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Wermelskirchen
70 Jahre CDU in Wermelskirchen

Parteijubiläum - Die CDU-Bürgermeister in Wermelskirchen
Parteijubiläum - Die CDU-Bürgermeister in Wermelskirchen FOTO: Stadt Wermelskirchen
Wermelskirchen. Auch in Wermelskirchen entwickelte sich aus der Zentrumspartei nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs eine Ortsgruppe der CDU. Zum 70. Geburtstag wird es im März eine Festschrift und einen offiziellen Festakt geben. Von Wolfgang Weitzdörfer

Das Jahr 1945 war überall in Deutschland ein Jahr des Aufbruchs, ein Jahr des Neuanfangs. Die Schrecken des Zweiten Weltkriegs waren noch frisch im Gedächtnis der meisten Deutschen. Doch natürlich musste es weitergehen, mussten neue Strukturen, ein neuer Verwaltungsapparat und neue Regierungen geschaffen werden - im Großen auf der Ebene der frisch gegründeten Bundesrepublik ebenso wie im Kleinen auf Landes- und Kommunalebene.

Im November 1945 wurde aus der ehemaligen Zentrumspartei zunächst die CDP, aus der schon bald die CDU wurde. Auch in Wermelskirchen gab es also fortan die Christlich Demokratische Union. Und in diesen nun mittlerweile 70 Jahren hat sich einiges an der Art, Lokalpolitik zu machen, geändert, erzählt der jetzige Partei- und Fraktionsvorsitzende Christian Klicki.

Augenfällig sei vor allem der schnellere Wechsel in den Ämtern, sagt Klicki, der seit 2014 der Wermelskirchener CDU vorsteht: "Wenn man vor 50 oder 60 Jahren ein Amt innehatte, dann konnte man relativ sicher sein, dieses Amt auch für mindestens zehn Jahre zu besetzen." In der Tat, nach den wohl noch recht chaotischen Anfangsjahren direkt nach dem Krieg waren Erich Grob (1948 bis 1961), Gerhard Braun (1961 bis 1972) und Klaus Birker (1972 bis 1984) jeweils teils deutlich über zehn Jahre CDU-Chef in Wermelskirchen.

Dahingegen ist Klicki seit dem Abschied von Friedel Burghoff im Jahr 2003 der bereits dritte Fraktionsvorsitzende in nur gut zehn Jahren. "Vier Jahre sind für viele Kommunalpolitiker heute schon eine lange Zeit, das ist ähnlich wie im Job, in dem man ja auch nur noch selten bis zur Rente bleibt", sagt Klicki.

Für die Chronik haben sich der Fraktionsvorsitzende und seine Parteikollegen vor allem der Erinnerungen älterer CDU-Mitglieder, die teils sogar noch Gründungsmitglieder gewesen sind, bedient. "Gerhard Braun, der leider vor einigen Monaten verstorben ist, war hierfür eine wirklich hilfreiche Quelle. Er hat ja auch viele Publikationen für den Geschichtsverein verfasst", sagt Klicki, der in den vergangenen Monaten auch mit Heinz Voetmann und Klaus Birker gesprochen hat, um ein möglichst umfassendes Bild der CDU-Anfangszeit zu bekommen.

Einen weiteren großen Unterschied zwischen heute und damals sieht Klicki in der Parteienlandschaft im Wermelskirchener Stadtrat: "Heute sind sechs bis acht Fraktionen vertreten, damals, etwa 1969, waren es lediglich die CDU und die Sozialdemokraten." Mancher mag die heutige Parteienvielfalt begrüßenswert finden, leichter ist das Regieren damals aber bestimmt gewesen - zumindest dann, wenn man über die Mehrheit der Sitze verfügte. Die CDU war in Wermelskirchen lange Jahre die maßgebliche Partei, vor allem in den Nachkriegsjahren, erzählt Klicki: "Die Aufbauarbeiten, die die Nachkriegszeit geprägt haben, sind maßgeblich von der CDU dominiert worden. Der erste gewählte Bürgermeister Bruno Braun, der im Jahr 1946 gewählt wurde, war ebenfalls Christdemokrat, sein Vorgänger Otto Reetz von der SPD war indes noch von der britischen Militärregierung eingesetzt worden." Wermelskirchen habe stark von der langjährigen CDU-Regierung profitiert, meint Klicki: "Viele Entscheidungen, die damals getroffen wurden, haben heute noch Bestand, so wurde etwa die Gründung des Krankenhauses 1956 von der CDU beschlossen."

Und auch unter Heinz Voetmann und Stadtdirektor Siegfried Störtte habe Wermelskirchen eine blühende Zeit erlebt. "In der Regierungszeit Voetmann wurden Rathaus, Hallenbad und diverse Mehrzweckhallen gebaut. Damals gab es einen hervorragenden Bürgerkontakt", sagt Klicki rückblickend. Wermelskirchen sei zudem auch bei den Bundespolitikern stets präsent gewesen, erklärt er ein wenig stolz: "Wir hatten über die Jahre immer wieder hohen Besuch: von Konrad Adenauer, Ludwig Erhardt und auch von Helmut Kohl."

Quelle: RP
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