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Aus Der Kinderstadt
270 Essensportionen pro Tag - das klappt nur mit guter Vorbereitung

Wermelskirchen. Wer mehr als 250 hungrige Mäuler an zehn aufeinander folgenden Werktagen satt bekommen muss, hat eine nicht ganz leichte Aufgabe zu bewältigen. Für die neuen Pächter des Katt-Bistros, Jens Koriandt und Ehefrau Anette, sowie Mitarbeiterin Sylvie Koll ist es das erste Mal, dass sie sich dieser Herausforderung stellen. Sie bereiten nämlich das Mittagessen für die Kinderstadt in der Katt zu, versorgen zurzeit also täglich 210 Kinder sowie deren 60 Betreuer. Von Bm-Autor Stephan Singer Begleitet Die Zehnte Kinderstadt Mit Einer Täglichen Kolumne.

"Das ist alles eine Frage der Organisation, dann ist das kein Thema", sagt Koriandt, der zu jeder Zeit die Übersicht behält. Natürlich sei die Zubereitung des Kinderstadt-Mittagessens aber eine Aufgabe, die den ganzen Tag in Anspruch nehme. "Wir haben alles für die zwei Wochen durchgeplant, da darf nichts schief gehen", sagt der Bistro-Pächter. Koriandt und sein Team haben sich die Kinderstadt-Tage genau eingeteilt: Nachmittags werden die größten Mengen der Gerichte für den kommenden Tag vorbereitet - sie müssen dann vor dem Mittagsessen nur noch abgeschmeckt und im Kombi-Dämpfer erhitzt werden. Vormittags kümmert sich das Team um den Einkauf und die Zubereitung der Gemüse für das tägliche Salatbuffet.

Alle zwei Tage lässt sich Jens Koriandt die Waren für die geplanten Gerichte liefern. "So stelle ich zwei wichtige Faktoren sicher. Zum einen verarbeite ich nur frische Lebensmittel. Zum anderen erspare ich mir lange Lagerzeiten, für die ich hier gar keinen Platz habe.". Er kennt aus seiner Erfahrung als Koch die notwendigen Tricks und Kniffe. Ein Beispiel: das Kochen von Kartoffeln in großen Mengen. "Das nimmt sehr viel Platz in der kleinen Küche des Bistros weg. Also mache ich das am Nachmittag vorher. Auf diese Weise habe ich dann am nächsten Vormittag unmittelbar vor dem Mittagessen den nötigen Platz, um Salate und anderes fertig zu machen", sagt Koriandt. Trotz aller organisatorischen Fragen sind ihm die Vielfalt und Abwechslung der Gerichte wichtig: Es gibt Fisch, Rindfleisch, vegetarisches Gerichte oder Gegrilltes bis hin zu Fischstäbchen, Nudeln oder Hühnerfrikassee. "Ich muss berücksichtigen, dass sich manche Kinder rein vegetarisch ernähren oder Allergien haben. Das muss ich täglich in meine Planungen einbeziehen", erläutert der Küchenchef, der für diese Mengen beispielsweise 50 Kilogramm Kartoffeln zu Püree, zehn Kilogramm Reis oder auch zehn Kilogramm Nudeln verarbeitet.

Das disziplinierte Verhalten der Kinderstadt-Kids lobt er ausdrücklich: "Es scheint zu schmecken, es ist immer fast alles radikal leer. Es gibt kaum Abfall, und die Kinder räumen selber ab. Höhepunkte seien, wenn sich die Kinder ihre Pfannkuchen nach eigener Wahl füllen oder ihren Hamburger nach Lust und Laune zusammenstellen können: "Sie erfinden dann den Hamburger quasi neu", sagt Koriandt und lacht.

Um ein nicht allzu großes Gedränge aufkommen zu lassen, gehen die Jungen und Mädchen in drei Gruppen mit jeweils 80 Personen zur Essensausgabe, gefolgt von einer vierten Gruppe mit den übrigen Kindern sowie den Betreuern. Der Ablauf ist einfach: Die Aktiven des Trommel-Workshops von Betreuer Jens Olaf "Paul" Mayland trommeln die Gruppen lautstark zusammen, wenn sie an der Reihe sind.

Die Kinder sind in jedem Fall sehr zufrieden mit dem kulinarischen Angebot in der Kinderstadt. "Es gibt hier sehr gutes Essen", sagt Kaan (12). Am gleichen Tisch stellt Tjark (12) fest: "Jeden Tag gibt es neue Salate, ich liebe Salat!" Und Joshua (10) sagt: "Ich esse nicht immer sehr viel, aber es ist lecker." Für Linus (10) ist klar: "Das Essen ist nicht so gut wie bei Mama, aber es ist in Ordnung."

Quelle: RP
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