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Frank Buchholz
4000-Euro-Prämie lockt keine Kunden an

Die Prämie für Elektrofahrzeuge ist zwar noch nicht offiziell beschlossen, gilt aber als sicher. Reine Elektrofahrzeuge sollen mit 4000 Euro und Hybridfahrzeuge (Elektro- plus Benzin- oder Dieselbetrieb) mit 3000 Euro gefördert werden. Insgesamt sind 1,2 Milliarden Euro im Fördertopf, die Förderung läuft bis maximal Ende 2019. Von Walter Schubert

Es gilt das "Windhundprinzip" - wer zu spät kommt, geht leer aus. Die Förderung gilt für Fahrzeuge mit einem Listenpreis von bis zu 60.000 Euro. Außerdem sind Elektrofahrzeuge zehn Jahre lang von der Kfz-Steuer befreit. Doch die Unsicherheit bei den Kunden scheint noch zu groß. Der Preis für ein Elektrofahrzeug ist hoch, die Reichweite teilweise gering, es gibt zu wenig Ladestationen - und wie es um die Haltbarkeit der Akkus steht, weiß auch niemand. Auch ist unklar, wie sich Elektroautos am Gebrauchtwagenmarkt entwickeln.

Diese Fragen schlagen sich auch in der Nachfrage nieder. "So gut wie keine Resonanz", sagt Verkaufsberater Thorsten Dmuß vom VW-Autohaus Messink. "Auch nach Bekanntgabe der Prämie können wir keine erhöhte Nachfrage feststellen", sagt Marco Wagner, Geschäftsführer von BMW Kaltenbach in Hilgen. "Wir sind zwar kein Stützpunkthändler von BMW-Elektrofahrzeugen, könnten aber auf Nachfrage kurzfristig reagieren." Der ländliche Bereich sei eigentlich ideal, meint Wagner. "Die meisten haben hier bei uns doch eine Garage oder einen Stellplatz. Da ist, im Gegensatz zur Großstadt, das Nachladen doch kein Problem. Und die normalen Pendlerstrecken schafft auch jedes Elektrofahrzeug." Bei der 4000 Euro-Prämie ist geplant, dass sich der Staat und der Hersteller mit jeweils 2000 Euro beteiligen. "Wir legen sogar noch 1000 Euro drauf", sagt Verkaufsberater Tim Häcker vom Opel- und Nissan-Autohaus Hildebrandt. Beim Kauf eines Nissan gäbe es also 5000 Euro. "Das Interesse ist da, aber solange die Prämie nicht gilt, halten sich die Kunden zurück."

Der Bestand an Elektrofahrzeugen lag Anfang 2016 bei 25.500 Fahrzeugen. Ob mit der Förderprämie das ehrgeizige Ziel von einer Million Fahrzeugen bis 2020 erreicht werden kann wird sich zeigen. Noch sind viele Fragen offen.

Quelle: RP
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