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Wermelskirchen
"à la carte" - ein Herbsttraum

"à la carte"  mit verkaufsoffenem Sonntag
"à la carte" mit verkaufsoffenem Sonntag FOTO: Sch�tz, Michael
Wermelskirchen. Tolles Wetter, tolle Angebote - tausende Besucher strömen zum Schlemmen, Shoppen und Schauen in die Innenstadt. Von Walter Schubert

Mit "à la carte" wird in der Gastronomie die Möglichkeit beschrieben, dass der Gast seine Wünsche "nach der Karte" individuell zusammenstellt. Nicht nach einem festen, vorgegebenen Menü, sondern so, wie er es möchte. Das ist durchaus übertragbar auf das große Fest "à la carte". Das Angebot ist riesig, der Besucher kann schlemmen, shoppen, bummeln, sich informieren, einfach nur schauen - oder alles kombinieren. Und der wunderbare Herbsttag war gestern die Basis für ein gelungenes Fest.

Vor dem offiziellen Start drängten sich tatsächlich einige Autofahrer durch die Absperrungen an der Einmündung zur Telegrafenstraße. Ganz nach dem Motto: "Ich fahre immer hier her." Da fragten sich die anderen Besucher: Wie soll es zu einer Verkehrsberuhigung der Straße kommen, wenn selbst eine ganz deutliche Sperrung nicht beachtet wird?

Die Bushaltestelle vor dem Bürgerzentrum verwandelte sich, passend zur Jahreszeit, in einen Gartenshop. Josef Kalendkiewicz aus Reichshof war zum ersten Mal in Wermelskirchen dabei und bot Blumenzwiebeln an. Krokus, Hyazinthen, Narzissen, alles in großen Weidenkörben platziert. "Denken wir uns einmal das Ehrenamt weg, wären die Hälfte der Stände gar nicht da", sagte Hans-Erwin Hermann, Vorsitzender der Freiwilligenbörse Wermelskirchen. Alle Vereine und Initiativen, die sich um soziale Aufgaben, um Kunst oder Musik kümmern, arbeiten ehrenamtlich.

Hermann zeigte auf den Stand des Vereins "Städtepartnerschaft Loches", auf das Technische Hilfswerk, den Hospizverein oder den Bücherstand der Kita am Heisterbusch. Und am eigenen Stand der Ehrenamtsbörse wurde natürlich das erfolgreiche Reparaturcafé in der Stadtbücherei vorgestellt. "Wir könnten noch ein paar Mitstreiter aus dem Bereich Radio- und Fernsehtechnik gebrauchen", sagte Hermann und betonte: "Ohne Ehrenamt läuft in der Stadt nichts."

Einer der größten Anziehungspunkte ist jedes Jahr die Abschlussveranstaltung der Oldtimerfreunde. Vom "Brezel-Käfer" über "Heckflossen-Buick" bis zum "Cremeschnittchen" (kleiner Renault 4CV) war alles dabei, blank poliert und zum Staunen schön. Ein Höhepunkt und stets umlagert war der Mercedes 180, Baujahr 1960, mit passendem Leichenwagen-Anhänger. Dessen Besitzer Bärbel und Edmund Ullrich aus Remscheid bewiesen durchaus schwarzen Humor. Der alte Mercedes ist mit einem Plattenspieler ausgestattet - passend zum Gespann ertönte die Melodie von "Spiel mir das Lied vom Tod". Die Unimog- und Treckerfreunde waren ebenfalls vertreten, mit der Zeit strömten immer mehr Oldtimer in Richtung Loches-Platz. "Wir machen jetzt die Kölner Straße auf, die müssen ja irgendwo hin", entschied André Frowein, Geschäftsführer des Stadtmarketingvereins WiW.

Auch Nützliches gab es bei "à la carte" gestern zu entdecken. "Mit der Zeitumstellung beginnt die dunkle Jahreszeit, die Einbrüche nehmen dann wieder zu", sagte Eric Offermanns. Der 30. Oktober ist zum Tag des Einbruchschutzes ausgerufen worden. Und Offermanns hatte für seine Kunden noch einen weiteren wichtigen Hinweis parat: "Ab dem 1. Januar 2017 werden Rauchmelder in NRW Pflicht, zunächst für vermietete Wohnungen. Aber ich finde, jeder sollte diese Melder haben."

In einigen Geschäften waren schon Tannengrün und blinkende Lämpchen zu sehen. Auch wenn gestern noch niemand so recht an Weihnachten denken wollte, bis Heiligabend sind es nur noch knapp acht Wochen. Und so startete gestern wieder die beliebte Zählscheinaktion. In Schwarz-Metallic glänzte der Mini als Hauptgewinn in der Sonne vor dem Balkan-Restaurant. "An Hand der Zählscheine lässt sich eine Kaufkraft von 3,5 Millionen ermitteln", betonte Frowein, "also eine wirklich wichtige Aktion für Wermelskirchen". "Sehtest und Glühwein" war eigentlich bei Augenoptik Madel an der Kölner Straße geplant. "Zu den Frühlingstemperaturen passt der Glühwein aber nicht", sagte Andreas Madel - so blieb es letztlich beim Sehtest. Schade, denn die Ergebnisse hätten durchaus lustig werden können.

Am frühen Nachmittag wurde es dann richtig voll in der Innenstadt, tausende Besucher schlenderten durch die Straßen. Flohmarkt, Ausstellung des Kunstvereins, viele Händler mit unterschiedlichen Waren, Musik, Gespräche mit Freunden - die gesetzlich vorgeschriebene Zeit von 13 bis 18 Uhr reichte einfach nicht aus, um alles zu erleben.

Quelle: RP
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