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Wermelskirchen
40 Stunden Bauzeit für den Mottowagen

Bau Rosenmontagszug-Wagen Dawerkuser Allerlei
Wermelskirchen. Die Karnevalsgruppe "Dawerkuser Allerlei" besteht seit elf Jahren. Auch in diesem Jahr ist sie mit einem Wagen beim "Zoch" im Dorf vertreten. Sechs Wochen dauert der Bau - diesen Aufwand nehmen die Jecken aber gerne in Kauf. Von Stephan Singer

Den einen oder anderen "Indianer-Überfall" muss der Wagen für den Rosenmontagszug von der Karnevalsgruppe "Dawerkuser Allerlei" schon überstanden haben: Zumindest ist das Gefährt, das einem Siedler-Planwagen aus einem typischen Westernfilm täuschend ähnlich sieht, bereits jetzt gespickt mit Pfeilen. Und "Little John" und "Hoss" auf dem Kutschbock - zwei Skelette mit breitkrempigem Hut auf dem Kopf - sehen auch nicht mehr allzu frisch aus. Als Cowboys und Cowgirls werden die "Allerlei"-Karnevalsfreunde am 8. Februar beim Rosenmontagszug im Dorf an den Start gehen. Seit knapp vier Wochen bauen die Jecken an dem Wagen auf dem Hof von Andreas Dütting in Dabringhausen-Bremen.

"Das war in den vergangenen Jahren eigentlich nur ein sich stets wiederholender Witz. Da hieß es: Im nächsten Jahr gehen wir als Cowboys. Jetzt haben wir es in die Tat umgesetzt", erzählen Lars Hartmann und Chris Steiner von "Dawerkuser Allerlei". Dabei ist die Auswahl des Western-Themas auch der kurzen Session 2015/16 geschuldet: "Dieses Motto lässt sich vergleichsweise einfach umsetzen." Die "Allerlei"-Narren waren in den vergangenen Jahren bereits als Wikinger, Piraten, Eisbären, 70er-Jahre-Hippies oder mit dem Thema "Loch Ness" beim Rosenmontagszug dabei - unter anderem mit zeitaufwendig gefertigten Pappmaché-Konstruktionen.

"Wir bauen den Wagen jedes Jahr neu. Das kostet Zeit. In diesem Jahr sind wir an sechs Wochenenden aktiv", erzählt Lars Hartmann und fügt an: "Da werkeln knapp 15 Personen bestimmt 40 Stunden fleißig herum." Allein das Dach des Planwagens haben die "Allerlei"-Cowgirls auf Maß selber genäht. Es ist wasserabweisend, auch wenn keiner der "Allerlei"-Aktiven ernsthaft mit Regen am Rosenmontag rechnen will.

Als Basis für den Planwagen dient ein Auto-Anhänger von Andreas Korn. "Der wird im Alltag genutzt. Wir können also gar nicht schon viel früher mit dem Wagenbau beginnen, weil der Hänger dann noch benötigt wird", unterstreicht Lars Hartmann, der die "Allerlei"-Aktivitäten koordiniert. Er bezeichnet die Gruppe als bunten Haufen. "Wir sind eine Bande voller Verrückter. Wer bei uns mitmachen will, muss sich vorstellen. Eine Aufnahme erfolgt nur nach einstimmigem Beschluss, deshalb sind wir so homogen und lustig", sagt Hartmann und lacht. Genauso demokratisch entwickelt die Gruppe auch die Motto-Ideen. "Meist besprechen wir das innerhalb des Jahres, wenn wir gemeinsam unterwegs sind", sagt Lars Hartmann. Wanderungen zählen da zu den Aktivitäten, oder auch eine Tour an die Mosel mit Weinprobe und Planwagenfahrt.

"Dawerkuser Allerlei" besteht zurzeit aus 25 Erwachsenen und 23 Kindern. Letztere stehen beim "Zoch" auf dem Wagen, die Erwachsenen bilden die Fußgruppe. Zu "Allerlei" gehört außerdem das Tanzkorps "Ruut-Wiess" mit 20 Tänzerinnen und Tänzern. Die fehlen beim Rosenmontagszug selbstverständlich auch nicht und werden von einem Quad mit Anhänger begleitet, auf dem die "Strüssjer" verstaut sind. Das Quad fährt übrigens Markus Klaar, der vor zwei Jahren für "Allerlei" als Prinz im Dreigestirn die Narren regierte. Den Traktor vor dem Western-Planwagen steuert Chris Steiner. Der "Allerlei"-Nachwuchs auf dem Planwagen wirft unter anderem Kamelle, Bälle, Popcorn und Reflektor-Armbänder in die Menge. Bis es soweit ist, haben die Jecken an ihrem Mottowagen aber noch genug zu tun.

Quelle: RP
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