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Wermelskirchen/Radevormwald
240.000 Euro Jahresmiete fürs Berufskolleg-Gebäude

Wermelskirchen/Radevormwald. Der Zweckverband Berufskolleg Bergisch Land beschließt seine Auflösung am 5. September. Fusion zum 1. Februar 2017.

Jetzt wird es ernst, die Politiker müssen Farbe bekennen. In Radevormwald hat der Schulausschuss einstimmig bei einer Enthaltung für die Auflösung des Berufsschulzweckverbandes Bergisch Land und den Zusammenschluss der Berufsschulen in Wermelskirchen und Wipperfürth zum "Bergischen Berufskolleg Wipperfürth und Wermelskirchen" zum 1. Februar 2017 ausgesprochen. Der Zweckverband selbst tagt am 5. September und beschließt die Selbstauflösung, der Wermelskirchener Schulausschuss am 7. September. Die Empfehlungen der Schulausschüsse müssen die Stadträte noch beschließen.

Ohne Zusammenlegung wäre der Standort Wermelskirchen mittelfristig gefährdet gewesen. Träger der Berufskollegs sind die Kreise Oberberg und Rhein-Berg; der Rheinisch-Bergische Kreis delegiert die Trägerschaft des neuen Kollegs an den Oberbergischen Kreis. Schulleiterin Sylvia Wimmershoff leitet seit vergangenem Sommer kommissarisch beide Schulen.

Damit aber die Schule gegründet werden kann, muss in einem ersten Schritt der vor Jahrzehnten entstandene Berufsschulzweckverband zwischen Wermelskirchen, Radevormwald und Hückeswagen aufgelöst werden. Diese Entscheidung muss laut Satzung einstimmig ausfallen.

Versprochen worden ist den Radevormwalder Schulausschussmitgliedern, dass der Beigeordnete Frank Nipken, der die Stadt neben Schulamtsleiter Sönke Eichner und einigen Kommunalvertretern vertritt, auch einen Blick auf die Finanzen hat. Sylvia Wimmershoff erklärte den Schulausschussmitgliedern, dass das Anlagevermögen des Berufskollegs (zum 31. Dezember 2016) bei den Gütern unter 410 Euro bei 16.115,40 Euro liegen werde und bei denen über 410 Euro bei etwa 26.859,39 Euro, weil es in diesem Jahr noch einige kleinere Investitionen gebe. Die neue Heizung sei vor drei Jahren aus den Rücklagen bezahlt worden, das teilweise neue Dach aus dem Reparaturkostenhaushalt. Seit acht Jahren seien keine neuen Kredite aufgenommen worden. Ein Risiko seien noch die Schülerbeförderungskosten. Die wird auch künftig der Schulträger übernehmen müssen. "Die Schulkollegien aus beiden Schulstandorten haben einstimmig zugestimmt", sagte Wimmershoff.

Die Frage der Kosten für das neue Berufskolleg für die Stadt Radevormwald beantwortete Sönke Eichner dahingehend, dass diese wegen der Kreisumlage mit Einberechnung von Schlüsselzuweisungen nach dem Gemeindefinanzierungsgesetz nicht genau zu ermitteln seien. Eine unverbindliche Musterrechnung des Oberbergischen Kreises habe aber ergeben, "dass wir durchaus eine Ersparnis bei den Kosten haben werden".

Die Stadt Wermelskirchen vermietet das Gebäude an den neuen Schulträger. Nach BM-Informationen darf sich der Wermelskirchener Kämmerer über etwa 240.000 Euro Mieteinnahmen jährlich freuen. Der Mietvertrag hat eine Laufzeit von fünf Jahren, aber mit Verlängerungsoption. Unbefristet ist jedoch die öffentlich-rechtliche Vereinbarung, die zwischen den Kreisen anlässlich der Fusion beschlossen wird.

Jürgen Graef, Dezernent in der Stadtverwaltung und Geschäftsführer des Berufsschulzweckverbandes, ist zufrieden über das Zustandekommen dieser Fusion. "Der Kreis hat alles getan, um den Standort Wermelskirchen zu erhalten." Die Kosten für den Schulbusverkehr übernimmt der neue Schulträger - sie dürften über Kreisumlage auf die Kommunen umgelegt werden.

Graef ist aber zuversichtlich: "Aus gesamtwirtschaftlicher Sicht wird der Wermelskirchener Haushalt nicht mehr belastet, als Wermelskirchen früher in den Zweckverband eingezahlt hat."

(wos/tei.-)
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