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Wermelskirchen
35 Sekunden an Ampel warten - keiner kommt

Wermelskirchen. Die Ampelanlage Dhünner-/Berliner Straße ist mit der B 51 gekoppelt. Das könnte sich bald ändern. Von Udo Teifel

Der Wunsch nach einer optimalen Ampelschaltung auf der Dellmannstraße (B 51) und den davon abzweigenden Straßen ist der Wunsch vieler Wermelskirchener Autofahrer. Kurze Standzeiten wären optimal. Die Optimierung der Ampelanlagen Berliner-/Dhünner Straße beziehungsweise Berliner-/Thomas-Mann- und Wustbacher Straße ist seit Jahren das Bestreben der WNKUWG-Fraktion. Der erste Schritt ist geschafft: Das Planungsbüro für Verkehrstechnik in Essen hat die Wirksamkeit überprüft und Optimierungsvorschläge erarbeitet.

Das Ergebnis stellte Ingenieur Peter Nolden im Ausschuss vor. Ergebnis: Es ließe sich eine Verbesserung erzielen, aber das kostet Geld. Ob sich der Straßenbaulastträger Straßen NRW - schließlich handelt es sich um die Landstraße 409 - darauf einlässt, bleibt abzuwarten. Das Planungsbüro hatte fünf Ampelanlagen bis zur Dhünner Straße untersucht, an vier Kreuzungen wurde der Verkehr sogar erfasst. Als höchste Verkehrsbelastung ermittelte das Büro im Kreuzungsbereich Dellmann-/Thomas-Mann-Straße 16.400 Fahrzeuge am Tag. Dafür, erklärte Nolden, sei die Aufstellspur auf der Dellmannstraße viel zu kurz: "Die Fahrzeuge stehen auf der schraffierten Fläche." Das dürfte nicht sein. "Eine Verbesserung ist nur möglich durch längere Abbiegespuren in beiden Richtungen. Aber die Kosten bewegen sich da in einem siebenstelligen Bereich."

Er bewertete die Kosten-Nutzungsrechnung als "nicht wirtschaftlich", denn es gebe maximal ein- bis eineinhalb Stunden am Tag "echte Probleme". Nolden schlug eine Änderung der Ampelkoordination B51/Thomas-Mann-Straße vor. Damit würde sich auch die Lidl-Ausfahrt verbessern. Die Kosten: 6000 Euro. Als "nicht dramatisch" bezeichnete Nolden die Verkehrsbelastung der Kreuzung Berliner-/Thomas-Mann-/Wustbacher Straße: 9750 Fahrzeuge ermittelte sein Büro. Hier könnte eine Verbesserung der Steuerung in die Berliner Straße das Verkehrsproblem lösen. Geschätzte Kosten: 4000 Euro.

Dass die Kreuzung Berliner-/Dhünner Straße in die Steuerung für die Dellmannstraße einbezogen wird, wunderte den Fachmann. So beträgt die Umlaufzeit wegen der B51 100 Sekunden - dadurch gibt's lange Wartezeiten: "Da steht man 35 Sekunden, ohne dass ein Fahrzeug kommt", sagte Nolden. Das sei zu viel. 6000 Fahrzeuge zählte sein Büro an dieser Kreuzung am Tag. Mit neuem Programm würde die Umlaufzeit auf 70 Sekunden reduziert - "damit verbessert sich auch die Situation für die Fußgänger". Die Änderung der Software auf Einzelsteuerung würde 1000 Euro kosten. "Die Software müsste nur aktiviert werden", erläuterte der Fachmann. Er habe dies mit dem Landesbetrieb vorbesprochen. "Dort ist man nicht abgeneigt, dies als Feldversuch zu starten."

Als völlig überaltert bezeichnete der Fachmann die Anlage Wiel-/Luisenstraße. Sie sei 1993 geplant worden. "Dass jeder Fußgänger seine Freigabe anfordert, ist kein Stand der Technik", stellte Nolden klar. Die Kosten für eine Verbesserung der Programmschaltung an der L 157 durch Videotechnik schätzt er aber auf insgesamt 30.000 Euro.

Quelle: RP
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