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Wermelskirchen
71 Jugendliche empfangen die Firmung

Wermelskirchen. Das neue Konzept der katholischen Kirchengemeinde St. Michael ist gut angekommen. Zahlreiche Jugendliche kamen mit ihren Freunden zur fünfmonatigen Vorbereitung. Am Samstag wurden sie von Weihbischof Ansgar Puff gefirmt. Von M. Eickhorn

Mit einem neuen Konzept in der Vorbereitung auf die Firmung konnte die Katholische Kirchengemeinde Sankt Michael im vergangenen Jahr gleich 71 Jugendliche dafür gewinnen, sich firmen zu lassen. Am Samstagnachmittag war es dann nach knapp fünf Monaten soweit. Weihbischof Ansgar Puff firmte zunächst 54 und später am Abend noch einmal 17 Jugendliche - alle zusammen hätten in Begleitung ihrer Firmpaten und Familien in der Kirche kaum Platz gefunden.

Pfarrer Michael Knab freute sich über die große Anzahl der Firmlinge und den Erfolg des neuen Konzepts. "Im vergangenen Jahr waren es nur um die 30. Dieses Mal wurden aber auch mehr Jahrgänge erfasst. Es haben mehr Jugendliche mitgemacht als wir angesprochen hatten - das ist wirklich positiv", sagte Knab. Anders als in den Vorjahren setzten sich die Teilnehmer nicht in großen Gruppen mit dem Thema Firmung auseinander. Sie waren aufgefordert, Teams von drei oder vier guten Freunden zu bilden. "Unter Freunden und in kleinen Gruppen herrscht mehr Vertrauen und die Jugendlichen können sich besser öffnen", begründete Michael Knab die Entscheidung.

Auch was die Organisation anbetraf, bot das neue Konzept Vorteile. Während sich Katecheten und Seelsorger nach wie vor um die inhaltliche Arbeit kümmerten, stand jeder Gruppe während der Vorbereitungszeit zusätzlich ein Ansprechpartner aus der Gemeinde zur Seite. Je nach Interesse nahmen die Gruppen neben den Pflichtterminen an mindestens fünf Veranstaltungen teil. Das konnten Gottesdienste, Gesprächsabende oder Exkursionen sein, beispielsweise zur Wermelskirchener Tafel. "So konnten alle Teilnehmer ihre Veranstaltungen besser planen", erklärte Knab. Festgelegte Termine hätten bei den wenigsten in den Kalender gepasst.

Da die Firmlinge einwilligten, sich mit der Vollendung der Taufe noch stärker an den katholischen Glauben zu binden, versuchte sich Weihbischof Puff in der Messe daran, zu erklären was es überhaupt bedeutet, Christ zu sein. Er gab zu, dass er das Thema als Jugendlicher selbst nicht übermäßig spannend fand. Früher habe er gedacht, ein Christ sei der, der sich an die zehn Gebote halte. Dann sei ihm in den Sinn gekommen, dass ein Christ derjenige sei, der eine gute Nachricht gehört habe, die sein Leben für immer verändert habe. Gute Nachrichten von Jesus empfahl er den Firmlingen als Alternative zu materiellen Reichtümern sowie als Angstnehmer vor wichtigen Prüfungen.

Dass der Weihbischof überspitzte Jugendsprache verwendete, stieß bei den Kirchenbesuchern zum Teil auf peinlich berührtes Gekicher oder Schweigen. Den Satz "Christus ist für die Sünden der Menschen am Kreuz gestorben" wollten viele eher nicht mit "Jesus hat dafür, dass er auch böse Menschen liebte, ordentlich eins auf die Fresse bekommen" übersetzt wissen.

Quelle: RP
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