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Wermelskirchen
A1: Brücken-Radar bringt 8,17 Mio. Euro

Wermelskirchen. 5,63 der acht Millionen Euro sind eingegangen. Säumige Zahler muss die Stadt Leverkusen mahnen. Derweil machen sich Bürger Gedanken über die stationäre Blitze auf der A1 zwischen Burscheid und Leverkusener Kreuz. Von Gundhild Tillmanns und Ludmilla Hauser

8,17 Millionen Euro müssen die Raser an die Stadt zahlen, die bis Anfang vergangener Woche auf der A1-Brücke geblitzt worden sind: Das bilanzierte die Stadt Leverkusen auf Nachfrage unserer Redaktion. Von den bisher in dieser Höhe verhängten Buß- und Verwarngeldern sind allerdings erst 5,63 Millionen Euro auch tatsächlich gezahlt worden. Das bedeutet: Säumige Zahler muss die Stadt mit weiterem bürokratischen Aufwand mahnen. Zudem besteht auch die Möglichkeit, zunächst Einspruch einzulegen oder sogar zu klagen.

Insgesamt 29.945 Gewichtsverstöße und 102.104 Geschwindigkeitsverstöße hat die Stadt seit Installation der Blitzer Mitte Juni des vergangenen Jahres bis Montag vergangener Woche auf der A1 geahndet. Dies bedeutet allerdings nicht, dass fast 30.000 Lkw mit mehr als 3,5 Tonnen Gewicht unerlaubt die marode Brücke befahren haben: Denn es gab, wie berichtet, Mehrfachtäter. Etwa der Lkw-Fahrer aus Bayern, der im September 2014 ein vierwöchiges Fahrverbot für die A1 erteilt bekam. Der Mann war in dreieinhalb Wochen elf Mal auf der Brücke geblitzt worden.

Die Blitzer bringen der Stadt nicht nur Einnahmen, sondern auch Mehrausgaben und einen beträchtlichen Mehraufwand an Personal und Technik. Elf Mitarbeiter sind alleine im Ordnungsamt sowie drei weitere im Fachbereich Straßenverkehr mit der Bearbeitung der Radarmessungen, der Verhängung der Bußgelder, den Mahnschreiben und mit der Software für die technische Anlage betraut. Für diese Mitarbeiter musste die Stadt auch neue Arbeitsplätze mit der entsprechenden Computertechnik einrichten.

Die neue für die A1 geplante stationäre Radaranlage zwischen Burscheid und dem Leverkusener Kreuz wird nicht von einer der beiden Städte betrieben, sondern aus dem Bergisch Gladbacher Straßenverkehrsamt: ein Debüt für den Rheinisch-Bergischen Kreis, der bislang noch keine Blitzer auf Autobahnen betreibt.

Beim Bürger kommt der neue A1-Blitzer (noch) nicht so gut an. Denn, so schreibt ein Leichlinger BM-Leser: "Es muss doch jedem klar sein, dass ein Blitzer - egal, ob rechts oder an der Mittel-Leitplanke - kein vernünftiges Ergebnis liefern kann." Sein Vorschlag. "Da gehören vier Kameras hin: ganz links Geschwindigkeit, Mitte Geschwindigkeit und Überhol-Verbot, rechts Geschwindigkeit (und Abstand), Standspur: alle, die unerlaubt versuchen, schon kilometerweit vor der Abfahrt rechts am Stau vorbeizukommen."

Der Leichlinger schlägt weiter vor, die Kameras an Straßenbrücken etwa im Bereich Löhsiedlung (Burscheid), an der Altenberger oder Bruchhauser Straße anzubringen. Vorteil: Die Anlagen könnten von dort aus gewartet werden, ohne den A1-Verkehr zu beeinträchtigen. "Außerdem würde ich mehrere Blitz-Anlagen hintereinander installieren, damit nicht nach der ersten gleich wieder Gas gegeben wird."

Quelle: RP
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