrieben wurden. Zu diesem Thema referierte sie am Samstag vor knapp 200 Wermelskirchenerinnen, die zum Frauenfrühstück ins Bürgerzentrum gekommen waren. Das Organisatorenteam um Heidi Lambeck schmückte das Programm mit einem selbst geschriebenen Theaterstück aus, Leonie und Malena Burghoff trugen zwei Musikstücke vor. "Frauen genießen die Möglichkeit, ins Gespräch zu kommen. Sie setzen auf Nähe und Beziehungen. Deswegen spielen diese Aspekte eine wichtige Rolle bei unserem Frühstück", sagte Heidi Lambeck.

Wer manipuliert werde, wem etwas Falsches anerzogen werde, wer sich ständig anpasse und sich mit anderen vergleiche, so berichtete Bärbel Olmesdahl, habe seine Träume und Ziele meist aus den Augen verloren. "Wenn wir glauben, andere hätten die Chance, ihre Träume zu leben, und wir seien die Einzigen, die das nicht könnten, kommt auch noch Selbstmitleid dazu. Dabei haben andere Leute ähnliche Probleme wie wir."

Beispiele für dieses Thema vermittelten Lambeck und andere Frauen mit einem Theaterstück. Es handelte von einem Traum, in dem die Protagonistin von verschiedenen Wünschen erreicht wurde, zu deren Umsetzung sie über mehrere Jahre nie gekommen war. "Ich wollte mehr Sport machen, mich um meine Karriere kümmern, mich mit dem Internet vertraut machen und auf dem neuesten Stand sein", erzählte Heidi Lambeck. Die Rolle von Gott spielte insbesondere bei dem Vortrag von Bärbel Olmesdahl eine Rolle. Die Veranstaltung wurde überkonfessionell von den Wermelskirchener Kirchengemeinden organisiert.

Unter die 200 Frauen mischte sich kurzzeitig auch ein Mann: Bürgermeister Rainer Bleek lobte das Konzept der Veranstaltung und merkte an, er habe das Frauenfrühstück bisher nicht so sehr im Blick gehabt. "Ich finde es toll, dass Sie Tiefgang ins Thema reinbringen." Bärbel Olmesdahl ist sicher, dass ihr Vortragsthema auch bei einem Männerfrühstück funktionieren würde. "Aber ich müsste die Beispiele, die ich nenne, verändern. Ich würde dann etwas über Muskeln sagen." Ohne konkrete Pläne zu nennen, teilte Bleek den Besucherinnen mit, was er sich für Wermelskirchen in Bezug auf das Zusammenleben von jungen, alten, pflegebedürftigen und geflüchteten Menschen wünscht: Zusammenhalt und Solidarität. Zudem hoffe er, dass der Blick aus dem Rathaus beim nächsten Frauenfrühstück nicht mehr durch ein Gerüst verdeckt werde.

(rbrt)
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